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Hitzewelle verschärft soziale Krisen

Caritas und VCÖ fordern mehr Schutz für besonders gefährdete Menschen: Klimaoasen, Hitze-Schutzpakete und Anpassungen im öffentlichen Raum sollen Abhilfe schaffen

Österreich erlebt derzeit eine intensive Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. Besonders gefährlich sind diese extremen Temperaturen für ältere Menschen, Babys und Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke sowie obdachlose Menschen und Personen in prekären Lebenssituationen. Hilfsorganisationen und Interessenvertretungen schlagen Alarm und fordern rasche Maßnahmen.

 

Die Caritas reagiert mit konkreter Hilfe: In mehreren Bundesländern werden sogenannte Klimaoasen – kühle Aufenthaltsorte – angeboten. Zusätzlich stellt die Organisation Hitze-Schutzpakete für Menschen in belastenden Lebenssituationen bereit. „Obdachlose Menschen sind der Hitze meist schutzlos ausgeliefert. Und auch Menschen mit niedrigem Einkommen leben oft in beengten, schlecht isolierten Wohnungen und können den extremen Temperaturen kaum entfliehen“, betont zum Beispiel der Wiener Caritas-Direktor Klaus Schwertner. „Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Krise.“

 

In Oberösterreich unterstützt die Caritas mit Erfrischungen und Getränken in Wärmestuben, stellt Trinkflaschen bereit und verteilt Ausrüstung wie Sommerschlafsäcke, Isomatten und Decken, um Schutz vor Hitze, Mücken, starken Temperaturschwankungen und Regen zu bieten. Auch Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen werden gezielt unterstützt: Spenden finanzieren Betreuung, Abkühlung bei Ausflügen – etwa ins Freibad oder an den See – sowie kleine Entlastungen wie Eisrationen.

 

Die Caritas fordert einen nationalen Hitzeplan der Bundesregierung, der insbesondere die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen stärker berücksichtigt. Dazu zählen etwa hitzebeständiger Wohnraum, mehr Grünflächen sowie frei zugängliche kühle Räume in Städten.

 

Auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) weist auf strukturelle Probleme hin: Viele Straßen und öffentliche Räume seien nicht ausreichend an die Klimakrise angepasst. Asphaltflächen können sich in der prallen Sonne auf rund 60 Grad Celsius aufheizen und verstärken die Hitze zusätzlich. „Straßen ohne Bäume, ohne Grünflächen und mit vielen parkenden Autos werden an Hitzetagen zu einem regelrechten Backofen“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

 

Besonders problematisch sind unbeschattete Gehsteige, lange Wartezeiten bei Fußgängerampeln sowie Haltestellen ohne Schatten. Der VCÖ fordert daher mehr Bäume, entsiegelte Flächen und Begrünung im Straßenraum. Schatten könne die Oberflächentemperatur von Asphalt um bis zu 25 Grad senken und das Mikroklima erheblich verbessern. Auch Anpassungen im Verkehrsbereich seien notwendig: Kürzere Rotphasen bei Fußgängerampeln sowie beschattete Wartebereiche könnten die Belastung insbesondere für ältere Menschen deutlich reduzieren. Gerade sie sind häufig zu Fuß unterwegs und daher besonders betroffen.

 

Angesichts dieser Entwicklung appellieren Caritas und VCÖ gemeinsam an Politik und Gesellschaft, rasch zu handeln. Neben strukturellen Maßnahmen ist auch individuelle Aufmerksamkeit gefragt: Die Bevölkerung wird gebeten, besonders auf gefährdete Personen zu achten und im Zweifel Hilfe zu holen. Da gesundheitliche Notfälle bei Hitze oft schwer erkennbar sind, gilt im Ernstfall: sofort die Rettung unter der Notrufnummer 144 verständigen.

Die aktuelle Hitzewelle macht deutlich: Der Schutz vor extremer Hitze ist nicht nur eine Umwelt- und Gesundheitsfrage, sondern zunehmend auch eine soziale Herausforderung, die gemeinsames Handeln erfordert.

 

Quelle:

 

https://www.kathpress.at/goto/meldung/2590923/klimaoasen-und-hitze-schutzpakete-fuer-beduerftige

 

https://vcoe.at/presse/presseaussendungen/detail/vcoe-strassenraum-rascher-und-staerker-an-den-klimawandel-anpassen

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