Dekanate Bad Ischl und St. Johann am Wimberg ins Vorbereitungsjahr gestartet

Der Herbst ist für sechs Dekanate der Beginn eines ganz besonderen Arbeitsjahres: Sie werden als sechste und damit letzte Gruppe die Umsetzung der Pfarrstrukturreform auf dem Zukunftsweg mit dem Vorbereitungsjahr beginnen. Die Dekanate Kallham, Rohrbach, Unterweißenbach, Bad Ischl, St. Johann am Wimberg und Sarleinsbach werden einen zweijährigen Prozess durchlaufen, an dessen Ende die neuen Pfarren als pastorale Räume mit Pfarrteilgemeinden stehen. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen von insgesamt 33 Dekanaten, die diesen Weg schon gegangen sind bzw. ihn gerade beschreiten.
Dekanat Bad Ischl: Mit Zuversicht gemeinsam aufbrechen
Das Dekanat Bad Ischl umfasst die neun Pfarrgemeinden Bad Ischl, Ebensee-Roith, Hallstatt, Bad Goisern, Gosau, Lauffen, Obertraun, Pfandl und St. Wolfgang. Das Dekanatsgebiet reicht vom südlichen Traunsee bis zum Dachstein. Tourismus, Gesundheitswesen, Industrie, Schulen und ein starkes Vereinsleben prägen die Region. Die Kirchen tragen wesentlich zum kulturellen Reichtum und zu lokalen Traditionen bei. Aufgrund der starken evangelischen Präsenz sind Ökumene und Zusammenarbeit besonders wichtig. Frühere Entwicklungsprozesse und die Kulturhauptstadt 2024 haben die Vernetzung gestärkt. Die Pfarrgemeinden verbinden traditionelle Formen wie Wallfahrten mit Offenheit für neue Wege. Ehrenamt, Vereine, Politik und ökumenische Partner bilden eine gute Grundlage für die gemeinsame Pfarre.
Das Dekanat Bad Ischl startete am 9. Oktober 2026 im Pfarrsaal Bad Ischl in den Umstellungsprozess. Um den Pfarrwerdungsprozess kümmert sich ein Kernteam, das von Claudia Hössinger und Tobias Renoldner begleitet wird; inhaltliche Beauftragte ist Maria Eicher.
Zum Kernteam, das den Prozess leitet, gehören Dechant Johann Hammerl (Pfarrer in Bad Goisern, Expositus in Obertraun und Pfarrprovisor in Gosau), Josef Sengschmid (Dekanatsassistent, Projektkoordination), Arcanjo Sitimela (Pfarrprovisor in Bad Ischl und Pfandl), Alois Rockenschaub (Pfarrer in Ebensee, Expositus in Roith und Pfarrprovisor in St. Wolfgang), Ilse Zierler (Seelsorgeteam Bad Ischl), Sarah Orlovsky (Pastoralassistentin in Ebensee/Roith), Eva Maria Eder (Beauftragte für Jugendpastoral), Josef Zauner (Seelsorgeteam Hallstatt), August Lemmerer (Pfarrgemeinderatsobmann in Pfandl), Teresa Kaineder (Dekanatsprojekt Kunst, Kultur, Tourismus), Karin Hödlmoser (Pfarrsekretärin St. Wolfgang) und Dietmar Böhler (Pfarrgemeinderatsobmann in Ebensee-Roith).
Etwa 100 Vertreter:innen aus allen neun Pfarren und weiteren pastoralen Orten des Dekanats waren gekommen, um sich über den Prozess der Pfarrwerdung zu informieren und erste Schritte zum neuen Miteinander zu setzen. Unter den Gästen war auch der evangelische Pfarrer Dankfried Kirsch. Für die musikalische Gestaltung sorgte ein Quartett mit Vertreter:innen aus verschiedenen Pfarren des Dekanats.
