Dekanat Sarleinsbach ins Vorbereitungsjahr gestartet
Der Herbst ist für sechs Dekanate der Beginn eines ganz besonderen Arbeitsjahres: Sie werden als sechste und damit letzte Gruppe die Umsetzung der Pfarrstrukturreform auf dem Zukunftsweg mit dem Vorbereitungsjahr beginnen. Die Dekanate Kallham, Rohrbach, Unterweißenbach, Bad Ischl, St. Johann am Wimberg und Sarleinsbach werden einen zweijährigen Prozess durchlaufen, an dessen Ende die neuen Pfarren als pastorale Räume mit Pfarrteilgemeinden stehen. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen von insgesamt 33 Dekanaten, die diesen Weg schon gegangen sind bzw. ihn gerade beschreiten.
Mit Zuversicht gemeinsam aufbrechen
Das Dekanat Sarleinsbach im Oberen Mühlviertel umfasst die elf Pfarren Julbach, Peilstein, Kollerschlag, Sarleinsbach, Oberkappel, Pfarrkirchen, Putzleinsdorf, Lembach, Rannariedl, Hofkirchen und Niederkappel sowie die beiden Exposituren Neustift und Altenhof. Der Start in den Umstellungsprozess fand am 23. Oktober 2026 im Pfarrheim Kollerschlag statt. Um den Pfarrwerdungsprozess kümmert sich ein Kernteam, das von Heinrich Brandstetter und Johannes Mairinger begleitet wird; inhaltlicher Beauftragter ist Martin Wintereder.
Zum Kernteam, das den Prozess leitet, gehören Dechant Florian Sonnleitner (Pfarrer in Peilstein, Pfarrprovisor in Julbach, Pfarrkirchen und Hofkirchen, Expositus in Altenhof im Mühlkreis), Franz Lindorfer (Pfarrer in Sarleinsbach und Pfarrprovisor in Putzleinsdorf), Christina Traxler (Pastoralassistentin im Dekanat, Schwerpunktpfarre Kollerschlag), Jutta Schönberger (Pfarrsekretärin Sarleinsbach), Eva Leitner (Pfarrgemeinderatsobfrau Niederkappel), Josef Kehrer (Pfarrgemeinderatsobmann Lembach), Sigrid Altendorfer (Mesnerin Lembach), Severin Falkinger (Beauftragter für Jugendpastoral im Dekanat, Projektverantwortlicher), Hildegard Kagerer (Dekanatsleiterin Kath. Frauenbewegung), Hilda Past (Pfarrgemeinderatsobfrau Oberkappel), Wolfgang Thaller (Pfarrgemeindesratsobmann Kollerschlag), Hans Bauer (Pfarrgemeinderatsobmann Peilstein), Herbert Moser (Pfarrgemeinderatsobmann Neustift) und Karl Gabriel (Pfarrgemeinderat Neustift).
Etwa 120 Vertreter:innen aus allen Pfarren und weiteren pastoralen Orten des Dekanats waren gekommen, um sich über den Prozess der Pfarrwerdung zu informieren und erste Schritte zum neuen Miteinander zu setzen. Die gemeinsam gesungenen Lieder brachten das Vertrauen zum Ausdruck, dass der Weg vom Dekanat zur Pfarre vom Segen Gottes begleitet ist.
Dechant Florian Sonnleitner begrüßte die Anwesenden und betonte in seinen Grußworten, dass die Kirche im Oberen Mühlviertel vor tiefgreifenden Veränderungen stehe. Angesichts sinkender Priesterzahlen und veränderter Rahmenbedingungen gelte es, neue Wege zu finden. Gleichzeitig sprach er allen Ehrenamtlichen seinen ausdrücklichen Dank aus: „Ohne euch wäre unser Pfarrleben nicht das, was es heute ist“, würdigte er deren vielfältigen Einsatz in Liturgie, Kinder- und Jugendarbeit, Pfarrcaritas sowie in zahlreichen weiteren Bereichen. Als Grund zur Hoffnung bezeichnete Sonnleitner die vielen Menschen, die auch heute ihre „Freundschaft mit Jesus“ im Gebet, im Gottesdienst und im Alltag lebten. Diese Verbundenheit mit Christus sei das Fundament kirchlichen Lebens. Die Neuordnung der Pfarren verstehe er nicht als Verlust der Eigenständigkeit der einzelnen Pfarrgemeinden, sondern als Chance für die Zukunft. Er hoffe, dass die neue Pfarre langfristig eine Bereicherung für alle sein könne und die Pfarrgemeinden ihre jeweiligen Besonderheiten bewahrten, zugleich aber voneinander lernten und einander unterstützten. Abschließend wünschte Sonnleitner offene Gespräche, gegenseitiges Verständnis und Zuversicht auf dem gemeinsamen Weg, den die Kirche im Vertrauen auf Jesus Christus gehe.
