Sonntag 23. September 2018

KA und Caritas OÖ warnen vor „Verrohung der politischen Kultur“

Verrohung der politischen Kultur

„Die politische Kultur verroht zunehmend“, stellen die Katholische Aktion (KA) Oberösterreich und die Caritas OÖ fest.

Hierbei leiste besonders die FPÖ als neue Regierungspartei einen unrühmlichen und besorgniserregenden Beitrag. Mit der öffentlichen Kriminalisierung eines jungen unschuldigen Asylwerbers durch FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und der Weigerung, sich bei dem Lehrling für eine Verwechslung aufrichtig zu entschuldigen, sei ein weiterer Tiefpunkt erreicht worden.

 

Durch Aktionen wie diese entstehe der Eindruck, dass es manchen Politikern vorrangig darum gehe, eine Verunsicherung und Spaltung in der Gesellschaft herbeizuführen, anstatt miteinander nach menschenwürdigen Lösungen zu suchen. Wenn Vizekanzler Strache, Innenminister Kickl, Generalsekretär Vilimsky, Klubobmann Gudenus und weitere Repräsentanten der FPÖ in ihrer Wortwahl oftmals jegliches Taktgefühl vermissen lassen, vergiften sie damit das gesellschaftliche Klima, warnt der oberösterreichische KA-Präsident Bert Brandstetter. „Problematisch sei, dass dadurch die Verächtlichmachung von Personen und Gruppen, insbesondere Flüchtlingen, zunehmend salonfähig werde“, so Brandstetter.

 

„Die ‚Politik‘ von FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus lässt bei Menschen mit christlichem und humanitärem Menschenbild die Alarmglocken schrillen. Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Dinge toleriert werden und man ohne Skrupel und Konsequenzen wehrlose Menschen gezielt in ein schlechtes Licht rückt, um damit Politik zu machen. Derartige Anschuldigungen wirken wie ein schleichendes Gift in unserer Gesellschaft und spalten unser Land. Bei den Menschen bleibt etwas picken, auch wenn FPÖ-Klubobmann Gudenus seine ‚Verwechslung‘ offiziell eingestanden hat. Werte wie die Achtung der Menschenrechte und Humanität werden dabei einfach über Bord geworfen. Ich hoffe sehr darauf, dass viele Menschen ihre Betroffenheit äußern und auf allen Ebenen aktiv werden um für Respekt und Würde im Umgang miteinander einzutreten. Gemeinsam müssen wir das beginnende Abdriften unserer Gesellschaft in ein Zusammenleben, das von Hass, Neid und Missgunst erfüllt ist, verhindern“, sagt Franz Kehrer, MAS, Direktor der Caritas OÖ.

 

„Wir erwarten uns von Politikern, insbesondere wenn sie Regierungsverantwortung tragen, dass sie nicht mit Herabwürdigungen, hasserfüllten Attacken und Häme, sondern mit Anstand, Respekt und Weitsicht an den gesellschaftlichen Herausforderungen arbeiten“, appellieren die Katholische Aktion und die Caritas OÖ.

 

(Katholische Aktion und Caritas OÖ)
 

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