Saturday 23. November 2019

Katholische Jungschar setzt auf Gender-Kompetenz

© S. Hofschlaeger / pixelio.de

„Genderkompetenz“ soll Qualitätsmerkmal der pädagogischen Arbeit der Katholischen Jungschar sein. Dieser Anspruch und Beispiele für Konkretisierungen gehen aus dem jüngst veröffentlichen Jungschar-Jahresbericht für das Jahr 2013 hervor.

Einem entsprechenden Beschluss der kirchlichen Kinderorganisation auf Bundesebene über eine "Genderpolicy" sei ein mehrjähriger Reflexions- und Diskussionsprozess vorausgegangen, nunmehr bekennt sich die Katholische Jungschar explizit zu einer „Selbstverpflichtung zu Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit“ und entsprechenden Maßnahmen zu deren Umsetzung.


Drei Zielrichtungen werden im Jahresbericht (der konsequent mit zuletzt vieldiskutierten geschlechtsneutralen Formulierungen aufwartet) genannt: „Jungscharmitarbeiter/innen“ sollen eine Persönlichkeitsbildung mit Ermutigung zu Geschlechtergerechtigkeit bekommen; Jungscharmädchen und -buben sollen in diese Richtung sensibilisiert und zu gleichberechtigtem Umgang miteinander angehalten werden; und es soll auch Bewusstseinsbildung über Projekte der Dreikönigsaktion „im Dienste einer gerechten Welt“ erfolgen.

Die Jungschar strebt – wie sie mitteilt – geschlechterausgewogene Leitungsteams und Projektgruppen an. In den jeweiligen Diözesanleitungen gibt es eigene „Gender-Beauftragte“. Durch die Verwendung einer „geschlechtssensiblen“ inklusiven Sprache möchte die Jungschar „Signalwirkung nach außen“ erzielen.


Besonderes Augenmerk legt die Jungschar auf das Thema Gewalt, das in einem neuen Modul im Rahmen des Lehrgangs Jungschararbeit aufgegriffen wird. Im vergangenen November setzten sich die Teilnehmenden dieser Ausbildung intensiv „mit der Frage nach den gesellschaftlich geprägten Geschlechterverhältnissen und den damit verbundenen Gewaltphänomenen auseinander“, hieß es. Jeglicher Beziehungsgewalt solle in der Jungschararbeit frühzeitig entgegengewirkt werden. Dies könne umso eher gelingen, „wenn Buben wie Mädchen in der vielfältigen Gestaltung ihrer jeweiligen Geschlechterrolle jenseits traditioneller Muster von Männlichkeit und Weiblichkeit gefördert und gestärkt werden“. Angestrebt werden von der Jungschar neue Formen kooperativen Frau- und Mannseins.



Katholische Frauen und Männer für Fairness

 

Auch anderen kirchlichen Organisationen ist Geschlechter-gerechtigkeit ein explizites Anliegen. So tritt die größte österreichische Frauenorganisation, die Katholische Frauenbewegung (kfb), „im Bewusstsein der gleichen Würde von Frauen und Männern“ dafür ein, dass Frauen und Männer „an allen Lebensbereichen gleichberechtigt teilhaben und sie gestalten können“. Dazu ermutige die kfb Frauen, Funktionen in Interessensvertretungen und politischen Organisationen zu übernehmen. Auch am Leben der Kirche wollen kfb-Frauen „gleichberechtigt und partnerschaftlich teilhaben“, wie es auf der Website www.kfb.at heißt.


Die Katholische Männerbewegung (KMB) steht dem nicht nach: Sie setzt sich laut ihrer Website www.kmb.or.at ebenfalls für Geschlechtergerechtigkeit ein – näherhin für ein „selbstbestimmtes, solidarisches Leben“, in dem Erwerbsarbeit, Familienarbeit, gesellschaftliches und politisches Engagement für Männer und Frauen miteinander vereinbar werden. Geschlechtergerechtigkeit unterscheidet sich laut der KMB von expliziter Frauenpolitik dadurch, dass beide Geschlechter „gleichermaßen in die Konzeptgestaltung einbezogen“ werden sollen.


Auch die „Katholische Arbeitnehmer/innen-Bewegung“ (KAB) und der „Katholische Akademiker/innenverband“ signalisieren schon allein durch ihre geänderte Namensgebung einen Bewusstseinswandel weg vom „Mitgemeint-sein“.

rme/gpu / Kathpress

Zum Jahresbericht 2013 der Katholischen Jungschar

 



Equality-Leitbild der Diözese Linz


Seit dem Jahr 2000 bemüht sich die Diözese Linz als Arbeitgeberin um die Förderung von Gleichstellung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu wurden Maßnahmen entwickelt, um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu fördern, um den Anteil von Frauen in Leitungsfunktionen zu erhöhen und das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen.


Mit 1.01.2003 trat das Equality-Leitbild der Diözese Linz als Selbstverpflichtung der diözesanen Ämter und Einrichtungen in Kraft. 10 Jahre danach bekräftigte die Diözesanleitung bei einem Festakt am 15.01.2013 im Linzer Bischofshof die Unterstützung dieser Bemühungen um die Gleichstellung von Frauen und Männern.


Informationen zur Gleichstellung auf der Website der Frauenkommission der Diözese Linz


Equality-Leitbild zum Download

 

 

10 Jahre Equality-Leitbild der Diözese Linz © Diözese Linz

Die Diözesanleitung mit Bischof Ludwig Schwarz beim Festakt am 15. Jänner 2013. © Diözese Linz

 

 

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