Sunday 23. February 2020

Lange Nacht der Kirchen: Eine Nacht, in der jede/r gewinnt

Mit 450 Stunden Programm war die Lange Nacht der Kirchen eine Konkurrenz für die Eröffnung der Fußball-EM. Über 100 Kirchenräume von 9 christlichen Konfessionen wurden mit über 430 Veranstaltungen bespielt.

Am Ende gab es keinen Sieger, aber lauter GewinnerInnen: tausende begeisterte Menschen an einem Abend der Vielfalt und Begegnung – und das bei frühsommerlichen Temperaturen, die zum Flanieren einluden.

 

 

Nächtliche BlitzLICHTer aus Linz und Oberösterreich

 

Ein vielfältiges Programm erwartete die BesucherInnen in den Regionen Linz, Wels, Steyr und Seengebiet/Salzkammergut. Ob Musikalisches oder Gesellschaftspolitisches, Ausstellung oder Lichterlabyrinth, Stille oder Tanz, Ernstes oder Humorvolles, Kreatives oder Meditatives, Klassisches oder Kurioses, Gebet oder Diskussion, Wort oder Bild, Eigenes und Fremdes – für jeden Geschmack war etwas dabei. Am Anpfiff-Abend der EURO durfte natürlich auch das Thema Fußball nicht fehlen – ebenso wenig wie Veranstaltungen zu Flucht und Migration.

 

 

Eine Nacht, die ökumenisch verbindet: Sichtbares Zeichen des Miteinander (Linz)

 

Im Linzer Mariendom begann die 11. Lange Nacht der Kirchen mit einem ökumenischen Abendgebet mit VertreterInnen der neun christlichen Kirchen in Oberösterreich: Diözesanbischof Manfred Scheuer, Dompfarrer Maximilian Strasser und Ökumene-Referentin Helga Schwarzinger (Römisch-katholische Kirche), Superintendent Gerold Lehner und Pfarrerin Veronika Obermeir (Evangelische Kirche A. B.), Kurator Heinrich Benz (Evangelische Kirche H. B.), Pastor Martin Siegrist (Evangelisch-methodistische Kirche), Erzpriester Dragan Micic und Nemanja Micic (Serbisch-orthodoxe Kirche), Erzpriester Johannes Abousif (Koptisch-orthodoxe Kirche), Pfarrer Sorin Bugner (Rumänisch-orthodoxe Kirche), Pfarrer Hannes Dämon (Altkatholische Kirche) und Rudolf Fürholzer (Baptistengemeinde). Musikalisch gestaltet wurde die Vesper vom Chor „cantus toccare“ aus Hartkirchen mit InstrumentalistInnen unter der Leitung von Hermine Aichinger und von Domorganist Wolfgang Kreuzhuber.

 


© Diözese Linz / Kraml


In seiner Begrüßung betonte Dompfarrer Maximilian Strasser, die ökumenische Vesper sei ein sichtbares Zeichen des Miteinander in dieser Langen Nacht der Kirchen. Im Zentrum der Texte, Lieder und Gedanken stand das Tor. Ein Tor-Bogen befand sich auch neben dem Altar und wurde am Beginn der Vesper von den VertreterInnen der christlichen Kirchen durchschritten. Das Tor nimmt Bezug auf das diesjährige Leitwort der Langen Nacht der Kirche aus der Offenbarung des Johannes: „Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen, Nacht wird es dort nicht mehr geben“ (Offb 21,25). In diesem neutestamentlichen Text wird die Vision von einem Neuen Jerusalem („himmlisches Jerusalem“) beschrieben, einer Stadt, die die neue Schöpfung Gottes veranschaulicht und in der Not und Leid endgültig besiegt sein werden. Dieser Text wurde auch als Lesung verwendet. Pfarrer Hannes Dämon von der Altkatholischen Kirche formulierte nach der Lesung einige persönliche Gedanken. Im Text sei davon die Rede, dass auf den Toren des neuen Jerusalem die Namen der zwölf Stämme Israels eingeschrieben seien, damit die Menschen nie vergessen, was Gott für das Volk Israel getan habe. „So sollen auch in unseren Herzen die Namen von Menschen eingeschrieben sein, die uns stärken, stützen und halten. Sie sollen eingeschrieben sein in Gottes Gegenwart, seinen Schutz und seinen Segen“, so Dämon. Pastor Martin Siegrist von der Evangelisch-methodistischen Kirche betonte, das Bild des himmlischen Jerusalem, das weder Sonne noch Mond brauche, mache eines deutlich: „Eines Tages wird es nicht mehr notwendig sein, in der Sonne eine Pause zu machen und die Seele baumeln zu lassen oder im Mondschein der fernen Sehnsucht nachzugehen – weil Gott uns so nah sein wird, dass unsere Seele allzeit fröhlich und unsere Sehnsucht gestillt sein wird.“

