Sonntag 21. Oktober 2018

Bildungshaus Schloss Puchberg: Langjähriger Direktor Wilhelm Achleitner verabschiedet

Am 1. September 2018 ging Dr. Wilhelm Achleitner nach 23 Jahren als Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg in Wels in Pension., am 20. September wurde er würdig bedankt und verabschiedet. Für seine Verdienste erhält  Achleitner die Humanitätsmedaille des Landes Oberösterreich.

Das größte Bildungshaus der Diözese Linz im Norden von Wels ist seit 60 Jahren ein wichtiges Zentrum der Erwachsenenbildung in Oberösterreich. Gemessen an der Zahl der KursteilnehmerInnen und der Bildungsangebote ist Puchberg das größte kirchliche Bildungshaus Österreichs. Das vielseitige Veranstaltungsprogramm von Schloss Puchberg trägt den aktuellen Interessen und Lebensfragen der Menschen Rechnung. Alle Dimensionen von Bildung können verwirklicht werden: naturwissenschaftliche, politische, philosophische, theologische und spirituelle Bildung, psychologische, pädagogische und therapeutische Anregungen, kreative Gestaltung, Theater, Spiel und Kunstgenuss. Ziel von Puchberg ist es, die Begegnung auf gesellschaftlicher, kultureller und religiöser Ebene zu fördern, zur Bewältigung individueller und sozialer Lebensprobleme zu befähigen, politische Verantwortung zu wecken und kreative Fähigkeiten zu kultivieren.

 

23 Jahre lang hat Dr. Wilhelm Achleitner als Direktor die Geschicke des Hauses gelenkt. Geboren 1952 in Steyr, studierte der Sohn von Kleinbauern nach der Matura Theologie und Philosophie in Linz, Rom und Salzburg. Von 1978 bis 1987 war Achleitner Ausbildungsleiter für LaientheologInnen an der Universität Salzburg, von 1987 bis 1994 Universitätsassistent am Institut für Dogmatik der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg bei Univ.-Prof. Gottfried Bachl. Von 1. September 1995 bis 31. August 2018 war Wilhelm Achleitner als Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg aus. Am 1. Juli 2018 übergab er das Amt an seinen Nachfolger MMag. Helmut Außerwöger, dem er zwei Monate lang begleitend mit Rat und Tat zur Seite stand. Am 1. September 2018 trat Achleitner den wohlverdienten Ruhestand an. Nun freut sich der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern auf viel Zeit für seine Frau Gudrun, seine Kinder Johanna und Sebastian und seine Enkel Simon und Tobias. Ein drittes Enkelkind wird sich schon in Kürze dazugesellen.

 

Seit seiner Kindheit engagiert sich Wilhelm Achleitner im kirchlichen Leben: als Lektor, Leiter von MinistrantInnengruppen und federführend bei der Gründung des Jugendzentrums FIO in Steyr 1969, dessen Hauptverantwortlicher/Vorsitzender er bis zum Studienbeginn war. Von 1974 bis 1978 war Achleitner Vorsitzender des Vorstandes der LaientheologInnen an der Universität Salzburg und in dieser Zeit auch Studierendenvertreter an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg.

 

Mehrere Jahre war er aufgrund seiner überdurchschnittlichen Leistungen Stipendiat des Österreichischen Studienförderungswerks Pro Scientia, einer Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz. Immer selbstverständlich für ihn war auch die pfarrliche Mitarbeit in Salzburg und Wels. Seit 2000 ist er im Diözesanausschuss der Katholischen Männerbewegung (KMB) tätig, arbeitet für diese Jahresthemen aus und hält als Männertags-Redner zahlreiche Vorträge bei KMB-Tagen. Seit 2004 ist Achleitner vom Bischof beauftragter Gottesdienstleiter und leitet regelmäßig Wort-Gottes-Feiern in der Gottesdienstgemeinde in Puchberg, die ihm ein großes Anliegen ist.

 

Bischof Dr. Manfred Scheuer (l.) dankte dem nunmehr pensionierten Direktor Dr. Wilhelm Achleitner für dessen Verdienst um das Bildungshaus Schloss Puchberg.

