Montag 16. März 2026

Altbischof Maximilian Aichern feiert am Stefanitag seinen 93. Geburtstag

Bischof em. Maximilian Aichern feierte am Stefanitag 2025 seinen 93. Geburtstag. Bischof Manfred Scheuer und Dompropst Wilhelm Vieböck überbrachten vor Weihnachten Glück- und Segenswünsche auch im Namen der Diözese.

In fast 24 Jahren Amtszeit, von Jänner 1982 bis Mai 2005, hat Maximilian Aichern OSB die Diözese Linz als Bischof entscheidend geprägt und gestaltet. Bis heute steht er für eine menschenfreundliche und hoffnungsfrohe Kirche. Bischof des Volkes, Bischof mit den Menschen, Sozialbischof Österreichs, Ermutiger, Brückenbauer, sozialer Mahner, Ermöglicher neuer Wege – dies sind nur einige der Attribute, die Bischof em. Maximilian Aichern zugeschrieben werden. Als Sozialbischof war er Motor für Initiativen, die über die Diözese, ja über Österreich hinaus Strahlkraft entwickelten: Er war Gründungsbischof der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung, Initiator des Sozialhirtenbriefs der Bischöfe Österreichs, des Ökumenischen Sozialwortes der christlichen Kirchen und der Allianz für den freien Sonntag. Das Oberösterreich-Bündnis der Sonntagsallianz feierte im Oktober 2022 sein 25-jähriges Bestehen und wurde nach seiner Gründung dank Bischof Aichern auch auf österreichischer und europäischer Ebene verankert. Der von ihm vor über einem Vierteljahrhundert gegründete Osthilfefonds unterstützt bis heute Partnerdiözesen in Mittel- und Osteuropa.

 

Am 26. Dezember 2025, dem Stefanitag, wurde Bischof em. Maximilian Aichern 93. Jahre alt. Probleme mit den Beinen schränken ihn in seiner Mobilität stark ein. Seine geistige Beweglichkeit und Wachheit dagegen ist unvermindert: Bis heute interessiert er sich für kirchliche und gesellschaftliche Themen in Österreich und darüber hinaus. Davon konnten sich auch Bischof Manfred Scheuer und Bischofsvikar Wilhelm Vieböck überzeugen, als sie ihn vor den Weihnachtsfeiertagen besuchten, um auch im Namen der Diözese herzliche Glück- und Segenswünsche zum Geburtstag zu überbringen und frohe Weihnachten zu wünschen. 

 

Bischof em. Maximilian Aichern OSB

Bischof em. Maximilian Aichern feiert am Stefanitag 2025 seinen 93. Geburtstag. © Diözese Linz / Hermann Wakolbinger

 

Bischof em. Maximilian Aichern OSB

 

Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren. Sein Vater stammte aus Kärnten, die Mutter aus Niederösterreich. Einen Teil seiner Kindheit, später als Schüler auch die Ferien, verbrachte Maximilian bei seinen Großeltern in Kärnten. Von daher kannte er auch schon das Benediktinerstift St. Lambrecht im steirisch-kärntnerischen Grenzgebiet sehr gut. Maximilian maturierte 1951 in Wien und arbeitete anschließend im elterlichen Betrieb. 1954 trat er in das Kloster St. Lambrecht ein. Er studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule San Anselmo in Rom. 

1959 wurde er in der Abtei Subiaco bei Rom zum Priester geweiht. Anschließend wirkte er als Kaplan an der Stiftspfarre St. Lambrecht und als Berufsschulkatechet. 1964 wollte der Abt von St. Lambrecht die Leitung des Stiftes in jüngere Hände übergeben und so wurde der damals 32-jährige P. Maximilian zum Abtkoadjutor gewählt. Die Abtweihe empfing er am 12. Juli 1964. 1977 wurde er, nach dem Tod seines Vorgängers, Abt von St. Lambrecht. Ein Jahr später wählte man ihn auch zum Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation.

Am 15. 12. 1981 ernannte Papst Johannes Paul II., Abt Maximilian Aichern zum neuen Bischof von Linz. Am 16. Jänner 1982, einen Tag vor der Bischofsweihe, übernahm er offiziell die Amtsgeschäfte als zwölfter Bischof der Diözese Linz.

