Sonntag 18. Februar 2018

Ein Bischofsvikar und sein Hobby

Für die nächsten fünf Jahre ist Adolf Trawöger Bischofsvikar für Orden. Was tut ein solcher Bischofsvikar und welchem außergewöhnlichen Hobby geht Adi Trawöger nach?

In der Diözese Linz gibt es 18 Frauenorden, dazu drei streng klausurierte Frauengemeinschaften, 32 Männerorden sowie sieben Säkularinstitute. Seit November ist der 57-jährige Dr. Adolf – Adi, wie er von den meisten genannt wird – Trawöger Bischofsvikar für Orden.

 

Was macht ein Bischofsvikar für Orden?

 

Trawöger: Als solcher bin ich mit der Beratung und Vertretung
des Bischofs in den Angelegenheiten der Orden, Säkular­institute und geistlichen Gemeinschaften sowie von Personen in einer besonderen spirituellen Lebensform beauftragt. Dazu gehört das Prüfen von Statuten, Bestätigen oder Erteilen von Klausurdispensen, die Vertretung des Bischofs bei Ordensfeiern und Ordensangelegenheiten.

 

Adi Trawöger ist seit 1. November 2017 neuer Bischofsvikar für Orden, Säkularinstitute und geistliche Gemeinschaften.

Adi Trawöger ist seit 1. November 2017 neuer Bischofsvikar für Orden, Säkularinstitute und geistliche Gemeinschaften. © privat

 

Sie erhielten die Priesterweihe in Rom, waren Spiritual im Linzer Priesterseminar und Lehrbeauftragter. Was waren die prägendsten Stationen Ihres Lebens?

 

Trawöger: Ich war Ministranten- und Jungschargruppenleiter in meiner Heimatpfarre Laakirchen. Wir hatten eine wunderbare Jugendgruppe und – was sehr wichtig war: Die Pfarrseelsorger trauten mir etwas zu. Das motivierte mich, Priester zu werden. Prägend für mich war auch der damalige Regens des Linzer Priesterseminars, Josef Janda. Er gab mir die Möglichkeit, in Rom zu studieren. Die fünf Jahre dort erweiterten meinen kirchlichen Horizont. Für mein Verständnis als Priester am bedeutendsten empfand ich meine erste Messe mit Verwandten, Freunden und Pfarrangehörigen in der kleinen Kirche Santo Stefano in Assisi. Es braucht nicht das große Rundherum, sondern Menschen, die sich mit ihrem Leben im Namen Gottes versammeln.

 

Sie haben ein außergewöhnliches Hobby: Ikonen malen.

 

Trawöger: Zu Beginn meiner Tätigkeit als Spiritual im Linzer Priesterseminar wollte ich
mit den Studenten etwas Gemeinsames er­arbeiten. Ikonen zu malen fand große Zu­stim­mung. So malten wir jedes Jahr eine Woche Ikonen. Daraus ist Leidenschaft geworden.

 

Was ist das Besondere daran?

 

Trawöger: Sich mit Hand, Herz und Hirn eine Woche mit einem Thema der Heiligen Schrift oder einer Heiligengestalt zu beschäftigen, ist Meditation. Sie lässt die eigenen Stärken und Grenzen erkennen, führt in die Tiefe und zum Gebet und man erhält das Geschenk, etwas geschaffen zu haben.

 

Was erleben Sie noch als „Tankstelle“?

 

Trawöger: Neben dem Ikonenmalen ist es das Lesen von theologischer, aber auch belletristischer Literatur. So lese ich u.a. Romane von Émile Zola, in denen es Parallelen zur heutigen Gesellschaft gibt. Wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich zu Fuß. Letztes Jahr ging ich einen Teil des Olavsweges in Norwegen.

 

Ihr Lebensmotto?

 

Trawöger: Mitmenschen so anzunehmen, wie sie sind. Vom Nächsten immer größer denken, als er oder sie sich nach außen zeigt. Leben kann dort reifen und gelingen, wo Menschen zu ihrem eigenen Leben und zu dem ihrer Mitmenschen ja sagen.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Orden?

 

Trawöger: Orden und geistliche Gemeinschaften bringen Farbe in die Kirche. Möge es ihnen gelingen, sich den Herausforderungen der Zeit mutig zu stellen, um der eigenen Sendung nachkommen zu können.

 

Dieses Interview erschien in der Februar-Ausgabe des „informiert“, der MitarbeiterInnen-Zeitung der Diözese. Es führte Mayella Gabmann.

 

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