Linzer Forum Religionspädagogik: Neue Lehr- und Studienpläne für den Religionsunterricht
Unter dem Titel „Planänderungen. Neue Lehr- und Studienpläne für den katholischen Religionsunterricht“ diskutierten Expert:innen aus Oberösterreich beim Linzer Forum Religionspädagogik an der Katholischen Privat-Universität Linz am 20. April 2026 mit rund 30 Teilnehmenden aus Schule sowie Aus- und Weiterbildung über Chancen und Herausforderungen der curricularen Veränderungen. Bernadette Hörmann gab dabei einen allgemeindidaktischen Einblick in die Lehrplantheorie. Anton Birngruber beleuchtete insbesondere die Neuerungen, die mit den neuen Curricula für den katholischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe II einhergehen werden. Werner Urbanz richtete den Blick auf strukturelle und inhaltliche Veränderungen, die die neuen Pläne für das Lehramtsstudium Katholische Religion in Linz und Salzburg mit sich bringen.
v.l.: Mag. Christoph Rudinger (PHDL), MMag. Dr. Werner Urbanz (PHDL), Mag. Anton Birngruber M.A. (Leiter des Bischöflichen Schulamtes der Diözese Linz), Ass.-Prof. Dr. Bernd Ziegler (KU Linz), Mag.a Dr.in Bernadette Hörmann (PHDL), Mag. Matthias Thonhauser (PHDL), Mag.a Anna Bachofner-Mayr (KU Linz) / © KU Linz/Hermine Eder
Ab dem Wintersemester 2026/27 orientiert sich die Ausbildung von Religionslehrpersonen für die Sekundarstufe an einem neuen Curriculum. Gleichzeitig steht ein neuer Lehrplan für den Fachbereich Katholische Religion in der Sekundarstufe II in den Startlöchern, der zum Schuljahr 2027/28 in Kraft treten soll. Welche Veränderungen ergeben sich daraus? Welche Chancen und Herausforderungen sind damit verbunden? Und wie entstehen Lehrpläne überhaupt bzw. welche Bedeutung haben sie tatsächlich für die Bildungspraxis? Darüber diskutierten Studierende, Lehrkräfte, Lehrende und Funktionsträger:innen an Hochschulen bzw. Universitäten sowie Mitarbeiter:innen kirchlicher Schulämter im Rahmen des Studientags des Linzer Forums Religionspädagogik an der Katholischen Privat-Universität Linz.
Im ersten Vortrag ging Bernadette Hörmann, Hochschulprofessorin für Bildungswissenschaften an der Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz, der Frage nach, welche allgemeine Funktion Lehrpläne für die Praxis haben. Curricula stehen vor der Herausforderung, tradierte Bildungsinhalte mit zukunftsorientierten Perspektiven zu verbinden. Zugleich sind sie in unterschiedliche strukturelle Kontexte eingebettet, die jeweils eigenen Logiken folgen. Auf der praktischen Ebene, die beim Studientag besonders im Fokus stand, bleiben Lehrpläne dadurch notwendigerweise unkonkret, können jedoch Möglichkeiten für eine sinnvolle standortbezogene Unterrichtsgestaltung eröffnen.
Anton Birngruber, Leiter des Bischöflichen Schulamtes der Diözese Linz und Mitglied der AG zur Erstellung der Lehrpläne für den katholischen Religionsunterricht an der Sekundarstufe II, gab im zweiten Vortrag einen Einblick in die Entwicklung und Ergebnisse der entsprechenden Schulcurricula. Der neue Lehrplan ist dabei deutlicher kompetenzorientiert als seine Vorgänger. Er bietet den Lehrpersonen viele Freiheiten, erfordert aber auch eine intensivere Auseinandersetzung mit den Inhalten des Religionsunterrichts.
Im dritten Vortrag benannte Werner Urbanz, Leiter des Instituts Religionspädagogik an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz und Mitglied der AG zur Erstellung des Curriculums für das Lehramtsstudium, einige Schlaglichter der curricularen Weiterentwicklung an Hochschulen bzw. Universitäten. Unter erheblichem Zeitdruck entstand ein Studienplan, der sowohl staatlichen als auch kirchlichen Vorgaben entspricht. Dabei wurde versucht, die durch die Verkürzung des Lehramtsstudiums notwendigen Neukonzeption, Umstellung und auch Streichung einiger Lehrveranstaltungen möglichst ausgewogen vorzunehmen. Dennoch bleibt die derzeit laufende Implementierung an den verschiedenen Standorten eine Herausforderung.
Die Vorträge wurden von den Teilnehmenden rege diskutiert. Anna Bachofner-Mayr von der KU Linz übernahm – wie bereits während des gesamten Studientags – die Moderation. Im Mittelpunkt der Diskussion standen unter anderem die Kompetenzorientierung neuer Lehrpläne sowie die Rolle unterschiedlicher gesellschaftlicher und kirchlicher Akteur:innen bei curricularen Prozessen.