Diözesanbischof Manfred Scheuer, der erstmals die Lange Nacht der Kirchen in Linz erlebte, nahm in seiner Predigt die Atmosphäre von (Kirchen-)Räumen in den Blick. Beim Betreten eines Raums sei wahrnehmbar, „ob ein Raum heimelig ist oder distanziert wirkt, was in der Luft liegt, vielleicht auch, wie die Menschen miteinander umgegangen sind“. Der „Wohlgeruch der liebenden Aufmerksamkeit“ werde dabei ebenso spürbar wie der „Bleigeruch von Spannung, Streit und Aggression“, die Last eines niederdrückenden Schweigens, das Gewicht bedrückender Einsamkeit oder gelöstes, beschwingtes Dasein. Es sei rasch zu erahnen, ob ein Raum „ein Vogelhaus, ein Treibhaus oder ein Bunker“ sei, so Scheuer. Der Bischof wörtlich: „Räume verleiblichen unsere Seele, spiegeln Grundhaltungen dem Leben gegenüber wider. Räume sind gefüllt bzw. entleert von unseren Beziehungen. Sie drücken die Kultur oder auch die Verwahrlosung unseres Miteinanders aus.“ Dies gelte auch für die Kirche und für Kirchenräume. Wer ein Gotteshaus betrete, nehme wahr, ob Anbetung und Sammlung die Atmosphäre prägten oder ob die Kirche ein Museum sei, in dem der „Mief der Vergangenheit“ überwiege. Die Atmosphäre einer Kirche sei „geladen von Lebensfreude, Zuversicht, Trost, Gebet oder auch von Geschäftigkeit, Geld, Formalität, von Moder, Ruß und Feuchtigkeit“, betonte der Diözesanbischof.

Städte und Dörfer des Landes seien durch die Kirchen geprägt. In der Architektur einer Stadt werde deutlich, „wem die Dome der Wellness, die Tempel des Geldes und der Gourmets, die Kathedralen des Nahverkehrs, die Gotteshäuser des Konsums, die Kultorte der Kunst und Kultur geweiht sind“. Es zeige sich klar, wer die „Hohenpriester“ seien, wer bestimme, was wichtig sei, wer festlege, wie Beziehungen zu sein hätten, so Scheuer. Kirchenbauten und deren Schönheit seien wichtig, Kunst und Schönheit stelle keinen Verrat an den Armen dar, denn : „Unsere Kirchen sind Herberge für Flüchtende, Obdach für die Seele, Schonräume, Freiräume und Räume des Aufatmens.“

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

Abschließend formulierte Superintendent Gerold Lehner von der Evangelischen Kirche A. B. einen Wunsch für die Nacht. Es sei jedes Jahr wieder faszinierend, wie sich im Frühling Knospen bildeten. „Sie sind ganz bei sich, konzentriert auf das Wachstum. Und dann ist zu erleben, wie sie sie sich öffnen, um neu zu empfangen, wie Leben immer wieder neu Leben stärkt. Dass auch Sie in dieser Nacht ganz bei sich sind und dann offen werden, aufgehen, das Erlebte in sich hineinströmen lassen – das wünschen wir Ihnen von Herzen“, so Lehner herzlich.

