KIRCH’KLANG Festival Salzkammergut 2026 als Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart
Seit 2021 verwandelt das KIRCH'KLANG Festival Salzkammergut unter der künstlerischen Leitung von Martin Haselböck Sakralräume und historische Gebäude zwischen Bad Ischl, Mondsee und dem Attersee in Klang- und Begegnungsräume. Auch in seiner 6. Auflage werden internationale Künstler und junge Talente zu sehen und hören sein. Der musikalische Bogen spannt sich von Barock und Klassik bis zur Gegenwart. Als Kooperationspartner des Veranstalters Verein Kirchklang fungieren auch heuer wieder die Diözese Linz und das Land Oberösterreich. Das Festivalprogramm wurde am 20. Mai 2026 im Bischofshof Linz präsentiert.

V. l.: Festival-Leiter Martin Haselböck, Christina Jaritsch („Aufbruch, Salzkammergut!"), Andrea Trawöger (Verein Kirchklang), Bischof Manfred Scheuer und LH Thomas Stelzer bei der Programmpräsentation im Linzer Bischofshof © Land OÖ / Max Mayrhofer
Elf oö. Kirchen als Klangräume
Insgesamt 16 Veranstaltungen werden im Rahmen von KIRCH'KLANG 2026 über die Bühne gehen. Als zentraler Veranstaltungsort mit sieben Programmpunkten fungiert abermals Bad Ischl. Elf Werke kommen in Kirchenräumen zur Aufführung – der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Bad Ischl, der Basilika St. Michael in Mondsee, der Pfarrkirche und der Konradkirche in Oberwang, der Auferstehungskapelle in Strass im Attergau, der Pfarrkirche Maria Attersee in Attersee sowie der Pfarrkirche Nußdorf am Attersee und der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Wolfgang. Erstmals zum Schauplatz des neuen Formats „Salon Post - Klang, Wort & Begegnung" wird das historische k. k. Post- und Telegraphenamt in Bad Ischl.
Das Festivaljahr 2026 steht im Zeichen mehrerer historischer und kultureller Bezugspunkte: 400 Jahre oö Bauernkriege, der 100. Geburtstag von Friedrich Cerha und György Kurtág sowie das internationale Franziskus-Gedenkjahr zum 800. Todestag des heiligen Franziskus.
Kaiser-Jubiläums-Orgel im Mittelpunkt
Eine gewichtige Rolle spielt auch heuer wieder die historische Kaiser-Jubiläums-Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Bad Ischl. Die Kirche wird im Rahmen des Schwerpunktes „Orgel bewegt! Klang, Film und Raum" zum Resonanzraum für internationale Oranist:innen, virtuose Konzertprogramme und das Format „Stummfilm & Orgel". Mit Händels Auferstehung findet in St. Nikolaus auch die Auftaktveranstaltung statt.
Als weiterer Schwerpunkt findet das Format „Bach am Attersee " seine Fortsetzung. Musik von Johann Sebastian Bach begegnet dabei baocken Klangwelten aus dem oö. Raum: Von Johann Beer bis Heinrich Ignaz Franz Biber.
Friede als Grundgedanke
Dem aus St. Georgen im Attergau stammenden Schriftsteller und Komponisten Johann Beer (1655 - 1700) ist ebenfalls ein Schwerpunkt gewidmet. In seinen literarischen Texten und musikalischen Werken spiegeln sich die gesellschaftlichen und religiösen Spannungen des 17. Jahrhunderts – die Zeit konfessioneller Konflikte nach dem Bauernkrieg. Rund um den Attersee verbinden Konzerte, Lesungen und Vorträge Musik, Literatur und historische Zeitzeugnisse zu einer künstlerichen Annäherung an diese Epoche, „Die Worte Beers, ,Nulla salus bello - Pacem te poscimus omnes' (Es liegt kein Heil im Krieg - Frieden, dich verlangen wir alle.) begleiten den KIRCH'KLANG-Sommer 2026 als leiser Grundgedanke in Musik, Literatur und den Geschichten, die unser Programm erzählen", so Festivalleiter Martin Haselböck.
Bischof Manfed Scheuer: „Musik hat das Potenzial, Versöhnung zu stiften!"
„Hat Musik ein Friedenspotenzial oder ist sie eine Antriebskraft für Gewalt und Krieg?" – diese Frage stellte Bischof Manfred Scheuer bei der Programmpräsentation. Musik werde ja auch politisch und militärisch eingesetzt. „Es gibt die Musik der Gewalttäter", gab er zu bedenken. „Die Schönheit der Musik soll nicht mit Lärm das Schreien der Kinder im Krieg zudecken, nicht das Schweigen der Opfer übertönen, nicht dem Vergessen anheimgeben, sondern in eine Begegnung hineinnehmen, welche die Kraft der Verwandlung hat und Mut für die Wahrheit und für den Frieden gibt."

Bischof Manfred Scheuer bei der Programmpräsentation © Land OÖ / Max Mayrhofer
„Musik hat das Potenzial, Versöhnung zu stiften", betonte Bischof Scheuer. Dieser Gedanke liege nahe, wenn man die Schwerpunkte des diesjährigen Fesivals betrachte: „Einer davon ist der Bauernkrieg von 1626 – eine Tragödie für die Menschen in Oberösterreich. Die Erinnerung daran lässt auch heute, mit Blick auf viele Regionen der Welt, in denen Konflikte gewaltsam ausge tragen werden, fragen: Welchen Sinn hat Krieg?" Es sei wichtig, so der Bischof, dass ein künstlerisches Festival die Auseinandersetzung mit solchen Fragen suche – so wie es KIRCH’KLANG tue. „Musik hat das Potenzial, das Verbindende hervorzuheben und dazu zu ermutigen, einander zuzuhören und aufeinander zuzugehen. Frieden wird nicht durch Musik geschaffen, doch sie kann ihn stärken und fördern," sagte Bischof Scheuer abschließend.
Die Grußworte des Bischofs zum Nachlesen

Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Programmpräsentation © Land OÖ / Max Mayrhofer
Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer bezog sich in seinen Worten auf das Bauernkriegs-Gedenkjahr, das auch bereits im Mittelpunkt der „communale 2026" steht: „KIRCH'KLANG schafft es auf besondere Weise, Musik, Geschichte und gesellschaftliche Fragen miteinander zu verbinden." Die Auseinandersetzung mit Frieden, Erinnerung und Zusammenhalt ziehe sich wie ein roter Faden durch das Program und mache das Festival zu weit mehr als eine reine Konzertreihe.
Das gesamte Festivalprogramm sowie Tickets und weitere Informationen unter: www.kirchklang.at







