Kühle Kirchen für heiße Tage
Wenn die Sonne heiß vom Himmel brennt, tut Abkühlung not. Da helfen nur ein Sprung ins Wasser oder das Aufsuchen von kühlen Oasen. Im städtischen Gebiet öffnen dank Hitzeschutzplänen immer mehr kühle Plätze ihre Tore und sorgen für Erholung. Eine Atempause von der Sommerhitze finden Hitzegeplagte aber auch in Oberösterreichs Kirchen, die dank dicker Mauern oftmals recht moderate Temperaturen bieten.
Cooles Linz – Coole Kirchen
Die Stadt Linz veranstaltet auch heuer wieder unter der Leitung der Stadträtin Eva Schobesberger zur sommerlichen Hitze die Aktion „Coole Orte“: Auf https://cooleslinz.at
können frei zugängliche Badeplätze, Grünräume und andere Orte zum Abkühlen gesucht werden.
Einen Strand hat die Diözese Linz zwar nicht zu bieten, aber zwölf Kirchen in den Pfarren Linz-Mitte und Urfahr-St. Junia öffnen ihre Tore für alle, die unter der Hitze leiden: die Ignatiuskirche (Alter Dom), die Kirche St. Konrad am Froschberg, die Kirche St. Severin, die Kirche Urfahr-St. Leopold, die Martinskirche, die Kirche Hl. Familie, die Kirche Urfahr-St. Josef, die Priesterseminarkirche, die Stadtpfarrkirche, die Ursulinenkirche und die Basilika am Pöstlingberg. Im Mariendom wird sogar die Krypta geöffnet, die sonst nicht öffentlich zugänglich ist. „Der Eintritt ist kostenlos, es gibt keine Zugangsbeschränkungen – ein ruhiger, konsumfreier Ort für alle“, lädt Martina Resch, Leiterin des Innovationsprojektes Kirchenraumpastoral der Pfarre Linz-Mitte, alle ein, an heißen Tagen Abkühlung in den „coolen Kirchen" zu suchen.

Ein kühler Ort: die Ursulinenkirche in Linz, v. l.: Monika Weilguny (Pastoralvorständin Linz-Mitte), StR. Eva Schobesberger, Martina Resch (Leiterin des Innovationsprojektes Kirchenraumpastoral der Pfarre Linz-Mitte), Angelika Stummer (Referentin für City Pastoral und Leiterin der Ursulinenkirche) © StadtLinz / Regina Sturm
Lucia Göbesberger ist die diözesane Umweltbeauftragte und betont den sozialen Aspekt, das rasche, niederschwellige Hilfsangebot: Insbesondere jene Menschen sind in der Hitze doppelt belastet, die in schlecht isolierten Wohnungen ohne Klimaanlagen leben und der Hitze nicht anders entkommen können. „Hitze zermürbt“, fasst sie zusammen. „Die katholische Kirche setzt sich für die ökologische Wende ein, damit Nachhaltigkeit konkret wird. Angesichts der bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels ist es uns wichtig, die Aktion „Cooles Linz“ zu unterstützen.“
Weitere Informationen zu Cooles Linz - Coole Kirchen
Kirchliche „Spektakel-Rast“
Während des Linzer Pflasterspektakels 2026, das von 23. bis 25. Juli über die Bühne geht, bieten erstmals auch drei Linzer Innenstadt-Kirchen Angebote zum Ausruhen, Abkühlen und Auftanken: Bei der „Spektakel-Rast" öffnen der Mariendom, die Ursulinenkirche und die Ignatiuskirche (Alter Dom) täglich bis 20.00 Uhr und werden zu Inseln der Ruhe inmitten des lebhaften Treibens. Hier können Besucher:innen im kühlen Kirchenraum Pause machen und die Festival-Eindrücke nachklingen lassen, bevor sie sich erneut in den Trubel stürzen.
Im Mariendom laden zudem Gedichte und Gebete dazu ein, sich ins Schreiben zu vertiefen und so zur Ruhe zu kommen. In der Ursulinenkirche gibt es u. a. einen Kids-Corner und im Alten Dom nimmt sich Hubert Nitsch, Theologe und Künstler:innen-Seelsorger der Diözese Linz, Zeit für Gespräche über Gott und die Welt.
Das Programm ist in allen drei Kirchen ein Angebot, aber kein Muss: Wer nur den kühlen Steinboden, den Geruch nach sommerwarmem, altem Holz, die gedämpfte, heitere Geräuschkulisse und die Lichtspiele der bunten Glasfenster genießen will, ist ebenfalls herzlich eingeladen.
Doppelt cool: Kinderführungen im Mariendom
Nicht nur wesentlich kühler als im Freien ist es im Sommer im Linzer Mariendom – in den Ferien werden dort auch coole Kinderführungen angeboten. Kinder und Familien sind jeweis mittwochs um 10.00 Uhr eingeladen. Dabei kann die größte Kirche Österreichs erkundet werden. Mit im Programm ist die Spezialführung „Klangerlebnis Rudigierorgel", bei der die jungen Teilnehmer:innen gemeinsam mit Domorganist Gerhard Raab die 5890 Orgelpfeifen zum Klingen bringen.