 

Bischof Manfred Scheuer
Durchschreiten des Tors

© Diözese Linz / Kraml

 

 

Eine Nacht, die sportlich ist: Fußball (Linz, Schwertberg, Wels)

 

Eine Lange Nacht der Kirchen ohne Fußball – und das zum Auftakt der EURO? Geht gar nicht, dachte sich das Team der JugendKircheLinz in der Stadtpfarrkirche Urfahr. Und verwandelte das Maindeck des Ars Electronica Center kurzerhand in eine Fußballarena für Menschen-Wuzzler-Turniere. Bei einem Podiumsgespräch diskutierten u. a. Bischofsvikar und Fußball-Fan Willi Vieböck und LASK-Legende Helmut Köglberger über die Ähnlichkeiten zwischen Fußball und Kirche. Und natürlich konnte auch das Eröffnungsspiel der Fußball-EM mitverfolgt werden.

 

Menschen-Wuzler auf dem AEC-Platz Linz
Menschen-Wuzler auf dem AEC-Platz Linz
V. l: Die beiden Ex-Nationalteamspielerinnen Denise Pesendorfer und Kathi Strauchs, Moderator Klemens Hager, Bischofsvikar Willi Vieböck und LASK-Legende Helmut Köglberger.
Menschen-Wuzzler JugendKirche
Lange Nacht der Kirchen JugendKirche
Menschen-Wuzzler auf dem AEC-Platz

© Diözese Linz / Kraml, Diözese Linz / Haijes, JugendKirche Linz

 

Das runde Leder stand auch in anderen Orten im Mittelpunkt. So veranstaltete etwa die Pfarre Schwertberg unter dem Motto „Jesus vor, noch ein Tor“ ein Fußballturnier für Jugendliche – anschließendes Public Viewing inklusive. 7 Mannschaften aus den Dekanaten Steyr und Perg sowie eine Mannschaft aus Niederösterreich versuchten in einem fairen Spielkampf, den Wanderpokal mit nach Hause zu nehmen bzw. sich diesen wieder zurückzuholen. Auf zwei Spielfeldern wurde um den Wanderpokal gekämpft, wobei im Finale bereits feststand, dass der Wanderpokal auch dieses Jahr in Schwertberg bleiben wird. Die Titelverteidiger – die ehemaligen Firmlinge aus Schwertberg mit Pfarrer Leonard – spielten gegen die Firmlinge Schwertberg 2016, wobei es bis zum Schluss spannend blieb. Die Titelverteidiger, die bereits 1:0 zurücklagen, erzielten in der letzten Spielminute noch ein Tor, sodass es zum Elfmeterschießen kam. Die Spannung am Fußballfeld war förmlich spürbar. Erst in der 7. Elfmeterrunde kürten sich die „Firmlinge Schwertberg 2016“ zum Sieger des diesjährigen Firm- und Jugendfußballturniers. Der Reinerlös geht an ein Sozialprojekt von Pfarradministrator Leonard Chinedu Ozougwu (Schwertberg) in Nigeria.

 

Jugendfußballturnier Schwertberg
Jugendfußballturnier Schwertberg
Jugendfußballturnier Schwertberg
Jubel bei den Firmlingen von Schwertberg
Die Schiedsrichter mit Pfarrer Leonhard (ganz rechts).
Die Sieger
Die Titelverteidiger
 

© Sabine Stecher

 

In Wels-St. Stephan wurde „Fußball ohne Grenzen“ gespielt – in Teams aus Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen. Flüchtlinge aus aller Welt und ihre Betreuer spielten unter dem Motto: Zukunft, Hoffnung, Liebe, Friede. Auch hier durfte das anschließende Public Viewing nicht fehlen.

