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Equal Pay Day: Ungleiche Bezahlung beginnt schon bei der Berufswahl

ÖGJ-Vorsitzende Jennifer Huemer fordert, Geschlechterklischees bei der Berufswahl aufbrechen und faire Bezahlung in Frauenberufen

Anlässlich des Equal Pay Day am 5. November macht die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) darauf aufmerksam, dass die Ursachen für den Gender Pay Gap oft bereits lange vor dem ersten Gehaltszettel entstehen: bei der Berufswahl und während der Lehre.

 

„Die Lohnschere beginnt nicht erst im Berufsleben auseinanderzugehen. Wenn junge Frauen überdurchschnittlich oft in schlechter bezahlte Berufe gelenkt werden, werden die Weichen für spätere Einkommensunterschiede schon sehr früh gestellt“, sagt Jennifer Huemer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).

 

Die ÖGJ fordert daher eine moderne Berufsorientierung und Berufsberatung, die frei von Geschlechterstereotypen ist. Mädchen müssen stärker ermutigt werden, sich für technische, handwerkliche oder zukunftsorientierte Berufe zu entscheiden, die oft bessere Einkommens- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

 

„Junge Menschen sollen ihren Beruf nach ihren Interessen und Talenten wählen können und nicht nach veralteten Rollenbildern. Berufsorientierung muss Chancen eröffnen, statt Klischees zu verfestigen“, so Huemer.

 

Frauenberufe endlich fair bezahlen

Gleichzeitig reicht es nicht aus, mehr Frauen in besser bezahlte Branchen zu bringen. Die ÖGJ fordert auch eine gesellschaftliche und finanzielle Aufwertung jener Berufe, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind.

„Es kann nicht sein, dass Berufe schlechter bezahlt werden, weil sie mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden. Arbeit im Pflege-, Sozial-, Bildungs- oder Dienstleistungsbereich ist unverzichtbar und muss endlich entsprechend entlohnt werden“, betont Huemer.

 

Neue Chancen durch lebensbegleitendes Lernen

Die ÖGJ fordert außerdem einen leichteren Zugang zu Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wer sich später für einen anderen Berufsweg entscheidet, muss die Möglichkeit haben, diesen Schritt auch tatsächlich zu gehen.

„Die Berufswahl mit 15 oder 16 Jahren darf nicht über das gesamte Erwerbsleben entscheiden. Lebensbegleitendes Lernen muss für alle leistbar und zugänglich sein. Wer sich beruflich neu orientieren möchte, braucht echte Chancen statt finanzieller Hürden“, fordert Huemer.

 

Gleichstellung braucht politische Maßnahmen

Die Österreichische Gewerkschaftsjugend fordert daher:

  • Lohntransparenz und faire Bezahlung
  • Klischeefreie und geschlechterneutrale Berufsorientierung
  • Ausbau von Bildungs- und Qualifizierungsangeboten

 

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.

 

www.oegb.at

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