Mittwoch 11. Februar 2026

Papst Leo: "Genug von dieser antisemitischen Gewalt!"

Papst Leo XIV. hat sich "tief erschüttert über den schrecklichen Angriff" auf Teilnehmer des jüdischen Chanukka-Festes am 14. Dezember 2025 in Sydney gezeigt. Er versichere "allen von diesem sinnlosen Akt der Gewalt Betroffenen" seine geistliche Nähe.

Das wurde in einem am 15. Dezember 2025 vom Vatikan veröffentlichten Telegramm an den Erzbischof von Sydney, Antony Colin Fisher, kommuniziert. "In erneuerter Hoffnung, dass diejenigen, die zur Gewalt verleitet sind, eine Umkehr erfahren und den Weg des Friedens und der Solidarität suchen", bete Leo für die Heilung der Genesenden sowie um Trost für jene, die um einen geliebten Menschen trauern, so das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Schreiben im Namen des Papstes.

 

Leo XIV. empfehle die Verstorbenen der liebenden Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes und erbitte den Segen des Friedens und der Stärke für alle Australierinnen und Australier, so das Beileidsschreiben in englischer Sprache.

 

Bereits am Mittag hatte Leo XIV. im Vatikan gesagt, er bete für alle, die unter Krieg und Gewalt leiden, insbesondere für die Opfer des "terroristischen Massakers" gegen die jüdische Gemeinschaft in Sydney. "Genug von diesen Formen antisemitischer Gewalt! Wir müssen den Hass aus unseren Herzen verbannen", so der Papst bei einer Audienz für die Spender von Krippe und Christbaum auf dem Petersplatz sowie der Krippe in der Vatikanischen Audienzhalle.

 

"Die Krippe und der Baum sind Zeichen von Glauben und Hoffnung", sagte Leo. "Wenn wir sie in unseren Häusern, Gemeinden und auf unseren Plätzen betrachten, lasst uns den Herrn bitten, in uns die Gabe des Friedens und der Geschwisterlichkeit zu erneuern."

 

 

Weltkirchenrat: "Abscheuliche" Tat

 

Als "abscheuliche" Tat verurteilte auch Weltkirchenrat-Generalsekretär Jerry Pillay den Anschlag in Sydney. "Wir bekunden unsere Solidarität mit den betroffenen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Australien sowie mit allen unseren jüdischen Schwestern und Brüdern, die von antisemitischem Hass und Gewalt bedroht werden", erklärte er am Montag, 15. Dezember in Genf.

 

Der Anschlag sei Teil eines "besorgniserregenden" weltweiten Anstiegs antisemitischer Akte sei, die einen erstarkten, gewalttätigen Hass widerspiegelten und die Sicherheit von Gemeinschaften gefährdeten. "Dieser gewalttätige Antisemitismus ist eine grobe Verletzung grundlegender Menschenrechte dar und in keiner demokratischen Gesellschaft zu tolerieren", betonte PIllay.

 

Chanukka-Leuchter

Papst Leo XIV. hat sich "tief erschüttert über den schrecklichen Angriff" auf Teilnehmer des jüdischen Chanukka-Festes am 14. Dezember 2025 in Sydney gezeigt. © www.pixabay.com / RJA1988

 

Sydneys Erzbischof: "Angriff auf Juden ist Angriff auf uns alle"

 

Auch führende Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Australien haben den Terroranschlag auf die Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka am weltbekannten Bondi Beach mit mindestens 15 Toten scharf verurteilt. "Wir alle teilen tiefe Trauer und berechtigte Wut über den Terroranschlag", sagte Sydneys katholischer Erzbischof Anthony Fisher. Fisher und der Vorsitzende der Australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Costelloe, sprachen der Jüdischen Gemeinde ihr Beileid aus und verurteilten die sich ausbreitende "Geißel des Antisemitismus".

 

"Jeder Angriff auf einzelne Juden ist ein Angriff auf die gesamte jüdische Gemeinschaft und eine Beleidigung der australischen Lebensweise", erklärte Erzbischof Fisher in seiner Stellungnahme. "Ein Angriff auf die Juden ist ein Angriff auf uns alle", hielt Fisher unmissverständlich fest. Er habe selbst durch seine Urgroßmutter jüdische Wurzeln. Die öffentliche Verbreitung von Hass gegen Juden sei "ein unsägliches Übel", so der Erzbischof. "Das muss aufhören."

 

Die Gewalt und das Grauen am Bondi Beach erschütterten zutiefst, sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Costelloe: "In einem Land, das stolz auf seine Toleranz und herzliche Gastfreundschaft ist, offenbart dieser blinde Hass einen dunklen und zerstörerischen Fleck in unserer Gesellschaft, der nicht nur unsere jüdischen Brüder und Schwestern, sondern uns alle bedroht."

 

Auch der Australische Nationale Imame-Rat (ANIC) erklärte in einer Stellungnahme: "Antisemitismus, der sich in Hass, Belästigung und Gewalt gegen die jüdische Gemeinde äußert, hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wir lehnen diese Taten entschieden ab und bekräftigen unsere gemeinsame Verantwortung, Respekt, Sicherheit und Würde für alle Gemeinschaften in Australien zu wahren." Der Terrorakt gegen die jüdische Gemeinde sei ein Angriff auf alle Australierinnen und Australier.

 

"Unsere Gebete und Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und allen, die von diesem unsäglichen Gewaltakt betroffen sind", hielten die Mitglieder des mit Vertretern zahlreicher Kirchen und Religionsgemeinschaften besetzten Rats für Glaubensfragen (Faith Affairs Council) des Bundesstaates New South Wales fest. Und weiter: "Wir werden nicht zulassen, dass Hass und Gewalt uns spalten. Über alle Kulturen und Glaubensrichtungen hinweg stehen wir vereint in Anteilnahme, Mitgefühl und Solidarität."

 

Kathpress

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