Bei den Familienführungen im Linzer Mariendom geht es hoch hinauf. © Diözese Linz / Johannes Kienberger
Ergänzt wird das Dom-Ferienprogramm durch die Kinderdom-Führungen, bei denen der Mariendom als Ort voller Rätsel, Bilder und verborgener Schätze erforscht wird.
Information und Anmeldung beim Domcenter (T.: 0732/946100, M.: domcenter@dioezese-linz.at)
Detaillierte Informationen zum Kinderdom online
Sommer für die Seele im Inneren Salzkammergut
Bis zum 14. September 2026 läuft im Inneren Salzkammergut das Projekt „Sommer für die Seele". Die Kirchen in der Region laden bewusst dazu ein, die kühlen Kirchenräume zu besuchen, dort besondere Blickwinkel oder Perspektiven zu entdecken und sich neu zu verbinden – mit Gott und der Welt.
„Sommer für die Seele“ bietet Ruhesuchenden inspirierende Impulse, Raum für Stille und Gelegenheit zum bewussten Durchatmen abseits der Hektik des Alltags. Alle neun Pfarren des Dekanats Bad Ischl – Ebensee, Bad Ischl, Pfandl, Lauffen, St. Wolfgang, Hallstatt, Obertraun, Gosau, Bad Goisern – beteiligen sich mit folgenden Kirchen bzw. Kapellen am Projekt: Pfarrkirche Bad Ischl, Kapelle Krankenhaus Bad Ischl, Pfarrkirche & Waldfriedhof Pfandl, Kalvarienbergkirche St. Wolfgang, Kapelle der Barmherzigkeit St. Wolfgang, Wallfahrtskirche Lauffen, Pfarrkirche Bad Goisern, Pfarrkirche Hallstatt, Pfarrkirche Obertraun, Krippensteinkapelle, Kalvarienbergkirche Gosau.

Die Kirchen des Salzkammerguts sind nicht nur angenehm kühl, sondern bieten beim „Sommer für die Seele" auch besondere spirituelle Angebote. © Dekanat Bad Ischl / Teresa Kaineder
Die geöffneten Kirchen setzen für ihre Besucher:innen Schwerpunkte. So etwa setzt die Pfarre Ebensee den Fokus auf den Kunstschatz „Der gute Hirte“ und das Thema Zivilcourage. In der Friedhofskapelle Pfandl wird der 17-teilige Bilderzyklus „Gott-Vertrauen“ von Karoline Schodterer präsentiert. Zudem werden Veranstaltungen angeboten.
„Die Kirchen sind Orte des Aufatmens und Auftankens – nicht nur aufgrund der kühlen Innentemperaturen: Inmitten der beeindruckenden Landschaft laden sie ein zu Momenten der Ruhe, der Verbundenheit und inneren Sammlung. Sie atmen die (Glaubens-)Geschichte vieler Generationen von Menschen im Salzkammergut und verweisen auf die Anwesenheit Gottes in Gegenwart und Zukunft“, sagt Bischof Manfred Scheuer in seinen Grußworten zur Initiative.
Weitere Informationen: www.dioezese-linz.at/salzkammergut
Sommerausflugstipps: Kunstschätze entdecken
Wer im Sommer einen Urlaub in Oberösterreich plant, der sollte bei seinen Ausflügen ruhig auch einen Blick in die Kirchen der Umgebung werfen, denn in den kühlen Innenräumen der Gotteshäuser lassen sich jede Menge Kunstschätze finden. Der Fachbereich Kunst der Diözese Linz wird im Laufe des Sommers auf seiner Homepage einige Sommerausflugstipps präsentieren. So etwa die Pfarrkirche Schenkenfelden, die gotische und zeitgenössische Gestaltungselemente verbindet.
Weitere Informationen zu den Sommerausflugstipps
Klassik im Kühlen: „Orgelsommer" in Oberösterreich
Heiß her gehen wird es beim Orgelsommer im Linzer Mariendom und im Stift St. Florian wohl nur auf der Bühne, denn sowohl der Dom, als auch die Stiftsbasilika bieten auch im Juli und August gemäßigte Temperaturen.
Im Mariendom Linz beginnt der Domorgelsommer am 2. August 2026 mit kostenlosen Orgelmatinéen (jeweils sonntags um 10.45 Uhr) bis 6. September. Junge Organistinnen und Organisten wie Katharina Zauner, Valeria Lanner und Caroline Atschreiter stellen die Rudigierorgel vor. Die Abendkonzerte finden am 6. August, 20. August und 3. September jeweils um 20 Uhr mit Gerhard Raab, Susanne Werpechowski und Andrew Dewar statt. Bereits im Juni und Juli war im Alten Dom der Linzer Orgelsommer mit Jürgen Essl, Bernhard Prammer und Franz Danksagmüller an der historischen Brucknerorgel zu Gast.
Detaillierte Informationen zum Domorgelsommer
Im Augustiner-Chorherrenstift St. Florian stehen die Matinéen am 12. Juli, 19. Juli und 2. August jeweils um 11 Uhr im Zeichen junger internationaler Talente: Jacobus Gladziwa, Katharina Zauner und Dawon Lee musizieren an der berühmten Brucknerorgel. Am 8. August um 19.30 Uhr gastiert zudem die renommierte chinesische Organistin Yuan Shen. Für sämtliche Konzerte werden freiwillige Spenden zugunsten der Restaurierung des Adlerbrunnens erbeten.







