Thursday 21. November 2019

Papst zu 1. Weltkrieg: Fehler der Geschichte nicht wiederholen

Papst Franziskus 2014. © Jeffrey Bruno/wikimedia.org/CC BY-SA 2.0

Papst Franziskus hat mit Blick auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren davor gewarnt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. So berichtet die Kathpress am Sonntag.

Vielmehr müsse man aus der Geschichte lernen und stets "den Erfordernissen des Friedens durch einen geduldigen und mutigen Dialog Vorrang geben", sagte er am Sonntag bei seinem Mittagsgebet im Vatikan. Er erinnerte daran, das sein Vorgänger Benedikt XV. (1914-22) diesen Krieg als "sinnloses Gemetzel" bezeichnet hatte. Zugleich forderte er Klugheit und Dialog zur Lösung der aktuellen Konflikte in Nahost, dem Irak und in der Ukraine.

 

Sehr brüchiger Friede

 

Der tragische Erste Weltkrieg, der am morgigen Montag vor 100 Jahren begann, habe Millionen Opfer gefordert und immense Zerstörungen verursacht, sagte der Papst vor mehreren Zehntausend Gläubigen auf dem Petersplatz. Er fügte hinzu, dass dieser Krieg "nach vier langen Jahren in einen sehr brüchigen Frieden" einmündete.

"Nie wieder Krieg, nie wieder Krieg", sagte Franziskus vor mehreren Zehntausend Gläubigen auf dem Petersplatz. "Erinnern wir uns: Mit dem Krieg verliert man alles, und mit dem Frieden verliert man nichts", fügte er hinzu - und wiederholte damit einen Ausruf von Papst Pius XII. vom 24. August 1939, wenige Tage vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Vor allem verwies Franziskus dabei auf die Kinder, die besonders von Kriegen betroffen seien: auf getötete, verwundete und verstümmelte
Kinder, auf Waisen, auf Kinder, die als Spielzeug Kriegsgegenstände benutzten, und die nicht lachen könnten. In jedem Fall raube ein Krieg ihnen "die Hoffnung auf ein würdiges Leben, auf eine Zukunft raubt". Mit Nachdruck appellierte der Papst an alle Konfliktparteien: "Hört auf damit. Ich bitte euch von ganzem Herzen, jetzt ist die Stunde, um damit aufzuhören".

 

Bischöfe: "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts"

 

In Österreich fanden am Sonntag in Pfarren und bei etlichen Kriegerdenkmälern im ganzen Land Besinnungsstunden zum Gedenken an die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien vor 100 Jahren statt. Dabei wurde der Opfer des Weltkriegs gedacht und für den Frieden in der Welt von heute gebetet.

Österreichs Bischöfe hatten bereits bei ihrer jüngsten Vollversammlung vor einigen Wochen an die Ereignisse vor 100 Jahren erinnert. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen die Bischöfe vom Kriegsausbruch vor 100 Jahren als "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts". "In Wahrhaftigkeit und Scham" müsse man die massive Verstrickung in die Ideologie des Krieges auch seitens der Kirchen und Religionsgemeinschaften eingestehen.

Als Wurzeln des Krieges bezeichneten die Bischöfe den zum "Religionsersatz" gewordenen Nationalismus, Hass, Verachtung und Arroganz gegenüber anderen Völkern sowie die Anmaßung absoluter Macht über Leben und Tod. Massive Gerechtigkeitsdefizite und Verstöße gegen die Menschenrechte bedrohten auch heute noch den Frieden. Gefahren seien etwa "die Versuchung der Macht und die Glorifizierung von Gewalt, verbunden mit der subtilen Manipulation möglichst vieler Menschen".

Kathpress, gec

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