Donnerstag 2. April 2026

Mariendom Linz: Ölweihmesse mit 70 jugendlichen Ministrant:innen

Ein junges Bild von Kirche bot sich den Mitfeiernden bei der Chrisam-Messe am 1. April 2026 im Mariendom, bei der Bischof Manfred Scheuer die heiligen Öle für die Diözese Linz weihte. Beim Gottesdienst ministrierten etwa 70 Jugendliche aus ganz Oberösterreich.

In den diözesanen Bischofskirchen werden jedes Jahr am Gründonnerstag (oder einem anderen osternahen Tag vor dem Gründonnerstag) durch den Ortsbischof die heiligen Öle geweiht, die anschließend in der gesamten Diözese verteilt werden: das Chrisamöl, das Krankenöl und das Katechumenenöl. In der Diözese Linz wird die Chrisam-Messe (Missa Chrismatis) traditionell am Mittwoch vor dem Gründonnerstag gefeiert. Bei der Feier werden mehrere große Kessel mit Öl in der Karwoche zum Altar im Linzer Mariendom gebracht und dort im Beisein von zahlreichen Priestern, Diakonen, Ordenschrist:innen und Gläubigen der Diözese Linz vom Bischof geweiht.

 

Bischof Manfred Scheuer weihte die heiligen Öle für die Diözese Linz.

Bischof Manfred Scheuer weihte die heiligen Öle für die Diözese Linz. / © Diözese Linz / Johannes Kienberger

 


Das Wort „Chrisam“ bedeutet Salböl. Beim Öl handelt es sich um reines Olivenöl, dem wohlduftender Saft der Balsampflanze beigegeben wird. Die Salbung mit Öl – etwa bei der Taufe oder Firmung – unterstreicht die besondere Würde jedes Menschen als Kind Gottes und macht die besondere Erwählung durch Gott sinnlich erfahrbar. „Das Öl ist ein Zeichen für Stärke, für Kraft, für Heilung, für die Zugehörigkeit zu Jesus Christus“, so Bischof Scheuer am Beginn der heurigen Chrisam-Messe.

 

Bischof Manfred Scheuer weihte die heiligen Öle für die Diözese Linz.

Das Chrisamöl, das Krankenöl und das Katechumenenöl. / © Diözese Linz / Johannes Kienberger


Mit dem Bischof feierten unter anderem Generalvikar Severin Lederhilger, die Bischofsvikare Slawomir Dadas, Johann Hintermaier und Christoph Baumgartinger, Mitglieder des Domkapitels, der Abt von Wilhering Reinhold Dessl und die Diakone Anton Birngruber, Alexander Niederwimmer und Peter Schwarzenbacher. Die zahlreich mitfeiernden Priester und Diakone erneuerten im Gottesdienst zudem ihr Weiheversprechen und baten erneut um die Weihegnade.


Wie schon im Vorjahr hatte Bischof Manfred Scheuer auch jugendliche Ministrant:innen aus ganz Oberösterreich zur Mitfeier eingeladen. Etwa 70 Jugendliche, von denen sich die meisten derzeit auf die Firmung vorbereiten, waren seiner Einladung gefolgt und gestalteten die Chrisam-Messe aktiv mit, etwa bei der Gabenbereitung und beim Lesen der Fürbitten.

 

Beim Gottesdienst ministrierten etwa 70 Jugendliche aus ganz Oberösterreich, die sich derzeit auf ihre Firmung vorbereiten.

Beim Gottesdienst ministrierten etwa 70 Jugendliche aus ganz Oberösterreich, die sich derzeit auf ihre Firmung vorbereiten. / © Diözese Linz / Johannes Kienberger

 

 

Osterbotschaft mit unmittelbarem Bezug zur Gegenwart


Bischof Scheuer betonte in seiner Predigt, die Verkündigung des Evangeliums gehöre zum Kern der Berufung von Priestern und Diakonen. Die Erfahrungen damit seien sehr unterschiedlich, so der Bischof, der selbstkritisch fragte: „Erreicht das Wort Jesu, das Evangelium die Herzen der Kinder? Berührt die Botschaft die Menschen? Die Sprache der Kirche ist vielfach müde und kraftlos geworden. Erreichen unsere Worte das Geheimnis Gottes oder auch das Leben der Gegenwart?“ Es gehe nicht einfach um Worte oder um Information, denn: „Der Augenblick, in dem das Wort Gottes gelesen wird, ist selbst schon heilige Zeit des Wortes, Ereignis der Gegenwart. Es geht um ein unmittelbares Du-Wort Gottes“, so Scheuer.

 

Predigt Bischof Manfred Scheuer

Predigt Bischof Manfred Scheuer / © Diözese Linz / Johannes Kienberger


Für die Feier von Ostern sei dies bedeutsam, denn Ereignisse wie die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten und die Auferweckung Jesu von den Toten seien nicht bloß Geschichte. „Wenn Auferstehung bezeugt wird, dann wird unsere Sache abgehandelt, es geht um mein Leben, unser Glück, unseren Sinn, unsere Beziehungen, unsere Gemeinschaft. Wir sind Gottes gelungene Schöpfung, wir sind von ihm beim Namen gerufen und zur Freiheit geführt“, unterstrich Scheuer den Gegenwartsbezug der Osterbotschaft und das persönliche Angesprochen-Sein jedes einzelnen Menschen.

