Salzburg: Pastoraltagung zum Thema Verwundbarkeit
Im Fokus der Veranstaltung unter dem Generalthema „Verletzlich. Berührbar. Christliche Perspektiven zur Verwundbarkeit" mit Vorträgen und Workshops steht die Frage, wie Verletzlichkeit im persönlichen Leben, in der Gesellschaft und im kirchlichen Handeln gedeutet werden kann. Referierende sind u. a. die Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger, der bekannte Ordensmann und Aktivist Jörg Alt, Psychiater Reinhard Haller und der britische Kardinal Timothy Radcliffe.
Diözese Linz mit starker Präsenz
Auch in diesem Jahr ist die Diözese Linz mit Vortragenden wieder stark vertreten. Dipl.-PAss. Florian Baumgartner (Regenbogenpastoral) referiert über „Erfahrungen mit Verwundbarkeit: Beispiele aus dem Leben". MMMag. Hubert Nitsch, Referent für Kunstpastoral, begleitet die Teilnehmenden bei der Mitarbeit an einem Fastentuch, entworfen von der Künstlerin Annelies Senfter. Franz Gruber, emeritierter Univ.-Prof. für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der KU Linz spricht über „Um unseres Heiles willen. Über die erlösende Macht der Liebe in systemisch-theologischer Perspektive".
Am „Marktplatz" sind Dipl.-Päd. Michaela Helletzgruber (Referentin der Notfallseelsorge und Krisenbegleitung), Dr. Helmut Eder (Seelsorger im forensisch-therapeutischen Zentrum Garsten), Mag. Dagmar Hörmandinger-Chusin (Leiterin der Stabsstelle für Prävention von Missbrauch und Gewalt), Pastoralvorstand Willi Seufer-Wasserthal und Mag. Melanie Wurzer (Leiterin Katholisches Bildungswerk) vertreten. Unter den Moderator:innen befindet sich auch die aus Enns stammende Theologiestudentin an der Universität Gregoriana in Rom, Marlies Prinz.
Thema aktueller denn je
„Es ist erstaunlich, dass auch heuer in den ersten Tagen des Jahres politische Ereignisse und Handlungen die Aktualität unseres Themas und die Notwendigkeit der Beschäftigung aus christlicher Sicht noch einmal deutlicher machen", erklärte Gabriele Eder-Cakl vom Österreichischen Pastoralinstitut (ÖPI) im Vorfeld der Tagung, zu der rund 400 Teilnehmende aus Österreich, Italien, Südtirol, der Schweiz und Deutschland erwartet werden.
Politik sei zunehmend von der Abwehr realer oder gefühlter Bedrohungen geprägt, Sicherheitslücken würden systematisch gesucht, sowohl in Unternehmen, in privaten Bereichen als auch global. „Ein idealer Zeitpunkt also, um über Verwundbarkeit nachzudenken – zumal aus christlicher Perspektive", meinte dazu auch Veronika Prüller-Jagenteufel, theologische Referentin der Caritas St. Pölten und Teil des Tagungs-Vorbereitungsteams.
Die Tagung wolle Verwundbarkeit nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Ressource für ein gelingendes Leben in den Mittelpunkt stellen, so die Veranstalter Bischof Josef Marketz, Gabriele Eder-Cakl und Anna Findl-Ludescher (Pastoralkommission Österreichs) in ihrem Grußwort. Erfahrungen von Krankheit, Krieg, psychischer Belastung oder persönlichem Scheitern sollen dabei bewusst wahrgenommen und theologisch reflektiert werden. „Gerade in der Verwundbarkeit entsteht Verbindung – zu Gott und zu den Mitmenschen".
Die Tagung zeichne sich letztlich genau dadurch aus, „dass sie Lebenserfahrungen und theoretische Reflexion miteinander verbindet", so Eder-Cakl. Das Thema Verwundbarkeit bezeichnet sie als „hoch aktuell" und „dringend", da „Menschen eine Anerkennung und Wahrnehmung ihrer eigenen Verletzlichkeit suchen". Und weiter: „Mit der christlichen Wertehaltung können wir hier den Menschen durchaus Lebensperspektiven aufzeigen."
Eröffnet wurde die Tagung am Donnerstag (8. Jänner) vom zuständigen Bischof Josef Marketz, Eder-Cakl und Findl-Ludescher. Erste inhaltliche Akzente setzen Vorträge der Psychologin und Therapeutin Katja Schweitzer („Erfahrungen mit Verwundbarkeit: Beispiele aus dem Leben Kids-Line: Telefonseelsorge Salzburg"), des Jesuiten P. Jörg Alt („Erfahrungsbericht vom ganz persönlichen Einsatz für eine sozial-ökologische Transformation") und des Innsbrucker Philosophen Martin Huth („Register der Verletzlichkeit: Überlegungen zu einer Ethik der Leiblichkeit"). Am Nachmittag referiert die Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger („Der Weg des Schmetterlings: Politische Theologie im Angesicht von Verwundbarkeit und Verwundung").
Am Freitag (9. Jänner) eröffnet ein Vortrag von Reinhard Haller („Verstehen, warum Menschen verletzt und verletzend werden") den Tag. Es folgen Impulse der Psychoonkologin Monika Renz („Inwiefern wird Jesus zur Antwort auf menschliche Prägung?") und des Linzer Theologen Franz Gruber („Um unseres Heiles willen. Über die erlösende Macht der Liebe in systematisch-theologischer Perspektive"). Am Abend steht u. a. ein Gottesdienst mit dem Grazer Weihbischof Johannes Freitag auf dem Programm.
Am Samstag (10. Jänner) wird der Theologe und Exerzitienmeister im weltweiten Synodalen Prozess bzw. bei den Weltsynoden 2023/24, Kardinal Timothy Radcliffe, zum Thema „,Ich gebe dir ein Herz aus Fleisch' (Ez 36,26)" referieren. Begleitet wird die Tagung zudem von künstlerischen Beiträgen – Kabarett, Musik, Poetry-Slam – und vom gemeinsamen Gestalten des Fastentuchs, das am Ende präsentiert werden soll.
(Infos: www.pastoral.at/pastoraltagung)