 

"Fußball ohne Grenzen" in Wels-St. Stephan
"Fußball ohne Grenzen" in Wels-St. Stephan

© Reinhold Wöginger

 

Eine Nacht, die Leib und Seele stärkt: Klostermarkt auf dem Linzer Domplatz

 

Die Lange Nacht der Kirchen ist ohne ihn fast nicht denkbar: Der Klostermarkt auf dem Linzer Domplatz lädt heuer zum 7. Mal zu Stärkung und Begegnung ein. Viele BesucherInnen nutzten schon am Freitagnachmittag die Gelegenheit zum Gustieren, Kosten und Kaufen. Auch am Abend war der Markt eine Begegnungszone, wo Kloster-Köstlichkeiten genossen und angeregte Gespräche geführt wurden.

 

Klöster und Ordensgemeinschaften aus Österreich und Bayern präsentieren hier ihre Produkte. Bio-Backwaren sind genauso zu finden wie Bier, Liköre, Schmuck, Salben und Kunsthandwerk. Eine perfekte Einstimmung auf die Lange Nacht der Kirchen und eine gute Möglichkeit, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Und wer am Abend keine Zeit hatte, beim Klostermarkt vorbeizuschauen, hat auch am Samstag noch Gelegenheit dazu.

7. Linzer Klostermarkt 10. / 11. Juni 2016
Fr., 14.00 – 23.00 Uhr
Sa. 10.00 – 18.00 Uhr

 

Liköre und Edelbrände vom Stift Seitenstetten.
Klostermarkt am Linzer Domplatz
Rosen zum Anbeißen.
Schaumrollen und Naturkosmetik am Stand der Marienschwestern.
Großes Besucherinteresse bereits am Nachmittag.
Käsespezialitäten aus dem Kloster Schlierbach.
Der Klostermarkt am Domplatz bei Nacht.
Klostermarkt auf dem Domplatz
Klostermarkt auf dem Domplatz

©  Diözese Linz/Appenzeller, Diözese Linz / Haijes

 

 

Eine Nacht, die „aufbaut“: Kinder als kleine Steinmetze (Linz)

 

Der Linzer Mariendom – ein beeindruckendes Bauwerk, das ständig restauriert und konserviert werden will. Die Dombauhütte in der Linzer Hafnerstraße ist die einzige öffentlich begehbare Dombauhütte Europas. Hier hatten Kinder die Möglichkeit, für einen Abend Steinmetz oder Restaurator zu sein. Sie durften wie die Profis den Original-Sandstein des Domes bearbeiten, Granitblöcke mit traditionellen Federkeilen spalten oder Gipsabdrücke von Zierwerk anfertigen. Schnell wurde deutlich, wie viele Handgriffe nötig sind, um einen Dom zu bauen und zu erhalten.

 

© Diözese Linz/Appenzeller

 

 

Eine Nacht, die belebt: Wenn Bücher zum Leben erwachen (Linz)

 

Eine Universitätsbibliothek – ein Ort der Langeweile? Weit gefehlt! An der Bibliothek der Katholischen Privat-Universität Linz erwachten in der Nacht Persönlichkeiten aus alten Büchern zum Leben. Bibliotheksdirektor Ingo Glückler und Theologe Stefan Dorninger nahmen die BesucherInnen in szenischen Darstellungen mit auf eine spannende Reise in die Entstehungszeit des „Nibelungenlieds“. Der Name der Linzer Nibelungenbrücke verweist ja auf den Mythos des Nibelungenwegs, auf dem die germanischen Sagenfiguren Kriemhild und ihre Brüder auf dem Weg zum Hunnenkönig Etzel auch in die Gegend des heutigen Linz gekommen sein sollen. Ein Stück lebendige Geschichte!

