SOLWODI Linz: Aktionstag gegen „Menschen als Ware"
Die Linzer SOLWODI-Initiative „Aktiv gegen Menschenhandel – aktiv für Menschenwürde" und die Stiftspfarre Kremsmünster haben an diesem Gedenktag, der auch der Gedenktag der hl. Josefine Bakhita ist, in vier Gottesdiensten das Thema mit den Biblischen Texten verknüpft.

Sr. Maria Schlackl ist überzeugt: „Jede und jeder kann etwas tun, etwa indem frauenverachtende Sprache und sogenannte Witze nicht hingenommen werden. Das muss im Keim erstickt werden.“ © sds
Die Salvatorianerin und Leiterin der Initiative Sr. Maria Schlackl SDS fand deutliche Worte zur Realität von Frauen- und Mädchenhandel: „Wir sprechen hier von Menschen und gleichzeitig von Nachfrage, Markt, Ausbeutung und hohen Gewinnsummen. Das ist ein Skandal.“ Sie betonte, dass das Geschäft mit der „Ware Mensch" in unserere heutigen Zeit boome, aber nur daher existiere, weil es Nachfrage gebe. Das sei ein Umstand, der gesellschaftlich oft ausgeblendet werde. Am häufigsten seien Frauen betroffen. Daher müssen auch „Männer zur Verantwortung gezogen werden, die mit Selbstverständlichkeit Frauen in Zwangsprostitution aufsuchen. Für die betroffenen Frauen bedeutet das keine Lust, sondern Schmerz, Angst und Ekel“, sagte Sr. Maria Schlackl.
Das Dunkelfeld des Menschenhandels weltweit, in Europa und auch in Österreich sei enorm, so Sr. Maria Schlackl. Es gelte, Licht in das kriminelle Geschäftsfeld zu bringen, die ausbeuterischen Ecken auszuleuchten und Menschenverachtung aufzudecken.
Betroffenheit bei den Gottesdiensten
Die Reaktionen der Gottesdienstbesucher:innen zeigten, wie sehr ihnen das Thema unter die Haut ging. Eine Messbesucherin äußerte ihre Betroffenheit unmittelbar nach dem Gottesdienst: „Was ist in unserer männerdominierten Gesellschaft los, dass Frauen immer noch Menschen zweiter Klasse sind?“ Viele stellten die Frage nach konkreten Handlungsmöglichkeiten – und nach den politischen Rahmenbedingungen in Österreich.

Sr. Maria Schlackl und P. Hans Eidenberger engagieren sich im Rahmen der Initiative „Aktiv gegen Menschenhandel – aktiv für Menschenwürde“ © sds
Gemeinsam mit P. Hans Eidenberger bleibt Sr. Maria Schlackl unermüdlich daran, das Thema öffentlich zu machen und menschenverachtende, kriminelle Taten sichtbar zu machen.
„Internationaler Gebets- und Reflexionstag gegen den Menschenhandel"
Papst Franziskus hat 2015 den 8. Februar als „Internationalen Gebets- und Reflexionstag gegen den Menschenhandel" festgelegt. Dieser Tag ist auch gleichzeitig der Gedenktag der heiligen Bakhita, die als Kind auf sudanesischen Sklavenmärkten verkauft wurde. Nach ihrer Befreiung aus der Sklaverei lernte sie in Norditalien Ordensschwestern kennen und entdeckte schließlich selbst ihre Berufung zum gottgeweihten Leben. Als Ordensschwester des Canossa-Ordens wirkte sie bis zu ihrem Tod 1947 in Italien. Ihr Leben lang litt sie an den Traumata aus ihrer Kindheit. Josephine Bakhita wurde im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.
Kampf gegen Menschenhandel und für Menschenwürde
Die Salvatorianerin Sr. Maria Schlackl gründete 2014 die Initiative „Aktiv gegen Menschenhandel – aktiv für Menschenwürde in OÖ", die von SOLWODI (Solidarity with women in distress) getragen wird. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, gegen Gewalt an Frauen, Zwangsprostitution und Menschenhandel zu kämpfen. Sr. Schlackl und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter wollen das Bewusstsein schärfen, dass diese moderne Form der Sklaverei in enormem Ausmaß existiert und Ausbeutung von Menschen – kaum bemerkt von der Öffentlichkeit – ein Milliardengeschäft darstellt.








