Dienstag 25. September 2018

Zahl der in Syrien getötete humanitären Helfer stark angestiegen

Die Hilfsorganisation Care weist zum Internationalen Tag der Humanitären Hilfe am 19. August 2018 auf das Risiko von Helfern in Krisengebieten hin. Weltweit wurden seit Jahresbeginn 76 Nothelfer getötet.

Auf die Gefährdung von Helfern in Kriegs- und Krisengebieten macht die Hilfsorganisation Care zum am Sonntag bevorstehenden Internationalen Tag der Humanitären Hilfe aufmerksam. „Humanitäre Helfer leben mit einem hohen Risiko, besonders in Ländern mit bewaffneten Konflikten“, erklärte Care-Österreich-Geschäftsführerin Andrea Barschdorf-Hager am Donnerstag, 16. August 2018. Angriffe auf humanitäre Helfer gelten nach dem römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs als Kriegsverbrechen. Dennoch seien seit Jahresbeginn weltweit bereits 76 Nothelfer getötet worden – mehr als die Hälfte davon in Syrien.

 

Mit 43 Toten sind im laufenden Jahr Care zufolge nirgendwo so viele Helfer ums Leben gekommen wie in Syrien. „Obwohl sie an vorderster Front lebensnotwendige Hilfe leisten, werden sie getötet, verhaftet, eingesperrt“, so Barschdorf-Hager. Die Zahl der Getöteten in diesem Jahr sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44 Prozent gestiegen. Weitere Länder, die zu den gefährlichsten Orten für Helfer zählten, seien Südsudan (7 Tote), die Zentralafrikanische Republik (6 Tote) und Afghanistan (6 Tote).

 

Care fordert Konfliktparteien weltweit dazu auf, sicherzustellen, dass Helfer uneingeschränkten Zugang zu Notleidenden bekämen und nicht zum Angriffsziel würden. „Humanitäre Helfer sind keine Zielschreibe. Hilfseinsätze dürfen nicht behindert werden“, betonte Andrea Barschdorf-Hager.

 

19. August – Tag der Humanitären Hilfe

 

Der Tag der humanitären Hilfe wird jedes Jahr zum Gedenken an die Toten und Verletzten des Anschlages auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 2003 begangen. Damals wurden nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe 22 UN-Mitarbeiter getötet und über 100 verletzt. Auch der damalige Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Sergio Vieira de Mello, überlebte den Anschlag nicht.

 

Diakonie: Lage in Syrien spitzt sich zu

 

Unterdessen hat auch das evangelische Hilfswerk Diakonie Alarm geschlagen: Die Lage der Menschen in Syrien und in den benachbarten Staaten spitze sich immer mehr zu. „Die Menschen harren seit Jahren in Flüchtlingscamps und Bleichhütten aus. Ihre Reserven sind längst aufgebraucht, und mit den Reserven schwindet die Hoffnung. Je länger der Konflikt andauert, desto mehr wächst die humanitäre Not“, schilderte Diakonie-Direktor Michael Chalupka die Lage vor Ort am Donnerstag in einer Aussendung.

 

Hilfe von außen sei deshalb dringend nötig. So forderte der Diakonie-Direktor die österreichische Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus 2016 endlich wahrzumachen, und den Auslandskatastrophenfonds auf 60 Millionen Euro zu erhöhen. Hilfe vor Ort dürfe „keine leere Worthülse bleiben, die an Stelle der politischen Verantwortung steht“. Mit der Erhöhung des Auslandskatastrophenfonds könne Österreich dazu beitragen, Menschen eine Perspektive zu geben, bis eine Rückkehr in ihre Heimat möglich wird.

 

Bisher würden Flüchtlinge hierzulande allerdings nur zum Thema, „wenn sie an den europäischen Grenzen stehen“. „Dass fern unserer Augen Kriegskinder Hunger leiden, und keine Schule besuchen können, ist unserer Zeit und Welt unwürdig“, kritisierte der Diakonie-Direktor.

 

Der seit acht Jahren andauernde Syrienkrieg gehöre zu den größten humanitären Krisen der Zeit. Noch immer komme es regelmäßig zu Wellen der Vertreibung. Im Nachbarstaat Libanon lebten seit Jahren mindestens eine Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Etwa 70 Prozent davon seien Mütter und Kinder, so Chalupka.

 

Die Diakonie-Katastrophenhilfe ist seit Ausbruch des Konflikts in der Humanitären Hilfe in Syrien und in den angrenzenden Nachbarstaaten (Libanon, Jordanien, Türkei, Irak) tätig. Als Teil des weltweiten Hilfsnetzwerks ACT Alliance arbeitet die Organisation mit lokalen Partnern und internationalen NGOs zusammen.

 

Kathpress

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