 

Wenn Bücher zum Leben erwachen. Bibliothek der KU.
Wenn Bücher zum Leben erwachen. Bibliothek der KU.

© Diözese Linz/Appenzeller

 

 

Eine Nacht, die bewegt: Tanzend das Leben spüren (Linz)

 

Dass der Garten der Marienschwestern nicht nur eine grüne Oase mitten in Linz ist, sondern auch eine wunderbare Outdoor-Tanzfläche, zeigte sich bei der Langen Nacht der Kirchen. Sage und schreibe 80 FreundInnen von Kreistänzen tanzten inmitten von Bäumen und Blumen mit Schwester Huberta Rohrmoser zu Musikstücken aus aller Welt – von beschwingt bis meditativ. Das Motto von Schwester Huberta lautet: „Wer singt, betet doppelt, wer die Orgel schlägt, betet dreifach – und wer tanzt, betet fünffach!“

 

Meditativer Tanz im Garten der Marienschwestern © Marienschwestern

Auch im Bildungs- und Begegnungszentrum Haus der Frau wurde im wunderschönen Garten zu Musik aus verschiedenen Kulturen getanzt. Tanzpädagogin Claudia Pfeiffer lud Tanzfreudige zu „Balanced Moving“ ein. Es war eine Freude, mit welcher Begeisterung Menschen die Musik in sich hineinließen und in Bewegung umsetzten. „O Mensch, lerne tanzen, dann wissen die Engel im Himmel etwas mit dir anzufangen“ – dieser Satz wird Augustinus zugeschrieben. Viele chassidische Geschichten erzählen auch von der Bedeutung des Tanzens in den Religionen und für den Glauben.

 

 

Tanzen im Garten des Haus der Frau. © Violetta Wakolbinger

 

 

Eine Nacht, die singt und klingt: von mystisch bis mitreißend (Linz)

 

Subtile Mehrklanglichkeit erwartete die BesucherInnen der Rudigierhalle im Linzer Mariendom. Peter Androsch (Gitarre, Melodika). Didi Bruckmayr (Stimme) und Bernd Preinfalk (Kontrabass) schufen einen ganz besonderen Raumklang und entführten auch ins Universum der Obertöne. Mystisch!

 

Dr. Didi Bruckmayr (Stimme).
Besondere Stimmung in der Rudigierhalle.
Die ZuhörerInnen lauschen dem meditativen Klängen in der Rudigierhalle.
Bernd Preinfalk (Kontrabass).
Dr. Didi Bruckmayr (Stimme).
© Diözese Linz/Appenzeller


Einheit in der Vielfalt: Das ist das Markenzeichen der „Chor-i-feen“, eines über 50 Stimmen starken Chores aus Rohrbach. Im Alten Dom (Ignatiuskirche) und in der Minoritenkirche begeisterten Gesamtchor und Ensemble unter Chorleiterin Maria Grünbacher mit einem anspruchsvollen Repertoire zum Thema „Da sprach Gott: Licht entstehe – und das Licht strahlte auf“. Stücke von zeitgenössischer Komponisten wie Lauridsen und Gjeilo erklangen ebenso Josef Rheinbergers „Abendlied“. Und natürlich durften auch Gospels nicht fehlen. Raffaela Niederleitner (Flöte), Andreas Krenn (Oud) und Sepp Kiesenhofer (Gitarre) bereicherten den musikalischen Hörgenuss mit orientalisch-jazzigen Klängen. Hörenswert!

 

Chor-i-Feen
Chor-i-Feen

© Diözese Linz/Kraml

 

Afrikanische Klänge und Rhythmen erfüllten die evangelische Martin-Luther-Kirche. Die „African Singers & Drummers“ vermittelten den BesucherInnen einen lebendigen Eindruck davon, wie evangelisch-methodistisch gefeiert wird. Mitreißend!

