Friday 30. October 2020

Heilige und Selige Oberösterreichs

Ein Überblick über Selige und Heilige, die einen Bezug zu Oberösterreich haben.

Landes- und Bistumspatrone

 

 

Hl. Florian


Der einzige namentlich bekannte Martyrer der Spätantike in Österreich (Opfer der Christenverfolgungen), hingerichtet in Lauriacum am 4. Mai 304.  Der hl. Florian und seine Gefährten wurde mit Reskript der Ritenkongregation vom 21. April 1971 zu Schutzpatronen des Bistums Linz erklärt, womit der hl. Maximilian als Diözesanpatron verdrängt wurde. Seit seinem 1700. Todestag, dem 4. Mai 2004, wird Florian überdies kraft eines Beschlusses der OÖ. Landeregierung vom 17. März 2003 neben dem hl. Leopold als gleichrangiger Landespatron verehrt (nachdem er bis 1971 bereits als 2. Landespatron geführt worden war). 
Gedenktag: 4. Mai

Weiterführende Informationen zum Hl. Florian

 

 

Hl. Severin v. Norikum (gest. 8. Jänner 482 in Favianis)


seit 1935 zweiter Diözesanpatron; eine der bedeutendsten Gestalten unserer Heimat während der Epoche der Völkerwanderung; Aufenthalt in Lorch; Hilfe für die Christen gegen die Alemannen , … 
Gedenktag: 8. Jänner

Weitere  und auführliche Informationen zum Hl. Severin

 

Hl. Maximilian


Maximilian wurde als Patron des Bistums Linz bestimmt, als diese 1783/85 durch Abtrennung von Passau gegründet wurde. Der Heilige bildete damit eine Klammer zum Mutterbistum Passau, das Valentin u. Maximilian als Diözesanpatrone führte. Da Maximilian historisch wenig belegbar war, erwirkte Bischof Johannes Maria Gföllner in Rom 1935 die Erlaubnis, den hl. Severin in den Rang des 2. Diözesanpatrons erheben zu dürfen. Unter Bischof Franz Sal. Zauner wurde 1971 der hl. Maximilian endgültig als Patron verdrängt u. durch Florian ersetzt. Gedenktag: 12. Oktober



Hl. Leopold


Markgraf Leopold III. von Österreich (1075 -1136) wird am 19.10.1663 Landespatron der Länder unter und ober der Enns (mit Patent des Kaisers Leopold I.): Kanonisation 1485 durch Papst Innozenz VIII., eigentlich Patron von Österreich, bleibt gleichrangiger Landespatron von Oberösterreich mit Florian. 
Gedenktag: 15. November

 

 

Heilige aus dem Mittelalter: (Stifter)

 

 

Hl. Wolfgang


(gest. 31. Oktober 994 in Pupping bei Eferding); wurde 972 Bischof von Regensburg,  Aufenthalt im Mondseeland während des Bürgerkriegs in Deutschland (976/77) (Eigenkloster Mondsee), Kirchenbau am Abersee (St.Wolfgang) geht auf ihn zurück; in der Folge wird St. Wolfgang zum wichtigsten Wallfahrtsort (Gleichrangig mit Rom, Aachen, Einsiedeln).  Papst Leo IX. erhob 1052 die Gebeine des Bischofs und bestätigte damit den Kult.  
Gedenktag: 31. Oktober

 


Hl. Altmann


Bischof von Passau (geb. ca. 1015 in Westfalen, gest. am 8. August 1091 in Zeiselmauer):  (floh im Investiturstreit in öst. Teil seiner Diözese, Reformierte Klöster St.Florian (Umwandlung des Kanonikerstiftes in ein Augustiner-Chorherrenstift) und Kremsmünster; Anteil am Kirchenbau und Ausbau der Pfarrseelsorge in Oberösterreich;  viele Weihehandlungen (u.a.1089 Kirche des Stiftes Lambach); Eine größere Verbreitung der Verehrung bewirkte der Linzer Bischof Franz Joseph Rudigier (1852-1994), dem Rom 1884 auf seine Bemühungen hin gestattete, in seiner Diözese Altmann mit einem eigenen Fest als Heiligen zu feiern. Dem Beispiel Linz folgten  die Diözesen St.Pölten (1888) und Passau (1889).  
Gedenktag: 9.August

 

 

Hl. Adalbero

 
Bischof von Würzburg und Stifter des Klosters Lambach  (geb.ca. 1015 in Lambach, aus dem Geschlecht der Grafen von Wels-Lambach , gest. am 6. Oktober 1090 im Stift Lambach).  Bischof von Würzburg 1045-1098; Reform der Klöster mit Hilfe der Benediktiner, wandelte 1056 die väterliche Burg, ein weltpriesterliches Kanonikerstift, in ein Benediktinerstift um; Exil (wegen Investiturstreit) und Tod in Lambach.