Dechant Johann Hammerl begrüßte die Anwesenden und betonte, das Dekanat sei bereits auf einem guten Weg, weil es in fast allen Pfarren Seelsorgeteams gebe. Man könne daher zuversichtlich den Prozess vom Dekanat zur Pfarre beginnen. „Wir sind unterwegs als Getaufte, eingetaucht in den Geist Jesu“, so der Dechant. Auch Dekanatsassistent Josef Sengschmid unterstrich in einem spirituellen Impuls entlang des Lieds „Ich bin getauft“ die gemeinsame Taufberufung, die alle Anwesenden miteinander verbindet. Gerade für die neue Pfarrstruktur sei es ein Gebot der Stunde, sich dieser Taufberufung aller Christ:innen bewusst zu werden, betonte Sengschmid.
Mit einer neuen Struktur weiterhin nah bei den Menschen
Nach dem „Sichtbarmachen“ der vielfältigen Funktionen der Teilnehmenden stellten sich die Mitglieder des Kernteams, die Prozessbegleiter:innen und der inhaltliche Beauftragte vor. Danach gab Christoph Lauermann, Ordinariatskanzler der Diözese Linz und Leiter der Stabsstelle Pfarrstruktur, grundlegende Informationen zur Struktur der zukünftigen Pfarre und beantwortete Fragen der Anwesenden. Lauermann betonte, zur Organisation kirchlicher Gemeinschaften brauche es seit jeher Strukturen. Diese seien im Lauf der Geschichte stets an die Situation der jeweiligen Zeit angepasst worden. Die Kernfrage sei aber vielmehr: Wozu ist Kirche da? Darauf gab Lauermann eine mögliche Antwort: „Damit mehr Glaube, Hoffnung und Liebe in die Welt kommen – und damit möglichst viele Menschen erfahren, wie gut es Gott mit uns meint.“ Ein wesentlicher Aspekt der Pfarrstrukturreform sei, so Lauermann, dass es auch in Zukunft in Oberösterreich ein flächendeckendes Netz von Pfarren als kirchliche Gemeinschaften geben werde. Dieses Netz werde von Priestern, Diakonen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern, hauptamtlich und ehrenamtlich engagierten Gläubigen gemäß ihren Berufungen, Beauftragungen und Charismen getragen.
Gute Gespräche, lebendige Teilnahme
Da in fast allen Pfarren des Dekanats bereits Seelsorgeteams gebildet und beauftragt sind, konnte bei der Startveranstaltung der Schwerpunkt auf Erfahrungen in der neuen Struktur, deren Chancen und Herausforderungen gelegt werden. Dafür stellten sich Pfarrer und Pfarrvorständ:innen der bereits neu gegründeten Pfarre Raum Wels den Fragen der Anwesenden, zuerst im Plenum, danach in Tischrunden.
Die Sammlung von Vorschlägen für den Namen der zukünftigen Pfarre hatte bei der Veranstaltung ebenso Platz wie der Blick auf die derzeitige Situation im Dekanat mit den Fragen: Was gelingt? Was braucht es verstärkt? Worauf ist gut verzichtbar?
Die inhaltliche Beauftragte Maria Eicher betonte anhand des biblischen Beispiels der Brotvermehrung, für die künftige Struktur sei entscheidend, dass viele bereit seien, ihren Beitrag zum Gelingen in der neuen Pfarre zu leisten. Die Lieder „Wer glaubt, ist nicht allein“ und „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ unterstrichen diesen Gedanken.
Am Ende der Veranstaltung erbat Dechant Johann Hammerl den Segen Gottes für den gemeinsamen Weg vom Dekanat zur Pfarre.
Dekanatsassistent Josef Sengschmid freute sich über die gelungene Startveranstaltung und das große Interesse der Teilnehmenden. „Die Grundstimmung war sehr positiv. Das Miteinander, das bereits gepflegt wird, wurde nochmals vertieft. Der Erfahrungsaustausch mit Pfarrer und Pfarrvorständ:innen aus der Pfarre Raum Wels war für mich motivierend und bestärkend.“







