Bischof Scheuer: Gedenken heißt aufmerksam bleiben und Verantwortung leben
„Gedenken fordert uns heraus. Nicht nur zu erinnern – sondern aufmerksam zu bleiben und Verantwortung zu übernehmen." Ein „Gedächtnis der Opfer ohne Hoffnung wird zur Buchhaltung des Todes", sagte der Bischof beim Festakt und gab zu bedenken: „Erinnerung an die Opfer lässt sich nur in der Hoffnung auf Gott durchhalten, der mit den Opfern etwas anfangen kann; ansonsten würde die Solidarität mit den Leidenden, mit den Opfern, an einen willkürlichen Punkt abgebrochen."
Bischof Manfred Scheuer bei der Eröffnung des Mahnmales für den Frieden in Altenberg © Fotoclub Altenberg bei Linz
Der Bischof sprach sich gegen ein anonymes Erinnern aus: „Gedächtnis des Leidens richtet sich primär auf ganz konkrete Menschen mit ihren Gesichtszügen, mit ihren Namen, mit ihrer Biographie, mit ihren Konturen, mit ihrem Sinnentwurf." Erinnerung sei zudem „ein Unternehmen unterscheidender Spurenlese, des Ausschau-Haltens nach dem ausgesetzten Menschen, nach dem leidenden Gott." Es bleibe dabei die ehrfürchtige Ratlosigkeit gegenüber dem Leid und dem Bösen. „Diese Ratlosigkeit ist nicht mit Resignation oder mit der Vergleichgültigung und Verharmlosung aller Bosheiten in der Geschichte zu verwechseln. Es wäre fatal, wenn im Schweigen und in der Ratlosigkeit die Sieger von gestern heute noch einmal triumphieren würden", so Bischof Scheuer.
Umgestaltung des bisherigen Kriegerdenkmals
Aus dem bisherigen Kriegerdenkmal solle mit dem neuen Mahnmal ein neuer Ort des Erinnerns und ein Zeichen für Frieden, Menschlichkeit und Demokratie entstehen, informierte die Marktgemeinde im Vorfeld der Feier. An ihr nahm neben dem Linzer Bischof auch der 2. Nationalratspräsident Peter Haubner (ÖVP) teil.
Aus dem Kriegerdenkmal wurde das zeitgemäße Mahnmal für den Frieden gestaltet. © Fotoclub Altenberg bei Linz
In einem breiten Bürgerbeteiligungsprozess und auf Grundlage eines künstlerischen Wettbewerbs sei ein Ort geschaffen worden, der an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert und zugleich ein Zeichen für eine friedliche und menschliche Zukunft setzt, so die bei Linz gelegene Marktgemeinde bei der Einladung zur Feier. Das Mahnmal wurde nach einem künstlerischen Konzept von Hubert Lobnig und Moritz Matschke gestaltet und „in einem breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens einstimmig beschlossen", hieß es.