Mit einer neuen Struktur weiterhin nah bei den Menschen
Nach dem spirituellen und inhaltlichen Beginn stellten sich die Mitglieder des Kernteams, die Prozessbegleiter:innen und der inhaltliche Beauftragte vor. Danach gab Christoph Lauermann, Ordinariatskanzler der Diözese Linz und Leiter der Stabsstelle Pfarrstruktur, grundlegende Informationen zur Struktur der zukünftigen Pfarre. Lauermann betonte, zur Organisation kirchlicher Gemeinschaften brauche es seit jeher Strukturen. Diese seien im Lauf der Geschichte stets an die Situation der jeweiligen Zeit angepasst worden. Die Kernfrage sei aber vielmehr: Wozu ist Kirche da? Darauf gab Lauermann eine mögliche Antwort: „Damit mehr Glaube, Hoffnung und Liebe in die Welt kommen – und damit möglichst viele Menschen erfahren, wie gut es Gott mit uns meint.“ Ein wesentlicher Aspekt der Pfarrstrukturreform sei, so Lauermann, dass es auch in Zukunft in Oberösterreich ein flächendeckendes Netz von Pfarren als kirchliche Gemeinschaften geben werde. Dieses Netz werde von Priestern, Diakonen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern, hauptamtlich und ehrenamtlich engagierten Gläubigen gemäß ihren Berufungen, Beauftragungen und Charismen getragen.
Gute Gespräche, lebendige Teilnahme
In Themengruppen diskutierten die Anwesenden die Chancen und Herausforderungen der neuen Struktur. In den Arbeitsgruppen wurde der Wunsch nach einem möglichst breiten und vielfältigen Angebot in der neuen Pfarre deutlich. Positiv hervorgehoben wurden die wertvolle Arbeit des Sozialsprengels Oberes Mühlviertel und der Caritas sowie das große Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher in den Pfarrgemeinden. Gleichzeitig wurden auch Bereiche benannt, in denen weiterer Handlungsbedarf besteht, etwa bei Angeboten zu den Themen Mobbing, Armut, Trauerbegleitung oder der Unterstützung alleinstehender Flüchtlinge. Besonders geschätzt werde zudem die gute Erreichbarkeit der Priester.
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Frage, wie junge Familien und Jugendliche noch besser angesprochen werden können. Dabei wurden unter anderem die Gestaltung der Liturgie, die Sprache sowie die Auswahl der Lieder diskutiert. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die neue Pfarre die Chance bietet, pfarrgemeindeübergreifende Angebote für Jugendliche zu schaffen und vorhandene Kräfte zu bündeln. Wesentlich sei dabei, jungen Menschen Verantwortung zuzutrauen, ihnen Gestaltungsräume zu eröffnen und sie zu ermutigen, ihre Ideen und Talente aktiv einzubringen.
Zum Abschluss der Startveranstaltung sprach Dechant Florian Sonnleitner allen Mitwirkenden und Teilnehmenden seinen Dank aus. Er würdigte die Gestaltung der Feier, die engagierte Mitarbeit in den Arbeitsgruppen sowie die herzliche Gastfreundschaft der Pfarre Kollerschlag, der er ein besonderes „Vergelt’s Gott“ aussprach. Zugleich zog Sonnleitner ein positives Fazit der Veranstaltung: Es sei sehr erfreulich gewesen, dass bereits intensiv inhaltlich gearbeitet worden sei und damit eine gute Basis für die weitere Entwicklung geschaffen worden sei. Besonders positiv hob er hervor, dass das Zusammenwachsen der Pfarrgemeinden bereits begonnen habe und die Neuordnung auf eine hohe Akzeptanz stoße. Die neue Pfarre biete die Chance, Bewährtes und Eigenständiges in den einzelnen Pfarrgemeinden zu erhalten und gleichzeitig neue Angebote zu schaffen. Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Sonnleitner zuversichtlich: „Auch wenn manches vielleicht noch ungewiss ist und Sorgen bereitet, dürfen wir darauf vertrauen, dass wir diesen Weg nicht allein gehen.“ Jesus Christus bleibe die Mitte der Kirche und die Hoffnung, die die Menschen verbinde und trage. Abschließend dankte der Dechant allen Engagierten für ihre Bereitschaft, sich einzubringen, und für ihren täglichen Einsatz in den Pfarren. Er wünsche sich, dass alle den Weg in die neue Pfarre mit Zuversicht und Vertrauen gemeinsam weitergehen.