Bischof Manfred Scheuer dankte Wilhelm Achleitner für 23 Jahre Leitung des Bildungshauses Schloss Puchberg. © Diözese Linz / Kraml

 

Große Dankbarkeit

 

Am 21. September 2018 waren etwa 100 Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft und fast alle MitarbeiterInnen ins Bildungshaus Schloss Puchberg gekommen, um dem ehemaligen Direktor Wilhelm Achleitner für sein jahrzehntelanges engagiertes Wirken in Kirche und Gesellschaft zu danken. Unter ihnen: Bischof Dr. Manfred Scheuer, Bischof em. Dr. Maximilian Aichern, die Bischofsvikare Wilhelm Vieböck und Dr. Johann Hintermaier, Mag.a Iris Ratzenböck-Höllerl vom Erwachsenenbildungsforum Oberösterreich, Landtagsabgeordneter Dr. Peter Csar, Mag. Günter Brandstetter von der Servicestelle für Erwachsenenbildung des Landes Oberösterreich sowie viele Leitungspersonen aus kirchlichen Einrichtungen und Ämtern.

 

 

„Antiquiert, zeitlos gültig oder hochaktuell?“

 

Den Festvortrag hielt auf Wunsch von Achleitner der Rektor der Katholischen Privat-Universität (KU) Linz Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, der auch Vorsitzender des Kuratoriums des Bildungshauses Schloss Puchberg ist. Gruber beleuchtete in seinem Vortrag die Geschichte des Christentums. Dabei ging er bis ganz zu den Anfängen zurück und warf dann einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. Der Untertitel lautete „Über den Auftrag, das Christentum in die Zukunft zu bringen“ – und dieser Auftrag war wohl auch immer die Triebfeder für Achleitners berufliches Handeln und Wirken.

 

KU-Rektor Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber hielt das Festreferat.

Festvortrag von KU-Rektor Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber. © Diözese Linz / Kraml

 

Gesellschaftliches Engagement

 

Pastoralamtsdirektorin Mag.a Gabriele Eder-Cakl dankte Dr. Wilhelm Achleitner für dessen vielfältigen Einsatz in der Diözese Linz und für 23 Jahre als Direktor im Bildungshaus Schloss Puchberg. Als Geschenk übergab sie ihm gemeinsam mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Franz Gruber sieben Bücher (bzw. sechs Bücher und einen Film) – in Analogie zu den sieben Gaben des Heiligen Geistes. Jedes Geschenk war mit der Würdigung einer besonderen Eigenschaft bzw. des Engagements von Wilhelm Achleitner verbunden. Besonders strich Eder-Cakl Achleitners Engagement im Netzwerk für Antifaschismus hervor. „Dieser Einsatz für die Unterscheidung von richtig und falsch, von menschlich und unmenschlich – diesen Einsatz kenne ich bei dir. Heute sind wir als Christinnen und Christen besonders gefordert, Farbe ins Schwarz-Weiß-Denken zu bringen und unser christliches Menschenbild, die Würde des Menschen zur Sprache zu bringen und zu fordern“, so Eder-Cakl.

 

Pastoralamtsdirektorin Mag.a Gabriele Eder-Cakl

Dankesworte von Pastoralamtsdirektorin Mag.a Gabriele Eder-Cakl. © Diözese Linz / Kraml

 

Humanitätsmedaille des Landes Oberösterreich

 

Für seinen großen Einsatz in der Diözese Linz und darüber hinaus hat die Diözese Linz um die Verleihung der Humanitätsmedaille des Landes Oberösterreich an Achleitner angesucht. Diese wurde von Landesrätin Birgit Gerstorfer, MBA bereits zugesagt und wird in Kürze überreicht werden.

 

Landtagsabgeordneter Dr. Peter Csar würdigte Wilhelm Achleitner als „Menschen, der gerne gestaltet und etwas bewegen will. Auch in seinen 23 Jahren als Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg hat er viel bewegt. Mit großem Tatendrang hat der Querdenker viele Veränderungen, Innovationen und zahlreiche umfassende Gebäudeumbauten durchgeführt. Ein Satz wie ‚Da kann man nichts ändern‘ motiviert ihn, neue Lösungen zu suchen, denn ein ‚Das geht nicht‘ gibt es bei ihm nicht. Wilhelm Achleitner sucht die Herausforderung, scheut auch nicht den direkten Konflikt und übt dort pointierte Kritik, wo sie notwendig ist.“ Als Direktor sei er wie ein „Hausvater“ gewesen, dem das Wohlergehen seiner MitarbeiterInnen und Gäste stets ein Anliegen war.

 

 

Weitere Auszeichnungen, die Achleitner bereits erhalten hat:

  • 25. Juni 2012: Goldenes Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich zum 60. Geburtstag für das langjährige Wirken und die Verdienste als Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg und für die Erwachsenenbildung in Oberösterreich
  • 2000: Elfriede-Grünberg-Preis der Welser Initiative gegen Faschismus
  • 23. November 2009: Humanitätsmedaille der Stadt Wels in Silber: Mit dieser Auszeichnung wurde Wilhelm Achleitners jahrelanges Engagement für ein friedliches, demokratisches und menschenfreundliches Zusammenleben und sein konsequentes Auftreten für eine menschliche Integrationspolitik gewürdigt. Durch viele Veranstaltungen im Bildungshaus Schloss Puchberg werden Menschenfreundlichkeit und Verbundenheit zwischen den Menschen gestärkt. Das Bildungshaus hat somit eine landesweite Wirkung in Bezug auf Humanität und Dialog.