 

Er ist der einzige oberösterreichische Heilige, der im Lande sowohl geboren als auch gestorben ist. Die Verehrung erfuhr eine besondere Förderung durch die Druckausgabe der Vita Sancti Adalberonis, des Lambacher Abtes Johannes Bimmel im Jahre 1619. Von Rom war aber der Kult Adalberos noch nicht offiziell anerkannt. Abt Placidus Hieber (1640-1678) und dessen Nachfolger Severin Blaas (1678-1705) bemühten sich vergeblich um die Kanonisation Adalberos. Erst Bischof Franz Joseph Rudigier Rudigier von Linz (1853-1884) gelang es 1883, die Approbation des Kultes durch Papst Leo XIII. zu erreichen.
Gedenktag: 6. Oktober

 

 

Hl. Berthold


erster Abt des Stiftes Garsten, (geb. ca. 1060, gest. 27. Juli 1142 in Garsten); Stift erlangte unter der mehr als 30jährigen Amtszeit großes Ansehen und wurde zu einem Zentrum der Reform.


Der Kult erlebte einen ersten Höhepunkt, als Berthold vom Passauer Bischof Rudiger von Bergheim/Radeck (1233-1250) am 16. Juli 1236 aus bischöflicher Machtvollkommen¬heit heilig gesprochen wurde. In späteren Zeiten fand diese Kanonisation aber keine Anerkennung mehr und die Gesuche des Garstener Abtes Anselm Angerer 1683 und des letzten Abtes von Garsten Maurus Gordon 1782 um die Aufnahme Bertholds in den diözesanen Heiligenkalender führten nicht zum Ziel, weil Rom hierfür keine Zustimmung erteilte.


Die Kultaner¬kennung durch Rom als Heiliger, um die sich Bischof nachhaltig bemühte, scheiterte an der vom Jesuiten P. Franz Hochegger verfassten Eingabe nach Rom, weil er darin Berthold nur als beatus (nicht als sanctus) bezeichnet hatte. 1951 wurde der so genannte Informativprozess bei der Kurie in Linz eröffnet, der die Kultanerkennung durch Rom anstrebte. Am 8.Jänner 1970 hat Rom auf Grund der nachgewiesenen ständigen Verehrung Berthold als Heiligen approbiert. 
Gedenktag: 27.Juli

 

 

Selige der Neuzeit (NS-Martyrer)

Franz Jägerstätter

 

 

Selige mit biografischen Bezügen zu OÖ. (Tod im KZ Mauthausen, bzw. kurzfristiger Aufenthalt in oö. Ordenshäusern)

 

 

Marcel Callo


geb. am 19. April 1921 in Rennes/F, gest. 19. März 1945 im KZ Mauthausen/Gusen II (Unterernährung, Erschöpfung)


Missionarischer Aktivist der KAJ; 1943 Zwangsarbeit in Deutschland, KZ Flossenbürg (Verhaftung wegen KAJ-Aktivitäten), 1944 im KZ Mauthausen, dann Gusen I und Gusen II


4. Oktober 1987: Seligsprechung in Rom


Verehrung in Oberösterreich : 24. Juni 1988: Bild des Martyrers in Gedenkkapelle Mauthausen; Werktagskapelle des Petrinum M. Callo geweiht; 


6. Dezember 1998: Weihe der ersten M. Callo-Kirche in Österreich in Linz-Auwiesen: mit 1. Jänner 2002 wurde die am 1. Oktober 1995 errichtete Seelsorgestelle zur Pfarre Linz-Marcel Callo erhoben. 
Gedenktag:19.April

 

 

P. Józef Cebula OMI 


geb. 1902 (EDz Breslau); am 9. Mai 1941 im Steinbruch Mauthausen erschossen, nachdem man ihn in den „Todesstreifen“ getrieben hatte.


Verhaftung wegen Spendung der Sterbesakramente, 18.April 1941 ins KZ Mauthausen.
am 13. Juni 1999 in Warschau seliggesprochen

Gedenktag: 9. Mai

 

 

P. Jakob Gapp SM 


geb. am 26. Juli 1897 in Wattens (Tirol), Noviziat 1930 in Greisinghof; Präfekt und Religionslehrer am Marianum/Freistadt (1931 und 1938); von angeblichen Konvertierten verraten und an Gestapo ausgeliefert,


1943 in Berlin wegen „fortgesetzter Feindbegünstigung“ zum Tod verurteilt, am 13. August 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet
1996 wurde das Todesurteil aufgehoben, 
am 24. November 1996 Seligsprechung in Rom
Gedenktag 13. August

 


P. Engelmar (Hubert) Unzeitig CMM, („Engel von Dachau“)


geb. 1911 (bei Brünn); kam als Priester des Mariannhillerordens 1940 in das Provinzialat nach Gallneukirchen/Riedegg (Marianhiller-Provinzsitz); 3. Juni 1941 ins KZ-Dachau, infizierte sich bei der Seelsorge der Typhus-Erkrankten, am 2.März 1945 in Dachau verstorben.