„African Singers & Drummers“ in der evangelischen Martin Luther Kirche.
„African Singers & Drummers“ in der evangelischen Martin Luther Kirche.
„African Singers & Drummers“ in der evangelischen Martin Luther Kirche.
Martin Luther Kirche in Linz.

© Diözese Linz/Appenzeller

 

Stimmgewaltig präsentierten sich in der Pfarrkirche Christkönig (Friedenskirche) in Urfahr die etwa 100 SängerInnen des Upper Austrian Gospel Choir, dessen Mitglieder aus ganz Oberösterreich kommen. Mit kleiner, aber feiner Besetzung musizierte das Vokalensemble b.choired. Großchor und Ensemble sangen unter der Leitung von Hans Baumgartner unter dem Motto „Together we will rise“ – ein erhebendes Musikerlebnis!

 

Upper Austrian Gospel Choir
Upper Austrian Gospel Choi

© Diözese Linz / Kraml

 

In Linz endete die Lange Nacht der Kirchen mit einem Chorgebet zur Mitternacht. Texte, Psalmen, Gregorianik, Vokalmusik, Stille und unzählige Kerzen verliehen dem Mariendom eine mystische Atmosphäre. Es sangen eine Choralschola unter der Leitung von Christoph Niemand und Josef Habringer sowie der Chor Collegium Vocale Linz unter der Leitung von Josef Habringer.

 

Chorgebet zur Mitternacht, Linzer Mariendom
Chorgebet zur Mitternacht, Linzer Mariendom
Chorgebet zur Mitternacht, Linzer Mariendom
Chorgebet zur Mitternacht, Linzer Mariendom

© Diözese Linz / Haijes

 

Eine Nacht, die Brücken schlägt: Fremdes kennenlernen (Linz)

 

Liebe geht durch den Magen – und Kochen verbindet: Das erlebten BesucherInnen der Langen Nacht der Kirchen im Haus der Frau. Vier Flüchtlinge gaben bei einer Fotoausstellung (Fotograf: Nejad Seyed Mojtaba Mousavi) Einblick in ihr neues Leben in Oberösterreich. Beim gemeinsamen Kochen syrischer Speisen wurde erfahrbar, dass durch Begegnung mit konkreten Menschen Beziehung und Verbundenheit entsteht – über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.

Syrisch kochen im Haus der Frau.
Syrisch kochen im Haus der Frau.
Syrisch kochen im Haus der Frau.
Syrisch kochen im Haus der Frau.

© Violetta Wakolbinger

Was es heißt, aus der Heimat zu flüchten, hat der in Bulgarien geborene Schriftsteller Dimitré Dinev am eigenen Leib erfahren. Er floh mit 22 Jahren aus der hoffnungslosen Situation in seiner Heimat nach Österreich, wo er ein typisches Flüchtlingsschicksal durchlebte: Flüchtlingslager Traiskirchen, diverse Gelegenheitsjobs in Wien. Dann studierte er Philosophie und russische Philologie in Wien. Inzwischen lebt Dinev seit 20 Jahren hier. In der Kirche der Barmherzigen Brüder las der Schriftsteller zum Thema Barmherzigkeit, die er als „oppositionelle Kraft schlechthin“ bezeichnet, aus seinem gleichnamigen Buch. Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Dimitré Dinev, Bischof Manfred Scheuer und Caritas-OÖ-Direktor Franz Kehrer über Barmherzigkeit und Solidarität im Zusammenhang mit Flucht und Asyl.

Eine ganz besondere Lesung erlebten BesucherInnen des Vinzenz-Stüberls. RedakteurInnen der Straßenzeitung „Kupfermuckn“ lasen aus ihren Texten und gaben berührende Einblicke in ihr Leben, ihre Sehnsüchte, Träume und Wünsche. Gefühlvoll untermalt wurde die Lesung von Pfarrer Franz Zeiger (Pfarre Linz-St. Peter), der u. a. für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt ist.

