Mittwoch 21. Februar 2018

Muslime für Demokratie und Menschenrechte in europäischen Ländern

Die Schweizer Islamwissenschaftlerin und Journalistin Amira Hafner-Al Jabaji referierte beim Dialogabend am 19. Jänner 2018 im Stadtsaal Ansfelden/Haid.

„Junge Muslime der zweiten und dritten Generation engagieren sich sehr für die Gesellschaften ihres Landes in Europa“, sagt Amira Hafner-Al Jabaji. Religionen in ihrer normal gelebten Form seien zu wenig spektakulär. Daher werde wenig in den Medien berichtet, so die Islamwisschenschaftlerin. Religionen hätten jedoch das Potenzial, einen wichtigen Beitrag für demokratische Gesellschaften zu leisten. Schließlich gehe es ihnen um den Wert des Menschen, soziale Unterstützung für Benachteiligte, Frieden und Gerechtigkeit sowie um die Beteiligung der Menschen an demokratischen Prozessen. Viele Zuwanderer – auch jene muslimischer Prägung – hätten in ihren Herkunftsländern unter Verfolgung und Widerstand zu leiden gehabt und auch in den Aufnahmegesellschaften Diskriminierung erfahren. Aus diesem Grund würden sie sich intensiv für demokratische Strukturen engagieren. Nachdem die erste Generation mit Existenzsicherung beschäftigt sei, könnte die zweite und dritte Generation zumeist auf gute Ausbildung, Studium und gesellschaftliches Engagement verweisen. Anhand von neunzehn konkreten Biografien belegte Hafner-Al Jabaji ihre Erfahrungen.

 

Referentin Amira Hafner-Al Jabaji, Schweiz.
Dialogabend "Was glaubst du?" in Ansfelden/Haid mit Islamwissenschaftlerin Amira Hafner-Al Jabaj.
Dialogabend "Was glaubst du?" in Ansfelden/Haid mit Islamwissenschaftlerin Amira Hafner-Al Jabaj.
Band „Multikulti“. Die Mitglieder stammen aus Österreich, Afghanistan, Syrien und Deutschland.
V.l.n.re.: Gemeinderat Thomas Lindmayer, Referentin Amira Hafner-Al Jabaji, Projektverantwortliche Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun Monika Greil-Payrhuber, Integrationsreferent der Stadt Ansfelden Gregor Kraftschik.
Integrationsreferent der Stadt Ansfelden Gregor Kraftschik.
© MIG-Pictures e. U.

 

Etwa 50 Interessierte besuchten den Dialogabend mit Hafner-Al Jabaji. Dies war der zweite Abend dieser Art in der Reihe „Was glaubst du?“ Die Band „Multikulti“ aus Vöcklabruck spielte mehrsprachige Lieder aus unterschiedlichen Ländern. Organisatoren sind das „Projekt Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun“ in Kooperation mit „Zusammenleben Ansfelden“ und dem Integrationsreferat der Stadt Ansfelden.

 

Über Amira Hafner-Al Jabaji

 

Amira Hafner-Al Jabaji ist Islamwissenschafterin, Journalistin und Moderatorin der Sternstunde Religion im Schweizer Fernsehen. Die Tochter eines Irakers und einer Deutschen wuchs in der Schweiz auf, da ihre Eltern nach einem Förderstipendium aufgrund des politischen Umsturzes nicht mehr in den Irak zurück gingen. Hafner-Al Jabaji engagiert sich als muslimische Frau seit mehr als 20 Jahren im interreligiösen Dialog in der Schweiz. Sie ist gut vernetzt mit anderen Akteuren in Europa, die sich für Vielfalt, Menschenrechte, Demokratie, Religionsfreiheit und interreligiösen Dialog einsetzen. Der Interreligiöse Think Tank in der Schweiz wurde von ihr begründet und wird von ihr als Präsidentin geleitet. Er ist ein Zusammenschluss von im Interreligiösen Dialog tätigen Frauen unterschiedlicher Religion und Herkunft, welche gemeinsam ihre Dialogerfahrungen auswerten und schriftlich in Buchform bzw. Fachartikeln in Zeitschriften bzw. über das Web zur Verfügung stellen.

 

Referentin Amira Hafner-Al Jabaji, Schweiz.

Islamwissenschaftlerin, Journalistin und Moderatorin Amira Hafner-Al Jabaji war zu Gast in Ansfelden/Haid © MIG-Pictures e. U.

 

www.srf.ch/sendungen/sternstunde-religion

 

Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun


Im Oktober 2016 startete die Katholische Kirche des Dekanates Traun unter Dechant Mag. Franz Asen das Projekt „Interreligiöser Dialog im Dekanat Traun“. Die Dialogreihe ist Teil davon. Die dritte Veranstaltung findet am 9. März 2018 um 19.00 Uhr im Pfarrsaal Traun  statt. Pastoraltheologin Regina Polak von Universität Wien wird zum Thema „Was glaubst du? Hoffnung für die Gesellschaft aus Judentum, Christentum und Islam“ sprechen.


Die Dialogabende finden in Kooperation mit den Moscheegemeinden in Traun, der Katholischen Diözese Linz sowie der Islamischen Religionsgemeinde Linz für das Bundesland OÖ statt und werden von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung sowie den beiden Städtgemeinden Traun und Ansfelden und deren Integrationsabteilungen unterstützt.

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