Montag 8. Juni 2026

Konsistorialrat Isfried Hermann Pichler verstorben

Konsistorialrat Professor Dr. H. Isfried Pichler OPraem, Senior des Stiftes Schlägl, ist am 3. Juni 2026 im 90. Lebensjahr verstorben.

Hermann Pichler wurde am 8. April 1937 in der Ortschaft Scheiblberg, Gemeinde Rohrbach, als Sohn des Landwirteehepaars Josef und Anna Pichler geboren. Er besuchte die Volksschule in Rohrbach und danach das Bischöfliche Kollegium Petrinum in Linz, wo er 1956 maturierte.

 

Am 28. August 1956 wurde er von Abt Cajetan Lang in das Noviziat des Stiftes Schlägl aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Isfried. Zwei Jahre später legte er die Profess ab. Ab 1957 studierte Isfried Hermann Pichler an der Universität Innsbruck Theologie. Am 26. Juli 1962 wurde er in Innsbruck von Bischof Paulus Rusch zum Priester geweiht.

 

Konsistorialrat Isfried Hermann Pichler verstorben

Am Vorabend des Fronleichnamsfestes, 3. Juni 2026, ging H. Isfried, umsichtig von Sr. Franziska und Sr. Benja mina betreut, zum Herrn heim. © Stift Schlägl / Foto Mathe

 

Seelsorglich wirkte er zunächst in Wiltener Stiftspfarren und dann als Präfekt und Religionslehrer an der Landwirtschaftsschule Schlägl. Währenddessen setzte er seine Studien fort, bis er 1965 zum Doktor der Theologie promoviert wurde. 1966 betraute ihn Abt Florian Pröll mit seelsorglichen Aufgaben in Duisburg-Hamborn. 1969 kehrte er zurück und wurde Kooperator in Haslach. 1970 wurde er von Abt Florian Pröll zum Prior bestellt. Dieses Amt hatte er bis 1978 inne.

 

Stiftsarchivar, Historiker und Musikliebhaber

 

Stets für Neues aufgeschlossen, mühte sich Isfried Hermann Pichler, das Stiftsgebäude den Erfordernissen der Zeit entsprechend zu modernisieren. Den Zementgang ließ er zu einem Bildungsheim ausbauen, außerdem die Zellen der Mitbrüder erweitern, schuf eine Handbibliothek und gestaltete als Kustos der Stiftssammlungen deren Räumlichkeiten zu einer stilvollen Galerie um. 1972 übernahm er die Verantwortung für die Stiftsbibliothek und wurde 1982 zusätzlich zum Stiftsarchivar bestellt. Büchern brachte er stets hohe Wertschätzung entgegen, achtete auf einen sorgsamen Umgang mit ihnen und erfreute sich an den Zimelien. Er förderte außerdem die wissenschaftliche Erschließung der Bestände und gründete dazu die Reihe Schlägler Schriften.

 

H. Isfried arbeitete aber auch selbst akribisch und unermüdlich als Historiker. Vor allem das

Professbuch (1992) und das Urkundenbuch (2003) bleiben wichtige Referenzwerke zur Stiftsgeschichte. Bedeutsam war ihm auch die Musik, vor allem die Kompositionen Beethovens, dessen Briefe er bis zuletzt studierte. Zur Stärkung der Kommunikation des Stiftes mit seinen Freunden und dem Orden gründete er 1975 die Zeitschrift Schlägl intern, die er 20 Jahre lang redigierte.

 

Unterstützung für Mitbrüder hinter dem Eisernen Vorhang

 

H. Isfried sah es auch als seine Aufgabe, den Kontakt mit den vom kommunistischen Regime unterdrückten Mitbrüdern jenseits des Eisernen Vorhangs aufrecht zu halten. Viele Male fuhr er – von den Geheimdiensten argwöhnisch beäugt – in die Länder des Ostblocks, um die im Untergrund ausharrenden Mitbrüder und Mitschwestern des Ordens zu besuchen und zu unterstützen.

 

Viele Jahre betreute H. Isfried die Wallfahrtskirche St. Wolfgang. 1990 wurde er von Abt Martin Felhofer zum Pfarrer von Kleinzell bestellt. Zu dieser Pfarre fasste er eine besondere Zuneigung, ließ die pfarrlichen Gebäude renovieren und bemühte sich, ein guter Hirte zu sein.

 

Für seine wissenschaftlichen und seelsorglichen Verdienste wurde er mit zahlreichen

Auszeichnungen bedacht.

 

Mit zunehmendem Alter ließen seine Kräfte nach. 2009 gab er die Verantwortung für die Bibliothek und das Archiv ab und beendete 2016 seinen Dienst als Pfarrer. H. Isfried erfreute sich im Ruhestand an der Milde seiner Mitbrüder, die er sich auch selbst im Alter zusehends aneignete. Über Jahre hinweg kam es ihm zu, das tägliche Totengedenken vorzutragen und mitunter die Biografien der Verstorbenen durch sein reiches historisches Wissen heiter zu verlebendigen. Zudem sorgt er bei den Mahlzeiten mit so manchem Bonmot für Frohsinn. Die letzten Jahre verbrachte er gern und zufrieden auf seinem Zimmer, wo man ihn täglich lesend oder Musik hörend antreffen konnte.

 

Hinweise zu den Trauerfeierlichkeiten

 

Für KonsR. Isfried Hermann Pichler wird am Donnerstag, 11. Juni 2026 um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Kleinzell gebetet.

 

Das Requiem wird am Montag, 15. Juni 2026 um 14.00 Uhr in der Stiftskirche Schlägl gefeiert. Im Anschluss wird der Verstorben auf den Klosterfriedhof Maria Anger begleitet.

 

 

Parte Isfried Hermann Pichler

 

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