Von der heiligen Barbara auf dem St. Barbara Friedhof
Die heilige Barbara gilt als Schutzpatronin der Sterbenden, sie nimmt die Angst vor dem Tod und bringt die Kraft der Wandlung. Bekannt und verehrt wird die Christin, die im 4. Jahrhundert lebte und für ihren Glauben als Märtyrerin starb (historisch nicht gesichert), auch als Patronin verschiedener Berufe: der Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute und Dachdecker zum Beispiel. Barbara ist eine der 14 Nothelfer:innen. Dargestellt wird sie oft mit einem Turm.

Die gotische Skulptur der hl. Barbara befindet sich im Barbararaum. © St. Barbara Friedhof/Nik Fleischmann
Auf dem St. Barbara Friedhof ist sie auf mehrere Weisen präsent. So wurde 2016 der künstlerisch gestaltete Barbararaum im Hauptgebäude des Friedhofs eröffnet. Der Gewölberaum aus dem 18. Jahrhundert wurde behutsam renoviert und steht als einer der stimmungsvollsten Aufbahrungsräume zur Verfügung. Im Raum hat eine gotische Skulptur der hl. Barbara ihren Standort gefunden. Die aus echtem Antikglas mundgeblasenen Fenster in der großen Abschiedshalle symbolisieren Szenen aus dem Leben der heiligen Barbara. Ein Barbara-Fries – ein fotografisches Band – spielt mit dem Motiv der aufblühenden Barbara-Zweige und bringt zeitliche Nähe und Ferne zum Ausdruck, die jeder im Leben oftmals erfährt.

Barbarazweige zieren die Fenster in der großen Abschiedshalle. © Nik Fleischmann
Die heilige Barbara für Besucher:innen
Barbarazweige am 4. Dezember
Nach dem Motiv in der Legende der heiligen Barbara ist es am 4. Dezember, dem „Barbaratag“, vielerorts Brauch, Kirschzweige (vereinzelt auch Zweige von Apfel- oder Birnbäumen) in eine Vase zu stellen.Am Barbaratag, dem 4. Dezember 2025, sind (solange der Vorrat reicht) kostenlose Barbarazweigerl beim Portier am St. Barbara Friedhof erhältlich. „Mit ein wenig Glück blühen sie zu Weihnachten“, ermutigt Friedhofsverwalter Clemens Frauscher dazu, sich ein Zweigerl zu holen.

Friedhofsverwalter Clemens Frauscher verteilt einen Barbarazweig an eine Besucherin. © St. Barbara Friedhof
„Die heilige Barbara und andere bemerkenswerte Menschen“ - Friedhofsführung
Die Führung zeigt schwerpunktmäßig die Präsenz der heiligen Barbara am Friedhof. Die austriaguides unterhalten auch mit Geschichten über weitere Menschen, die hier begraben liegen und zeigen interessante Kunst und Architektur.
Die Führung am 2. Adventsonntag, 7. Dezember 2025, 14 Uhr, ist kostenlos. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Teilnehmer:innen der Führung erhalten auch noch am Sonntag Barbarazweigerl.
Weitere Termine im Advent
So, 14. Dezember 2025, 17 Uhr
Harp in the Dark. Konzert mit Eva-Maria Wallisch
Im Schutz der Dunkelheit bekommen die Zuhörer:innen die Möglichkeit, ohne jegliche Ablenkung die Musik zu genießen, zur Ruhe zu kommen und sich von den Klängen der Harfe tragen zu lassen.
So, 21. Dezember 2025, 15 Uhr
Offenes Weihnachtsliedersingen
Singen Sie gemeinsam mit uns! Weihnachtslieder selbst singen weckt Erinnerungen an früher – und bringen Sie vielleicht ein Stück näher zu jenem geliebten Menschen, der oder die am St. Barbara Friedhof begraben liegt. Mit Gottfried Schmid.
Die Legende der heiligen Barbara
Die schöne und kluge Barbara lebte der Legende nach um das Jahr 300 nach Christus in der Stadt Nikodemia als Tochter eines reichen Kaufmanns. Es war eine Zeit, in der Christen verfolgt wurden. Ihr Vater umsorgte sie zwar liebevoll, wollte sie aber auch von der Welt draußen fernhalten. Wenn er auf Reisen ging, schloss er sie darum in einem Turm ein. Als er wieder einmal unterwegs war, ließ Barbara sich gegen seinen Willen von einem Priester taufen. Ihr Vater konnte sie nicht mehr von ihrem christlichen Glauben abbringen. Der römische Kaiser verurteilte daraufhin Barbara und ließ sie ins Gefängnis sperren.
Auf dem Weg dorthin soll sich ein Zweig in ihrem Kleid verfangen haben, den sie in ihrer Zelle in ein Glas stellte und mit ihrem Trinkwasser wässerte. Im Gefängnis wurde Barbara gefoltert, doch ihre Wunden heilten über Nacht, sodass ihr Glaube nicht gebrochen werden konnte.
Letzten Endes wurde Barbara zum Tode verurteilt und ihr Vater selbst war es, der zum Schwert griff, um seine Tochter zu enthaupten. Dafür wurde er von einem Blitz getroffen und fand selbst den Tod. Der kleine Zweig aber, der in Barbaras Gefängniszelle überdauert hat, soll an ihrem Todestag geblüht haben.








