Montag 24. Juli 2017

33. Sommerakademie auf Friedensburg Schlaining mit Bischof Scheuer

Am 3. Juli 2016 eröffnete Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit dem Bischof der Diözese Linz, Dr. Manfred Scheuer, Präsident von Pax Christi, sowie ÖSFK-Präsident Dr. Peter Kostelka die diesjährige Sommerakademie auf Burg Schlaining (Burgenland).

An der Eröffnung nahmen weiters Verteidigungsminister Mag. Hans Peter Doskozil, Justizminister Dr. Wolfgang Brandstetter, Landtagspräsident Christian Illedits, Bischof em. Dr. Paul  Iby (Diözese Eisenstadt) und Staatssekretär a. D. Dr. Hans Winkler teil. Die  Sommerakademie bietet noch bis 8. Juli 2016 ein breites Angebot an Vorträgen und Diskussionen.

 

Bundespräsident Heinz Fischer (in Begleitung seiner Frau Margit Fischer) und Bischof Manfred Scheuer eröffneten die diesjährige Sommerakademie auf Burg Schlaining.

Bundespräsident Heinz Fischer (in Begleitung seiner Frau Margit Fischer) und Bischof Manfred Scheuer eröffneten die diesjährige Sommerakademie auf Burg Schlaining. © ÖSFK

 

Seit bereits 33 Jahren gilt die Sommerakademie des Österreichischen Studienzentrums  für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) über die Grenzen Österreichs hinaus als traditionsreiche Diskussionsveranstaltung zu aktuellen Fragen der internationalen Politik. Sie wird von den deutschsprachigen Friedensbewegungen als Begegnungsort genutzt und von mehr als 200 Gästen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung als Ort der Debatte geschätzt.

 

 

„Um Gottes Willen“ - Die ambivalente Rolle von Religion in Konflikten


Unter diesem Titel widmet sich die Sommerakademie heuer der Rolle von Religionen in Konflikten. Im Namen der Religion wird jeden Tag Gewalt gegen Menschen ausgeübt. Dabei richtet sich Gewalt oftmals auch gegen Mitglieder der eigenen Religionsgemeinschaft. Viele Religionen scheinen gerade in den vergangenen zwei  Jahrzehnten vermehrt in den Sog politischer Entwicklungen geraten zu sein. So ist Religion gegenwärtig in zwei Dritteln aller Konflikte weltweit ein mehr oder weniger bedeutendes Element. Gleichzeitig ist Religion aber auch eine wichtige Basis und  Voraussetzung zum friedlichen Zusammenleben in Gesellschaften, wie zahlreiche  historische und aktuelle Beispiele zeigen. Nicht zuletzt um diesen vermeintlichen    Widerspruch zu überbrücken, will die Sommerakademie über den komplexen  Zusammenhang von Religion und Konflikt  aufklären und Religion in ihrer ambivalenten Funktion in Konflikten beschreiben.

Der  Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung  (ÖSFK) Dr. Peter Kostelka führte mit einem Hinweis auf die große Relevanz von Religion in unserer heutigen Welt in die Thematik ein: „Dass Religion im Alltagsleben vieler Menschen eine so große Rolle spielt, macht sie auch zu einem wichtigen Medium der Konfliktlösung  und Friedensarbeit“. Kostelka fügte hinzu, dass „insbesondere das ÖSFK für diesen Dialog die geeignete Plattform ist, da der Begriff des Friedens – ganz in der Tradition der Friedensburg – eine inklusive Herangehensweise erfordert, und somit Religionen einschließen muss“.

Den thematischen Eröffnungsvortrag  hielt  der Linzer Diözesanbischof Dr. Manfred  Scheuer, Präsident von Pax Christi  Österreich. "An und für sich produzieren Religionen  und Weltanschauungen keine Gewalt und trotzdem sind sie in ihrer Beziehung zu Gewalt und Krieg nicht frei von Zweideutigkeit. So wurde und wird der Name Gottes immer wieder für die Rechtfertigung von Gewalt und Terror missbraucht. Religionen und Glaube  haben aber auch zur Zähmung von Gewalt und Aggression, zur Versöhnung zwischen Feinden, zur Überwindung von Hass, Krieg und Unrecht  beigetragen. Es wäre fatal, auf  die humanisierenden Kräfte der Religionen zu verzichten und die Frieden stiftenden Potentiale z. B. des christlichen Glaubens auf die Seite zu schieben."

 

Vortrag von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Bischof Manfred Scheuer, Präsident von Pax Christi

Bischof Manfred Scheuer, Präsident von Pax Christi © ÖSFK

 

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK)

 

 

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