Die Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 führte trotz der arktischen Temperaturen rund 10.000 Gläubige in den Linzer Dom, unter ihnen die Spitzen des Staates und des Bundeslandes. Kardinal Dr. Franz König vollzog gemeinsam mit Altbischof Dr. Franz Zauner und Bischof Dr. Alois Wagner die Bischofsweihe. Weitere 20 Bischöfe aus dem In- und Ausland legten dem neuen Mitbruder die Hände auf. Als bischöflichen Wahlspruch wählte sich Maximilian Aichern „In caritate servire“ (In Liebe dienen).

Vom Beginn seines bischöflichen Wirkens an hat Aichern die Zuneigung der Oberösterreicher für sich gewonnen, wohl auch durch seine herzliche Art auf die Menschen einzugehen, mit ihnen zu reden.Die Feier des 200-jährigen Bestehens der Diözese Linz im Jahr 1985, und im Zusammenhang damit die Dekanatsfeste im ganzen Land - aufgeteilt auf mehrere Jahre - führten Bischof und Diözesanvolk in allen Gegenden des Bistums zusammen und brachten neuen Schwung in das Leben und Wirken der katholischen Kirche in Oberösterreich. Auf Initiative Bischof Aicherns fand 1986 eine Diözesanversammlung statt, bei der die Weichen für den künftigen Weg der Kirche im Land gelegt wurden.Es war kennzeichnend für den „Regierungsstil“ Bischof Aicherns, dass er in nur zehn Jahren nach seinem Amtsantritt in sämtlichen 485 Pfarren der Diözese zur offiziellen bischöflichen Visitation gewesen ist. Zu den Höhepunkten seines ersten Bischofs-Dezenniums gehörten zweifellos auch die beiden Besuche von Papst Johannes Paul II. in Österreich (1983 und 1988). Für die Diözese Linz war dabei besonders die Begegnung mit dem Papst 1988 in Enns-Lorch sowie sein Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen von Bedeutung.

Unter Aicherns Federführung erarbeiteten die Bischöfe ab 1988 den inzwischen berühmt gewordenen „Sozialhirtenbrief“, der 1990 erschienen ist. Das Dokument wurde in einem für die österreichische Kirche bislang einmaligen Vorgang aufgrund einer breiten Diskussion in der kirchlichen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit formuliert.Aichern war maßgeblich an der Ausarbeitung und Umsetzung des Sozialwortes der 14 christlichen Kirchen in Österreich 2003 beteiligt.

1997 unterzeichneten 30 VertreterInnen aller wichtigen gesellschaftlichen Gruppierungen und der Ökumene im Linzer Bischofshof die „Allianz für den arbeitsfreien Sonntag“. Aichern vertrat und vertritt diese Anliegen mit großer Überzeugung. 

Maximilian Aichern war als Vertreter der österreichischen Bischofskonferenz zwei Mal bei Bischofssynoden in Rom: Einmal über die „Berufung und Sendung der Laien in Kirche und Welt“ (1987) und einmal „Über das gottgeweihte Leben“(1994). Er war dann fast drei Jahrzehnte Vertreter der österreichischen Bischofskonferenz in der italienischen Bischofskonferenz.

Über mehrere Jahre entwickelten VertreterInnen aller wichtigen diözesanen kirchlichen Einrichtungen in den 1990er Jahren das Projekt „Seelsorge in der Zukunft“. Dieses stellte personell, finanziell, strukturell und inhaltlich die Weichen für die Pastoral in der Zukunft.

Am 18. Mai 2005 nahm Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Bischof Aichern an und ernannte ihn gleichzeitig zum Apostolischen Administrator der Diözese Linz. Am 18. September 2005 übergab Bischof Maximilian Aichern das Amt des Diözesanbischofs an den bisherigen Weihbischof von Wien, Dr. Ludwig Schwarz.

Auch unter Diözesanbischof Manfred Scheuer, der das Amt am 17. Jänner 2016 von Bischof Ludwig Schwarz übernahm, brachte sich Bischof em. Maximilian Aichern bis vor Kurzem in der Diözese Linz und weit darüber hinaus sehr aktiv in das kirchliche, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Leben ein. Bis heute verfolgt er mit großem Interesse kirchliche und gesellschaftliche Entwicklungen. 

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