 

Predigt Bischof Manfred Scheuer

Predigt Bischof Manfred Scheuer / © Diözese Linz / Johannes Kienberger


Der Bischof erinnerte mit Klaus Egger an drei Fragen bzw. Ebenen, die beim Älterwerden zentral seien: Was kann ich nicht mehr? Was kann ich noch? Was kann ich erst jetzt? Die dritte Ebene eröffne ganz neue Perspektiven, auch in Bezug auf die Kirche. Der Bischof wörtlich: „Statt Kirche daran zu messen, was wir nicht mehr haben, könnten wir dann fragen: Was wird jetzt lebendig? Was geht jetzt auf? Was fängt jetzt an? Das ist die Verheißung des neuen Ostern.“

 

Predigtgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Die heiligen Öle wurden zur Mitnahme in die Dekanate ausgeteilt.
Schlusssegen am Ende des Gottesdienstes.
Die heiligen Öle wurden zur Mitnahme in die Dekanate und Pfarren ausgeteilt.
Gruppenfoto mit 70 jugendlichen Ministrant:innen und Bischof Manfred Scheuer.
Ministrant:innen lasen die Fürbitten.
Evangelium: Diakon Alexander Niederwimmer
Musikalische Gestaltung
Lesung: Christoph Lauermann
Mariendom Linz: Ölweihmesse
Mariendom Linz: Ölweihmesse
Gabenbereitung

 

 

„Chrisam-Tag“ für Ministrant:innen


Die 70 Jugendlichen ministrierten nicht nur bei der Chrisam-Messe mit, sondern erlebten beim „Chrisam-Tag“ in Linz ein vielseitiges Programm, das von einem ehrenamtlichen Projektteam und Victoria König, Referentin für Ministrant:innen beim Team Kinder der Diözese Linz, organisiert worden war. Der Tag bot ihnen die Möglichkeit, bewusst in die Thematik der Karwoche einzutauchen, liturgisches Wissen zu vertiefen und Bischof Manfred Scheuer persönlich kennenzulernen.

 

Beim „Chrisam-Tag“ hatten die Ministrant:innen die Möglichkeit, selbst beim Mischen der Öle mitzuwirken und den Duftbalsam dem Chrisam-Öl beizugeben.

Beim „Chrisam-Tag“ hatten die Ministrant:innen die Möglichkeit, selbst beim Mischen der Öle mitzuwirken und den Duftbalsam dem Chrisam-Öl beizugeben. © Diözese Linz / Victoria König


Am Vormittag erkundeten die Jugendlichen in Gruppen den Linzer Mariendom. Die speziellen Domführungen griffen sowohl die liturgische Bedeutung des Ortes als auch die Architektur und Symbolik des Doms auf. Im inhaltlichen Teil beschäftigten sich die Ministrant:innen mit der Bedeutung der heiligen Öle, die in der Chrisam-Messe geweiht werden. Ein Höhepunkt war die Möglichkeit, selbst beim Mischen der Öle mitzuwirken und den Duftbalsam dem Chrisam-Öl beizugeben. Dieses Salböl wird bei der Firmspendung, aber auch bei der Taufe oder bei der Weihe von Priestern und Bischöfen verwendet.


Das Fazit der Jugendlichen: Der „Chrisam-Tag“ war ein ganz besonderes Erlebnis. „Am besten hat mir die Domführung gefallen, weil sie sehr interessant war – und der Gottesdienst mit dem Bischof, weil ich ihn schon immer einmal sehen wollte“, erzählt Sandra (12) aus Ried im Innkreis. Elisabeth (15) aus Nussdorf am Attersee, fand es spannend, einen Einblick in die Zusammensetzung der heiligen Öle zu bekommen. Auch Alexander (15), ebenfalls aus Nussdorf am Attersee, hat das Mischen der Öle am meisten fasziniert. „Cool fand ich auch, dass wir im Dom mit ministrieren konnten“, sagt er.

 

 

Viele Fragen an den Bischof


Nach der Mitfeier der Chrisam-Messe kamen die jungen Menschen bei Kuchen und Tee im Dompfarrhof mit Bischof Manfred Scheuer ins Gespräch. Die Möglichkeit, dem Bischof Fragen zu stellen, wurde eifrig genutzt. So erkundigten sich die Jugendlichen unter anderem nach der Lieblingsspeise des Bischofs und fragten ihn, wie es überhaupt dazu kam, dass er Bischof wurde. Sie wollten außerdem von Manfred Scheuer wissen, was das Coole am Bischof-Sein ist. Die Antwort: dass er viele Feste feiern dürfe und vielen Menschen begegne, zum Beispiel obdachlosen Menschen oder Kindern und Jugendlichen, auch bei den Dekanatsvisitationen. Gefragt wurde Bischof Scheuer auch, ob er schon einmal im Vatikan tätig war. Er habe noch in seiner Zeit als Diakon einmal die Ölweihmesse im Petersdom mitfeiern können, antwortete Scheuer. Zum Schmunzeln brachte den Bischof die Frage, ob er schon einmal daran gedacht habe, Papst zu werden. Darüber habe er tatsächlich noch nie nachgedacht, so Scheuer lächelnd.

 

Nach der Mitfeier der Chrisam-Messe kamen die jungen Menschen bei Kuchen und Tee im Dompfarrhof mit Bischof Manfred Scheuer ins Gespräch.

Nach der Mitfeier der Chrisam-Messe kamen die jungen Menschen bei Kuchen und Tee im Dompfarrhof mit Bischof Manfred Scheuer ins Gespräch. / © Diözese Linz / Johannes Kienberger


Abschließend erhielten die Ministrant:innen vom Bischof ein kleines Dankeschön für ihren Dienst und wurden von ihm gesegnet.

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