 

Kupfermucken-RedakteurInnen lasen Texte aus ihrem Leben im Vinzenzstüberl.
Kupfermucken-RedakteurInnen lasen Texte aus ihrem Leben im Vinzenzstüberl.
Kupfermucken-RedakteurInnen lasen Texte aus ihrem Leben im Vinzenzstüberl.

© Diözese Linz/Appenzeller

Hilfe auf Rädern bietet das „Help-Mobil“ Menschen, die auf der Straße leben. Dieses gemeinsame Angebot von Caritas für Menschen in Not, Arbeitersamariterbund OÖ, Kongregation der Barmherzigen Schwestern Linz, Lazarus-Orden Hilfsdienst Oberösterreich und Rotes Kreuz Linz sorgt für das zum Weiterleben Notwendige: Verletzungen werden erstversorgt, Medikamente ausgegeben, Beratung angeboten, Schlafsäcke, Unterwäsche und Babynahrung mitgegeben und Tee oder Kekse als Stärkung gereicht. Beim Vinzenz-Stüberl konnten Interessierte dieses Angebot genauer kennenlernen und mit Betroffenen ins Gespräch kommen.

 

 

Eine Nacht, die berührt: Texte und Bilder von Gefangenen (Linz)

 

In der Krypta der Karmeliten erwartete die BesucherInnen eine ganz besondere Ausstellung. Im Rahmen des kunsttherapeutischen Projekts „Kunst im Gefängnis: Wenn Bilder sprechen könnten“ der Gefangenenseelsorge haben Inhaftierte die Möglichkeit, sich malerisch oder auch lyrisch auszudrücken. Die präsentierten „Seelenräume“ in Bild und Text, untermalt von Musik von P. Werner Hebeisen, berührten und regten zum Nachdenken an.

 

Austellung „Kunst im Gefängnis: Wenn Bilder sprechen könnten“
Lesung und Musik zu „Kunst im Gefängnis: Wenn Bilder sprechen könnten“
Lesung und Musik zu „Kunst im Gefängnis: Wenn Bilder sprechen könnten“
Lesung und Musik zu „Kunst im Gefängnis: Wenn Bilder sprechen könnten“

© Diözese Linz/Appenzeller

 

 

Eine Nacht, die himmelt und erdet: Die Lebenden bei den Toten (Linz, Ried)

 

„Erinnern und Loslassen“ lautete das Motto der Langen Nacht der Kirchen auf dem Linzer St.-Barbara-Friedhof. Auf einem mit hunderten Kerzen erhellten Weg durch den dunklen Friedhof begegneten den BesucherInnen verschiedene Impulse, die die Katholische Jugend OÖ gestaltet hatte. Beim Abschluss in der Verabschiedungshalle des Friedhofs bot eine neu gestaltete, reich bebilderte Ausstellung zum Thema „Der Tod in den Religionen der Welt“ Einblicke in die Vielfalt des Umgangs mit Sterben, Bestattung und Abschied. So war beispielsweise zu erfahren, dass das Sterben für Roma und Sinti endgültige Sesshaftigkeit bedeutet: Eine Tote, ein Toter ist heimgekehrt, angekommen bei Gott. War eine verstorbene Muslima, ein verstorbener Muslim auf der Wallfahrt nach Mekka, so ist das Wallfahrtsgewand auch das Totenhemd. Orthodoxe ChristInnen geben der/dem Verstorbenen ein Gebet auf Papier in die rechte Hand, welches vorher beim Leichenzug vom Wohnhaus zur Kirche von der Trauergemeinde gebetet wurde. Konzipiert und gestaltet haben die Ausstellung Andrea Mayer-Edoloeyi und Andrea Schlögl. Nach der Langen Nacht der Kirchen kann sie beim St.-Barbara-Friedhof ausgeliehen werden.

