Freitag 2. Oktober 2026

Papst: Wer heute an den Frieden glaubt, wird oft lächerlich gemacht

Die Taube des Heiligen Geistes, Petersdom Rom

Bereits am Heiligen Abend und am Christtag hatte Papst Leo XIV. eindringlich für Frieden und Gerechtigkeit geworben. Dies tat er am Stephanitag erneut, diesmal auch mit Blick auf verfolgte Christen weltweit.

Papst Leo XIV. hat dazu aufgerufen, sich trotz Widerständen für den Frieden einzusetzen. "Wer heute an den Frieden glaubt und den unbewaffneten Weg Jesu und der Märtyrer gewählt hat, wird oft lächerlich gemacht, aus der öffentlichen Debatte verdrängt und nicht selten beschuldigt, Gegner und Feinde zu begünstigen", sagte er am Zweiten Weihnachtstag auf dem Petersplatz. "Der Christ hat jedoch keine Feinde, sondern Brüder und Schwestern, die auch dann Brüder und Schwestern bleiben, wenn man sich nicht versteht", so Leo beim Mittagsgebet am Tag des ersten christlichen Märtyrers Stephanus, an dem die Kirche besonders an verfolgte Christen weltweit erinnert.

 

Von Anfang an habe die Anziehungskraft der weihnachtlichen Botschaft von Güte, Liebe und Gerechtigkeit die Ungerechten provoziert, die um ihre eigene Macht fürchten. Doch gebe es bis heute überall auf der Welt "Menschen, die sich für die Gerechtigkeit entscheiden, auch wenn es sie etwas kostet; die Frieden über ihre eigenen Ängste stellen, die den Armen dienen statt sich selbst", so der Papst. "So keimt Hoffnung auf, und es hat Sinn, trotz allem zu feiern."

 

 

Dem Mitmenschen Aufmerksamkeit schenken

 

Dass Stephanus seinen Feinden vergeben habe, beruhe auf einer Kraft, "die wahrer ist als die der Waffen". Diese Kraft könne jeder aktivieren, wenn er beginnt, seinen Nächsten mit anderen Augen zu betrachten, ihm Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken, unterstrich der Papst. "Das heißt, wiedergeboren werden, das bedeutet, von neuem ans Licht zu kommen, das ist unsere weihnachtliche Geburt!"

 

Nach seiner Ansprache erinnerte Leo XIV. an verfolgte Christen weltweit. "In Gedenken an den Heiligen Stephanus, den ersten Märtyrer, rufen wir seine Fürsprache an, damit er unseren Glauben stärkt und die Gemeinschaften unterstützt, die am meisten aufgrund ihres christlichen Zeugnisses leiden", so der Papst. "Sein Beispiel an Festigkeit, Mut und Vergebung begleite alle, die sich in Konfliktsituationen dafür einsetzen, Dialog, Versöhnung und Frieden zu fördern."

 

 

Direkter Dialog zwischen Kiew und Moskau

 

Bereits am Vortag beim Segen "Urbi et Orbi" hatte er eindringlich für Friedensbemühungen geworben. Die Ukraine und Russland rief er zu unmittelbaren Verhandlungen auf: "Möge das Dröhnen der Waffen verstummen und mögen die beteiligten Parteien, unterstützt durch das Engagement der internationalen Gemeinschaft, den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen", sagte Leo am Ersten Weihnachtstag.

 

Kathpress

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