Zuhören, mitmachen, offen sein...

Philine Voithofer. Schon seit ihrer Kindheit in Linz begleiten sie die Klänge von Jazz einerseits und von Johann Sebastian Bach andererseits. Bach avancierte damals schnell zu ihrem Lieblingskomponisten – und er blieb es bis heute. So wuchs Voithofer also recht schnell in die Kirchenmusik hinein: Zunächst musizierte sie als Pianistin, Cembalistin, Geigerin und Chorsängerin, bevor sie schließlich "ihr" Instrument, die Orgel, entdeckte. Ein Studium in Orgel, Chorleitung, Gesang und Schulmusik an der Universität Mozarteum in Salzburg folgte. Und in der Salzburger Pfarre St. Paul übte sie auch viele Jahre den Dienst als Organistin, Kantorin und Chorleiterin aus. Zurückgekehrt nach Oberösterreich ergänzte sie ihre kirchenmusikalische Ausbildung in Literaturspiel und Orgelimprovisation noch bei Wolfgang Kreuzhuber am Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Linz.
Musikalisches "Familienunternehmen"
Nun lebt die Mutter von drei Kindern in Meggenhofen und bringt ihre Fähigkeiten in die äußerst lebendige Pfarre ein. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Helmut leitet sie den Kirchenchor Meggenhofen. "So können wir Vorbereitung und Probenarbeit – Einsingen, Stimmproben, Instrumentalproben – gut koordinieren", erzählt Voithofer. Rund vierzig Sängerinnen und Sänger zwischen zwanzig und sechzig Jahren zählt der Chor, dessen Mitglieder "stark kirchlich verwurzelt sind und mit viel Zeit und Liebe im Einsatz sind", erklärt die Chorleiterin.
Das musikalische "Familienunternehmen" hat gerade in der Passions- und Osterzeit viel zu tun: Ab Januar wird stets schon für den stimmungsvollen Chorgesang am Gründonnerstag und in der Osternacht oder die Orchestermesse am Ostersonntag geprobt. Ein kleineres Ensemble, deren Mitwirkende auch großteils aus dem Kirchenchor stammen, gestaltet die Karfreitagsliturgie. Und die Voithofers sind bedacht, auch dem "Volksgesang" genügend Raum zu geben. Im Ort gibt es außerdem ein Jugendensemble und einen Kinderchor der Pfarre – beide übernehmen regelmäßig Gottesdienstgestaltungen. "So wachsen immer wieder junge Menschen in die Kirchenmusik hinein", freut sich die Meggenhofener Kirchenmusikerin. Voithofer selbst kümmert sich natürlich nicht nur um die Geschicke der Vokalmusik, sondern ist auch als Organistin im Einsatz. Mit zwei jungen Organistinnen wechselt sie sich an den Sonntagen im Kirchenjahr bei ihren Diensten ab.
Wertschätzung der Kirchenmusik
Angesichts des lebendigen Musiklebens in Meggenhofen blickt Voithofer ihrer Zukunft als Kirchenmusikerin mit Freude entgegen. Besonders glücklich ist sie, dass die Zusammenarbeit mit den Pfarrverantwortlichen sehr wertschätzend verläuft: "Das Musizieren in unserer Kirche ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt, Achtsamkeit im Weitergeben von Traditionellem und Zulassen von Neuem und von der gemeinsamen Liebe zur Musik. So empfinde ich meine Arbeit als Bereicherung und bin dankbar für die wertvolle Zeit der Harmonie und der wunderbaren Klänge."
Nicht nur den Pfarrverantwortlichen, sondern auch den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern war und ist Kirchenmusik ein Anliegen. So darf sich Voithofer freuen, dass sowohl der Chor als auch die Organistinnen geschätzt und unterstützt werden: "Adventsingen und andere Chorkonzerte werden gut besucht. Ein regelmäßiger Chorbericht in unserem Pfarrblatt gibt uns die Möglichkeit, öffentlich Rückschau und Vorschau zu halten, in der alljährlichen Cäcilienfeier geht der Dank der Pfarre und der Gemeinde an Sängerinnen, Sänger, Musikerinnen und Musiker."
Atmosphärische Verbindung von Wort und Musik
Zuletzt bekräftigte Papst Franziskus die Bedeutung von Musik in der Liturgie. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker müssten die Worte Gottes demnach in Gesänge, Klänge und Harmonien übersetzen. Doch was bedeutet einer Kirchenmusikerin Musik als Verkündigung? "Für mich ist Musik Verkündigung", erklärt die Kirchenmusikbegeisterte. "Musik verstärkt die Texte, bringt sie direkt in die Herzen der Menschen, tiefe Botschaften lassen sich erkennen und erfühlen", ist sich Voithofer sicher. Und so ist die Kirchenmusikerin – selbst übrigens auch Mitglied der Kirchenmusikkommission der Diözese Linz – auch immer wieder erstaunt, wenn von der "musikalischen Umrahmung" eines Gottesdienstes gesprochen wird: "Ich selbst erlebe Kirchenmusik, vor allem Chormusik und Gesänge, unmittelbar als Wort Gottes." Diese atmosphärische Verbindung zwischen Wort und Musik spüren viele Menschen – und in Meggenhofen lassen sie das die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Gespräch auch wissen.
Zuhören – mitmachen – offen sein
Voithofer, die es auch als Musikschullehrerin für Orgel, Klavier und Korrepetition an der Landesmusikschule Haag als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachtet, anderen unterschiedliche Musikrichtungen nahezubringen, hat offenbar eine erfolgreiche Methode gefunden, um Menschen für Kirchenmusik zu gewinnen. Der Weg führt über das Zuhören: "Wenn ich jemandem zuhöre, mich für 'seine' Musik interessiere, kommt es oft zu einem wertvollen Austausch. So gelingt es mir auch, 'meine' Musik – Kirchenmusik, Chor- und Orgelmusik – anderen verständlich zu machen: Einladen zuzuhören, mitzusingen, mich selbst in verschiedenen (kirchen-)musikalischen Stilen üben, offen sein für Neues und Altes weitergeben, die Neugier wecken."
Zur Person:
Philine Voithofer, verheiratet und Mutter von drei Kindern, ist Lehrerin für Orgel, Klavier und Korrepetition an der Landesmusikschule Haag. Außerdem ist sie als Sängerin im Kammerchor Singfoniker in f sowie als Kirchenchorleiterin und Organistin in der Pfarre Meggenhofen tätig. Daneben ist sie Mitglied der Kirchenmusikkommission der Diözese Linz.





