 

Ein guter Ort

 

Dr. Wilhelm Achleitner bedankte sich allen Festgästen und ganz besonders bei den zahlreich erschienenen MitarbeiterInnen, die immer für die gute „Puchberg-Stimmung“ sorgen. Die Frage „Wann ist man in Puchberg glücklich?“ beantwortete Achleitner selbst. „Dann, wenn man sieht ,wie die BesucherInnen aus den Kursen kommen und glücklich sind.“ Auch das hat Puchberg zu einem guten Ort gemacht. „Puchberg ist ein Glücksfall für die Diözese Linz, das Land Oberösterreich und für die Zivilgesellschaft“, so Achleitner.

 

Ein besonderer Dank galt natürlich seiner Frau Gudrun, mit der Achleitner seit 40 Jahren verheiratet ist, und seinen Kindern. Auf die kommende Zeit mit seiner Familie und den Enkelkindern freut sich Achleitner sehr.

 

V. l.: Dr. Wilhelm Achleitner, Landtagsabgeordneter Dr. Peter Csar und Mag.a Gudrun Achleitner.

V. l.: Dr. Wilhelm Achleitner, Landtagsabgeordneter Dr. Peter Csar und Mag.a Gudrun Achleitner. © Diözese Linz / Kraml

 

Das Bildungshaus Schloss Puchberg

 

Das Renaissanceschloss Puchberg, ab 1595 erbaut, liegt im Norden der Stadt Wels. Es wurde im Jahr 1953 von der Diözese Linz vom Bundesministerium für Landwirtschaft erworben und für Zwecke eines diözesanen Bildungsheimes renoviert und adaptiert. Das „Katholische Volksbildungsheim Puchberg“ sollte in erster Linie der ländlichen Bevölkerung, im Besonderen der bäuerlichen Jugend, dienen. Die erste Veranstaltung fand am 12. August 1953, organisiert von der Katholischen Arbeiterjugend, statt. Ende der 1960er Jahre entwickelte sich Puchberg dann zu einem allgemeinen Bildungshaus mit einer großen Verbreiterung der Sparten.

 

Mit den Jahrzehnten wurde das Bildungshaus kontinuierlich erweitert und auch baulich ergänzt.

 

1960/61 wurden ein Kirchenraum und ein Gästehaus errichtet. 1970/71 wurde um einen Personaltrakt und einen großen Speisesaal erweitert. Von 1985 bis 1987 wurde das Gästehaus stark vergrößert und bietet nun 98 Zimmer mit 156 Betten an. 2002 wurde der Eingangsbereich neu gestaltet und der Festsaal erweitert.

 

Das Bildungshaus Schloss Puchberg bietet 17 Seminarräume (mit Platz von 10 bis 400 TeilnehmerInnen) und ist damit das größte Bildungshaus der Diözese Linz.

 

Der neue Direktor im Bildungshaus Schloss Puchberg MMag. Helmut Außerwöger mit seinem Vorgänger Dr. Wilhelm Achleitner.

Dr. Wilhelm Achleitner (r.) mit seinem Nachfolger in Puchberg MMag. Helmut Außerwöger. © Diözese Linz / Kraml

 

Bisherige Direktoren des Bildungshauses Schloss Puchberg

  • Dr. Josef Gruber (1953 bis 1980)
  • Eduard Ploier (1980 bis 1995, ab 1961 bereits als Verwalter im Schloss Puchberg tätig)
  • Dr. Wilhelm Achleitner (1995 bis 2018)
  • MMag. Helmut Außerwöger (seit 1. 7. 2018)

Prägende Persönlichkeiten waren immer auch die Rektoren des Bildungshauses: Prälat Karl Wild (1953 bis 1985), Ernst Bräuer (1985 bis 2005) und Dr. Adi Trawöger (seit 2005).

 

Der neue Direktor MMag. Helmut Außerwöger wird vom bewährten Leitungsteam im Bildungshaus unterstützt.

 

http://www.schlosspuchberg.at

 

Bildungshaus Schloss Puchberg

Schloss Puchberg in Wels ist Oberösterreichs größtes Bildungshaus. © Bildungshaus Schloss Puchberg

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