„Red Week": Solidaritätsaktion für verfolgte Christen weltweit
Laut der veranstaltenden Organisation, dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not" (ACN), sind derzeit rund 220 Millionen Christen unmittelbarer Verfolgung ausgesetzt. Im Rahmen dieser „Red Week" ruft das päpstliche Hilfswerk „ Pfarren, Klöster und Organisationen in ganz Österreich dazu auf, sich diesem weltweiten Zeichen anzuschließen. Auch in Österreich werden über 250 Gebäude als Zeichen der Solidarität in Rot getaucht. In Oberösterreich beteiligen sich unter anderem die Pfarren/Pfarrgemeinden Ansfelden, Altschwendt, Schalchen, Freistadt, Friedburg, Linz-St. Theresia, Rechberg, Arbing und Neufelden sowie die Stifte St. Florian, Schlägl, Reichersberg und Lambach an der Aktion.

Auch das Stift St. Florian beteiligt sich wie jedes Jahr an der Aktion. © fotokerschi.at / Werner Kerschbaummayr
„Kein Mensch darf wegen seines Glaubens ausgegrenzt werden, Gewalt erfahren oder um sein Leben fürchten müssen. Glaube braucht Freiheit – und immer Menschen, die für diese Freiheit eintreten", appellierte Tobias Pechmann, Nationaldirektor von „Kirche in Not"-Österreich, zur Teilnahme. In den vergangenen Jahren habe die Zahl der teilnehmenden Kirchen und Einrichtungen zugenommen. Das sei „ein Zeichen dafür, dass die Solidarität mit verfolgten Christen und der Einsatz für Religionsfreiheit wachsen", so „Kirche in Not".
Die Red Week soll aber nicht nur auf Christenverfolgung aufmerksam machen, sondern auch den Betroffenen eine Stimme geben. Deshalb berichten auch heuer Christen aus besonders betroffenen Ländern von ihren Erfahrungen. In Österreich wird der irakische Erzbischof Bashar Warda an mehreren Veranstaltungen teilnehmen, über den Terror des „Islamischen Staats" und über die Hoffnung der Christen im Irak berichten – etwa am 17. November im Rahmen eines Solidaritätszuges durch die Wiener Innenstadt.
ICO-Delegation im Irak: Bildung für Zukunft entscheidend
Erst Ende August/Anfang September hat Warda eine Delegation der „Initiative Christlicher Orient" (ICO) und der Linzer „Pro Oriente"-Sektion unter der Leitung von Bischof Manfred Scheuer im Nordirak empfangen. Er führte sie durch die von ihm 2015 gegründete Katholische Universität von Erbil. Nach einem beschwerlichen Anfang hat die Universität inzwischen 13 Departments und 850 Student:innen. Wie der Erzbischof berichtete, sind knapp zwei Drittel davon Christen. Aufgrund der guten Ausbildung würden die meisten Absolvent:innen auch einen Arbeitsplatz finden.
„Wer in Bildung investiert, investiert in die Zukunft eines Landes", sagte Warda. Wenn die Familien sehen, dass ihre Kinder in der Heimat eine gute Ausbildung erhalten, würden sie es sich auch nochmals überlegen, das Land zu verlassen.
Noch leben rund 8.000 christliche Familien in Erbil, die Hälfte davon Chaldäer, berichtete der Erzbischof. Neben der Universität gibt es auch fünf Schulen, die die chaldäische Erzdiözese betreibt. Die Universität wurde inzwischen von einer diözesanen in eine patriarchale Einrichtung umgewandelt. Soll heißen, dass nun der chaldäische Patriarch, aktuell Paul III. Nona, als Großkanzler der Letztverantwortliche ist. Für die Universität sei das positiv, so Erzbischof Warda, stärke es doch die Reputation der kirchlichen Bildungseinrichtung in einem weitgehend muslimischen Umfeld. Die Universität bzw. die Studentinnen und Studenten werden auch von „Kirche in Not" unterstützt.
Eine Übersicht aller Teilnehmer bietet www.redweek.at Dort können sich Pfarrgemeinden, Klöster und öffentliche Gebäude anmelden und kostenlos Informations- und Werbematerialien bestellen oder herunterladen.







