Donnerstag 21. September 2017

Forderungen des Pastoralrates zu Flucht und Integration

Vollversammlung des Pastoralrates im Schloss Puchberg

Der Pastoralrat der Diözese Linz hat sich in seiner 7. Vollversammlung am 18. und 19. März 2016 im Schloss Puchberg mit dem Thema Flucht und Integration intensiv befasst und eine Stellungnahme verabschiedet.

In Hinblick auf Ostern hält der Pastoralrat fest: Jesus Christus ist für alle Menschen gestorben und auferstanden. Seine Hinwendung hat sich an alle Menschen gerichtet, ohne Unterscheidung von Herkunft oder Religion. Das Engagement auch für Flüchtlinge gehört zum christlichen Grundauftrag.

 

Wir sehen mit Bischof Dr. Manfred Scheuer Kirche als „Gemeinschaft, die nicht im Stich lässt und wo man nicht im Stich gelassen wird.“

 

Die Mitglieder des Pastoralrates haben durch ihre vielfältigen Tätigkeiten in den Pfarren, Orden und weiteren kirchlichen Einrichtungen in Oberösterreich einen guten Einblick in die konkrete Flüchtlingshilfe vor Ort. Die HelferInnen erleben ihr Engagement als bereichernd und sinnerfüllend. Das engagierte Wirken der vielen Freiwilligen aus kirchlichen und nichtkirchlichen Bereichen ist enorm und wird von großen Teilen der Politik zu wenig beachtet. Die Zusammenarbeit der Pfarren, Gemeinden und NGOs funktioniert besser als in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. In vielen Orten wäre sogar noch wesentlich mehr möglich. Viele HelferInnen fühlen sich jedoch durch bürokratische Hürden behindert.

 

Verbesserungen sind notwendig

 

Die Politik ist gefordert in manchen Bereichen konkrete Verbesserungen zu schaffen.

  • Der Mangel an leistbaren Wohnungen ist schon lange spürbar und wird durch die Flüchtlinge jetzt pointiert sichtbar. Zugang zu leistbarem Wohnen braucht es für alle Menschen in Oberösterreich.

  • Ein rascherer Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt erleichtert die Integration. Zugleich braucht es Anstrengungen um generell der Arbeitslosigkeit insgesamt zu begegnen. Stichwort: „Arbeit teilen“.

  • Die angedachte Kürzung der Mindestsicherung ist ein Sparen am falschen Platz. Denn dadurch wird der Kampf ums tägliche Überleben verschärft und Integration schwieriger. Es wird neue Armut geschaffen und das hat Nachfolgekosten.

  • Fast alle Flüchtlinge kommen aus Kriegsgebieten. Friede und die Verhinderung von Kriegen muss oberstes Ziel bleiben. Waffenexporte aus Österreich sollen daher generell verboten werden.

  • Wir fordern eine respektvolle Sprache, die nicht Angst schürt und Gruppen von Menschen zu Sündenböcken abstempelt.

Politischer und religiöser Extremismus ist abzulehnen. Es geht um einen fairen Dialog der Weltanschauungen und Religionen. Als Pastoralrat werden wir weiterhin einen Beitrag dazu leisten.

 

Wir weisen darauf hin, dass durch die Hilfestellungen für Flüchtlinge in unserem Land die Arbeit der Caritas für die eigene notleidende Bevölkerung in keiner Art und Weise geschmälert wurde. Die Spendenbereitschaft in Oberösterreich ist ungebrochen hoch.

 

Dankbar nimmt der Pastoralrat die Arbeit der rund 12.000 HelferInnen in unserem Land wahr. Darin eingeschlossen auch alle jene, die von Berufswegen mit der Bewältigung der Aufgaben betraut sind.

 

7. Vollversammlung des Pastoralrates der Diözese Linz im Schloss Puchberg.
Bearbeitung der Themen bei der Vollversammlung.
Mag.a Edeltraud Artner-Papelitzky, geschäftsführende Vorsitzende des Pastoralrates im Gespräch mit Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer bei der Vollversammlung.

 

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