26. Juli 1991 Einleitung des bischöflichen Seligsprechungsverfahrens im Bistum Würzburg (noch 1991 von den bayerischen Bischöfen befürwortet). Am 15. März 1997 wurde das Verfahren abgeschlossen und die Dokumente nach Rom überstellt. Seit dem Jahr 2000 zählt die katholische Kirche Pater Engelmar offiziell zu den Märtyrern des 20. Jahrhunderts. Bischof Friedhelm Hofmann hatte im Dezember 2005 Papst Benedikt XVI. die Bitte vorgetragen, nach Abschluss des Verfahrens die baldige Seligsprechung Pater Unzeitigs zu gewähren. In einem Schreiben aus dem römischen Staatssekretariat vom 6. März 2006 wurde mitgeteilt, dass der Heilige Vater das Anliegen des Bischofs zur Kenntnis genommen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet habe. 

2009 unterzeichnete Papst Benedikt XVI. ein Dekret der Heiligsprechungskongregation, das Unzeitig den heroischen Tugendgrad zuerkennt. Am 22. Januar 2016 bestätigte Papst Franziskus das Martyrium, womit die entscheidenden Voraussetzungen für die Seligsprechung erfüllt waren. Der Kardinalpräfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Angelo Amato, nahm am 24. September 2016 im Würzburger Dom die Seligsprechung P. Engelmars vor.

Gedenktag 2. März

 

 

Laufendes Seligsprechungsverfahren


Franz Joseph Rudigier 

 

Bischof von Linz 1852-1884 

7. April 1811: geboren in Partenen/Vorarlberg 
1831 - 1835: Priesterseminar Brixen 
12. April 1835:Priesterweihe in Brixen
1835 - 1836: Benefiziat in Vandans
1836 - 1838: Benefiziat in Bürs 
1838 - 1839: Studium am Höheren Bildungsinstitut für Weltpriester  St. Augustin ("Frintaneum") in Wien
1839 - 1845: Professor für Kirchengeschichte und Kirchenrecht in Brixen
1845 - 1848: Spiritualdirektor im Höheren Bildungsinstitut für Weltpriester St.Augustin in Wien, gleichzeitig Hofkaplan
1848 - 1850: Propst-Pfarrer von Innichen
1850 - 1852: Regens des Priesterseminars in Brixen
23. September 1850: Domherr in Brixen
19. Dezember 1852: kaiserliche Ernennung zum Bischof von Linz 
10. März 1853: päpstliche Bestätigung
5. Juni 1853: Bischofsweihe in Wien
12. Juni 1853: Inthronisation in Linz
29. November 1884: gestorben in Linz 
1895 wurde von Bischof Franz Maria Doppelbauer der Seligsprechungsprozess eingeleitet; am 6. Dezember 1905 sprach sich Papst Pius X. für die Fortführung des Verfahrens aus, seither darf Rudigier „Ehrwürdiger Diener Gottes“ genannt werden. Fortsetzung des Verfahrens 1953 bzw. 1964.  
Neue Impulse unter Bischof Maximilian Aichern.
Im Jahr 2003 „Novissima Positio“ fertig gestellt.

 


Linzer Diözesanarchiv

 

Wir denken an alle Menschen, die im letzten Jahr verstorben sind und die wir vermissen

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Verstorbene Priester und MitarbeiterInnen der Diözese
Ehrenkanonikus Konsistorialrat Alois Maier

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Arnold von Arnoldsweiler – ein stets freundlicher und gut gelaunter Sänger und Musiker, der ein großes Herz für...

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

 

Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

 

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.

 

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

 

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

 

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

 

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

 

(Mt 5,3-11)

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Gräbersegnung am Barbarafriedhof. © Barbarafriedhof BDB KB

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Wann ist ein kirchliches Begräbnis nicht möglich?

Auch wenn ein kirchliches Begräbnis nicht möglich ist, bleibt die Seelsorge an den trauernden Angehörigen eine wichtige Aufgabe der Kirche. 

Urne. © cohdra/morguefile.com

Urnenbestattung und weitere Bestattungsformen

Gedanken zur Feuerbestattung.

Liturgische Feier der Verabschiedung vor einer Einäscherung.

Liturgische Feier der Urnenbeisetzung. 

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