Thursday 17. October 2019

Bayerisch-österreichisches SeelsorgerInnen-Treffen in Reichersberg

Bereits zum 48. Mal kamen SeelsorgerInnen aus den Diözesen Linz und Passau im Stift Reichersberg zum nachbarschaftlichen Austausch zusammen. Erstmals mit dabei war auch Diözesanbischof Manfred Scheuer. Wertvolle Impulse kamen vom Pastoraltheologen Paul Zulehner.

Etwa 75 Frauen und Männer im Seelsorgsdienst aus den Diözesen Passau und Linz konnte Administrator Gerhard Eichinger am Nachmittag des 27. April 2016 im Stift Reichersberg begrüßen. Unter den Gästen waren auch der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer, aus der Nachbardiözese Passau Dompropst Dr. Michael Bär und der Pastoraltheologe DDr. Paul Michael Zulehner, der zum Thema „Auslaufmodell: Wohin steuert Franziskus die Kirche?“ referierte.

 

 

„Auslaufmodell“ im positiven Sinn

 

Der bekannte Wiener Pastoraltheologe und Religionssoziologe begann mit einer völlig unkonventionellen Auslegung des Wortes „Auslaufmodell“, wie er es einem bekennenden Atheisten gegenüber einmal formuliert hatte: „Ja, wir sind ein Auslaufmodell: Jetzt lag die Kirche seit dem Konzil einige Jahrzehnte am Trockendock, und jetzt laufen wir aus, stechen in See!“

 

Dies führte ihn dann unmittelbar zu Papst Franziskus, der seit drei Jahren an der Spitze der Kirche steht und viele ganz neue Sichtweisen und Akzente gesetzt hat. Zulehners Ausführungen kreisten dabei, unterstützt von vielen Karikaturen, um drei Schwerpunkte, die Papst Franziskus in seinem Wirken setze: persönlicher Lebensstil, politische Einmischung und innerkirchliche Reformen.

 

In Bezug auf die politische Einmischung kam Zulehner vor allem auf das Thema der Flüchtlinge und Asylsuchenden zu sprechen, das ja Papst Franziskus – in seinen Reden, aber auch durch seine Reisen (Lampedusa, Lesbos) immer wieder in den Mittelpunkt stellt und sich nicht scheut, auf diese Schande hinzuweisen; berührend waren dabei besonders die Berichte von Begegnungen mit konkreten Menschen auf der Flucht – beispielsweise mit einem 13-jährigen Mädchen aus Afghanistan, dem er in Stams in Tirol begegnete und das ihm erklärte, es sei so dankbar, jetzt zum ersten Mal eine Schule besuchen zu können. Thema waren auch die vielen Ängste der Menschen im Zusammenhang mit Flüchtlingen, die Zulehner als „Hoffnungsflüchtlinge“ bezeichnete: Es käme darauf an, dass ChristInnen versuchten, diese ängstlichen Menschen aus ihrem Angst-Eck „herauszulieben“. Gelänge dies jedem nur bei einem einzigen Menschen, so wäre schon sehr viel erreicht.

 

Zum Thema „innerkirchliche Reformen“ des Papstes kam Zulehner vor allem auf „Amoris laetitia“ zu sprechen, in dem ein ganz neuer, seelsorglicher Ansatz erkennbar sei: nicht mehr vom Gesetz zu den Menschen, sondern von der Kirche als „Feldlazarett“, die versuche, dem einzelnen Menschen gerecht zu werden und ihm zu helfen, zu einer vor dem Gewissen verantwortbaren Entscheidung zu kommen.

 

Referent DDr. Paul M. Zulehner. © Putzinger / Stift Reichersberg

 

Kirche soll allen Menschen Beheimatung bieten

 

Bei der anschließenden Vesper in der Stiftskirche, der Bischof Manfred Scheuer vorstand, nahm dieser in seiner Predigt Bezug auf den Auftrag Christi an Franz von Assisi, sein Haus wieder aufzubauen, das ganz und gar in Trümmern liegt. Bischof Scheuer stellte den Bezug zur Kirche als Bauwerk Gottes her, das möglichst allen Menschen Obdach und Beheimatung bieten solle und wozu jede/r seinen bzw. ihren ganz eigenen Beitrag leisten könne. Den Auftrag der Kirche zu erkennen und sich von Gott erneuern zu lassen, sei bleibende Aufgabe, so Scheuer.

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Bischof Dr. Manfred Scheuer. © Putzinger / Stift Reichersberg

 

Bei der anschließenden Jause im Stiftsbräustüberl war noch Gelegenheit zum  gegenseitigen Austausch.

 

H. Johannes Putzinger Can.reg. /  Stift Reichersberg

 

 

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Sr. Bernadette Aichinger OSB

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