Samstag 7. März 2026

Ausstellung von Heribert Friedl im Linzer Bischofshof

Unter dem Titel „15 Aufenthalte“ sind bis 31. Oktober 2026 im Festsaal und in der Kapelle des Linzer Bischofshofs 15 kleinformatige Werke von Heribert Friedl zu sehen. Der Künstler nimmt dabei ikonografisch und ikonologisch Bezug auf den Kreuzweg Jesu. Die Ausstellung wurde am 26. November 2025 im Beisein des Künstlers eröffnet. 

Seit dem Jahr 2017 werden die Wände im Festsaal des Bischofshofes von unterschiedlichen Künstler:innen gestaltet. „15 Aufenthalte“ von Heribert Friedl ist die bereits neunte Ausstellung, die knapp ein Jahr lang zu sehen ist. Durch die Eröffnungsfeier am 26. November 2025 führte Andreas Kaltseis, Leiter des Bereichs Bildung & Kultur und Organisator der Ausstellung. Den Bilderzyklus präsentierte Kurator Hubert Nitsch, Referent für Kunstpastoral und Kulturarbeit der Diözese Linz. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Lukas Laska (Klarinette) und Caro Schachinger (Violine).

 

V. l.: Bischofsvikar Johann Hintermaier, Bischof Manfred Scheuer, Künstler Heribert Friedl, Kurator Hubert Nitsch und Andreas Kaltseis (Organisator der Ausstellung).
Lukas Laska und Caro Schachinger musizierten bei der Ausstellungseröffnung.
Künstler Heribert Friedl
Bischof Manfred Scheuer
Kurator Hubert Nitsch
Andreas Kaltseis, Organisator der Ausstellung
V. l.: Bischof Manfred Scheuer, Künstler Heribert Friedl und Kurator Hubert Nitsch.


In seinem Grußwort bezog sich Bischof Manfred Scheuer zunächst auf die Größe der Werke. Er nehme die Bilder nicht als klein wahr: „Sie ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, auf mich und sie treten in einen lebendigen Dialog, in einen Austausch des Blickes mit mir.“ Der Bischof zitierte den deutschen Dichter Friedrich Hölderlin: „Was gehalten ist im Kleinsten und nicht begrenzt werden kann vom Größten, das ist göttlich.“ „Diese Bilder“, so der Bischof, „haben etwas von diesem Geheimnis des Kleinen und des ganz Großen“.


Bezogen auf die Thematik – die 15 Werke beziehen sich auf die Kreuzweg-Stationen – sieht Bischof Scheuer „die eigene Biografie, die eigenen Erfahrungen, die existenziellen Höhen und Tiefen, die Sternstunden und die Abgründe in einen Dialog treten mit dem Leben, dem Wirken, dem Leiden, dem Tod, aber auch mit der Auferstehung Jesu“. Dies sei nicht nur ein Diskurs, sondern eine gegenseitige Erhellung, Erschließung und Eröffnung von Leben. 

 

„15 Aufenthalte”

 

Vierzehn der 15 kleinformatigen Bilder prägen den Festsaal im Bischofshof Linz und entfalten ihre Wirkung als Einzelbilder, aber auch als Gruppe bzw. als Weg, heißt es im Folder zur Ausstellung. Das Faktische und das Hoffnungsvolle werden neben- bzw. zueinandergesetzt, so wie auch die Bilder nebeneinanderhängen bzw. zueinandergehören. Das fünfzehnte Bild befindet sich in der nebenan liegenden Kapelle als Referenz auf die später üblich gewordene fünfzehnte Auferstehungsstation als Fortführung bzw. Zielpunkt des Kreuzweges aus theologischer Sicht.


So wird aus dem Leidensweg existenzieller Fragestellungen auch ein Lebensweg und Hoffnungsweg. Der Endpunkt Auferstehung wird zum Ausgangspunkt für Leben und zu einer Verheißung. Gleichzeitig verbindet dieses Bild zwei Räume, die verschiedene Funktionen haben und im kirchlichen Geschehen doch zusammengehören. Innere Kontinuitäten werden so zu Lebensachsen. 


„Maßanfertigung“ für den Bischofshof

 

Für die Ausstellung im Bischofshof hat Heribert Friedl einmal mehr „ortsbezogen“ gearbeitet. Und somit Neues geschaffen, denn die mit englischen Textbausteinen versehenen Acrylbilder auf MDF-Platten wurden speziell für die Örtlichkeit, den Festsaal und die Kapelle, gemalt. Ihm sei es wichtig gewesen, beide Räumlichkeiten zu verschränken, betonte der Künstler. Ein Kreuzweg habe ihm im Bischofshof gefehlt. 


„Heribert Friedl ist ein Sensor menschlicher Vorgänge und er schafft es, sich und die Gesellschaft zu beobachten und in einem Satz zu verdichten“, so Kuratur Hubert Nietsch, der die Besucher:innen beschreibend durch die 15 Werke führte. Er bedankte sich beim Künstler, der „eine bildnerische, literarische und musikalische Begabung lebt, die er immer wieder auch, so wie im Bischofshof Linz, ortsspezifisch entwickelt“. Heribert Friedl habe keine Scheu, innerste menschliche, aber auch religiös Gehalte sichtbar zu machen, betonte Nitsch.

 

Heribert Friedl


Heribert Friedl wurde 1969 in Feldbach (Steiermark) geboren und lebt in Wien. Er studierte Bildhauerei an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und dort seit 2021 Dozent – er lehrt am Institut für Bildende und Mediale Kunst an der Abteilung für Ortsbezogene Kunst. Seine Werke werden seit 1994 in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, wie u. a. im Museum Folkwang in Essen (D), Kunstverein Arnsberg (D), Fundação Calouste Gulbenkian in Lissabon (PT), Kunsthalle Kiel (D), Stadtgalerie Saarbrücken (D), Neue Galerie Graz, Forum Stadtpark, Kunsthalle Exnergasse in Wien und Salzburger Kunstverein. 


Bekannt wurde Heribert Friedl vor rund 20 Jahren durch seine Arbeiten mit Duftstoffen und deren Wirkung. Als „nonvisual objects“ bezeichnet er seine Installationen in visuell vermeintlich leeren Räumen, die er mit Gerüchen verbindet. Die wahrgenommenen Düfte verbindet jede:r Betrachter:in mit eigenen Erinnerungen, sodass jeweils ein eigenes Bild entsteht. In seinen jüngeren Arbeiten verknüpft Friedl assoziativ Gerüche mit visuellen Systemen (Malerei, Objekte, Text, Fotos, Textilien und Klang): zurückhaltend und auf das Wesentliche konzentriert. www.nonvisualobjects.com


Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Bischofshofes bis Ende Oktober 2026 besucht werden: Festsaal (1. Stock), Herrenstr. 19, 4020 Linz. Telefonische Voranmeldung erbeten bei Johann Hintermaier (0676 / 8776 1114) oder Andreas Kaltseis (0676 / 8776 1102)


 

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