Auch der Barbararaum, neu gestaltet von der Künstlerin Margit Hartnagl, war an diesem Abend erstmals zugänglich. 

 

Lange Nacht der Kirchen auf dem St.-Barbara-Friedhof
St.-Barbara-Friedhof in Kerzenlicht getaucht
Ausstellung in der Verabschiedungshalle
Ausstellung in der Verabschiedungshalle
Ausstellung in der Verabschiedungshalle
Ausstellung in der Verabschiedungshalle
Barbararaum

© Nik Fleischmann, Andrea Schlögl, Andrea Mayer-Edoloeyi


Der Stadtfriedhof Ried war ein ganz besonderer Schauplatz der Langen Nacht der Kirchen. Viele verschiedene Angebote nahmen das Leben und sein irdisches Ende auf ungewohnte Weise in den Blick. So konnten sich BesucherInnen vom Feuerwehrkran aus die Gräber aus luftiger Höhe anschauen – gleichsam als Vorgeschmack auf die „himmlische Perspektive“. Ein historischer Trauerzug führte zu markanten Orten der Friedhofsanlage und entführte auf eine Zeitreise durch die Friedhofsanlage. Ein Lichter-Labyrinth tauchte den nächtlichen Friedhof in ein besonderes Licht und lud zum Stillwerden und Innehalten ein.

 

 

Historischer Trauerzug auf dem Rieder Friedhof
Friedhof Ried von oben
Lichterlabyrinth auf dem Friedhof in Ried
Lichterlabyrinth auf dem Friedhof in Ried
Friedhof Ried von oben

Diözese Linz / Haijes

 

 

Eine Nacht, die Kindern Spaß macht: Musikalisches von und für Kids (St. Thomas bei Waizenkirchen, Schärding)

 

Dass ausgediente Orgelpfeifen weiterhin als Musikinstrumente dienen können, bewies ein Programmpunkt für Kinder in der Pfarre St. Thomas bei Waizenkirchen. Orgelpfeifen, die in der Turmstube gelagert worden waren, wurden „ausgegraben“ und von den kleinen MusikerInnen mit viel Freude reaktiviert. Die Töne, die sie ihnen entlockten, konnten sich hören lassen!

 

Kinder spielen auf Orgelpfeifen
Kinder spielen auf Orgelpfeifen

Diözese Linz / Haijes

Eine Abordnung des Kinderchors „Kikeriki“ aus Schärding verzauberte in der Stadtpfarrkirche Schärding das Publikum. So bunt wie die kleinen SängerInnen war auch das Liedprogramm, das zum Besten gegeben wurde. Aber: Von Krähen konnte keine Rede sein!

 

Kinderchor Kikeriki
Kinderchor Kikeriki

© Diözese Linz / Haijes

 

www.dioezese-linz.at/langenachtderkirchen

www.langenachtderkirchen.at/linz

 

 

Lange Nacht der Kirchen in ganz Österreich

 

Mehr als 800 christliche Kirchen, Klöster und Pfarrzentren in ganz Österreich öffneten am 10. Juni 2016 zur ökumenischen Langen Nacht der Kirchen ihre Pforten. Vom frühen Abend bis in die späten Nachtstunden standen zwischen Bodensee und Neusiedlersee insgesamt etwa 3.000 Veranstaltungen für Erwachsene, Familien und Kinder auf dem Programm, darunter Konzerte, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Workshops, Lesungen, Tanz, Kabarett und viele unterschiedliche spirituelle Angebote. In etlichen Gotteshäusern waren sonst öffentlich nicht zugängliche Orte wie Kirchtürme, Krypten oder Sakristeien für die BesucherInnen geöffnet. Heuer nutzten über 330.000 BesucherInnen das vielfältige Angebot der Langen Nacht der Kirchen.

 

 

Ökumenische Vesper in Wels-St. Stephan. ©laumat.at / Matthias Lauber

 

 

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

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