Sonntag 22. Februar 2026

Csiszar: Neues Papst-Schreiben von großer „theologischer Radikalität"

Die Linzer Pastoraltheologin Prof. Klara A. Csiszar beschreibt das neue Papst-Schreiben "Dilexi te" als „eine fundamentaltheologische Neubestimmung des Christentums".

Als ein Dokument von enormer "theologischer Radikalität" und als eine "fundamentaltheologische Neubestimmung des Christentums" insgesamt hat die Linzer Pastoraltheologin Prof. Klara A. Csiszar das neue Papst-Schreiben "Dilexi te" gewürdigt. Das Dokument zeige, "dass die Begegnung mit den Armen nicht peripherer Aspekt, sondern das Zentrum der christlichen Existenz ist". Daraus folge, dass die Armen "als Orte, wo Christus ist, spricht und richtet" verstanden werden sollten und sie somit kirchlich als "zentrale Akteure der Heilsgeschichte" verstanden werden sollten, heißt es einer von der Katholischen Privat-Universität Linz (KU Linz) am Donnerstag versendeten Stellungnahme Csiszars.

 

Vizerektorin Dekanin Univ.-Prof.in Dr.in Klara-Antonia Csiszar

Die Linzer Pastoraltheologin Prof. Klara A. Csiszar / © KU Linz / Hermine Eder

 

 

Das prophetische Moment des Dokuments liege außerdem darin, dass es die Fürsorge für die Armen weit über Dimensionen "individueller Caritas" hinaus verstehe und ein Überdenken kirchlicher "Strukturen, Prioritäten" und ihres Selbstverständnisses fordert, so die Theologin weiter. Anders gesagt: Um authentisch "arme Kirche für die Armen" zu sein, sei die Kirche vor die Wahl gestellt: "Transformation oder Stagnation". Daraus könne man letztlich konkrete Vorschläge einer Kirchenreform und einer pastoralen Neuausrichtung gewinnen, führte Csiszar aus.

 

Strukturell folge aus "Dilexi te" eine stärkere Einbindung der Armen in Entscheidungsprozesse, ein verstärktes in-den-Blick-Nehmen der Ränder und eine prinzipielle Gestaltung einer "Kirche der Armen", die nicht nur für, sondern "mit den Armen" arbeite, so die Theologin. Damit gehe weiters eine "pastorale Neuausrichtung" einher, die in einer "vorrangigen geistlichen Zuwendung zu den Armen als Kernelement aller Seelsorge" und als "Lehrer des Evangeliums" bestehe. Gläubige wie Klerus müssten verstärkt für Wert und Bedeutung der Armen für den Glauben sensibilisiert werden und in Ausbildungsprogrammen die Verbindung von Spiritualität und sozialer Gerechtigkeit gestärkt werden.

 

Verstärkt sei die Kirche außerdem aufgerufen, sich mit Bewegungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu vernetzen, die Fürsorge für Migranten als "integralen Bestandteil kirchlicher Sendung" zu begreifen und sich in internationalen Organisationen und Gremien für "strukturelle Gerechtigkeit" einzusetzen. Auf spiritueller Ebene gelte es, "Kontemplation und Caritas" in ihrem Zueinander verstärkt wahrzunehmen und auch die Gabe von Almosen als "spirituelle Praxis" neu zu entdecken.

 

Dies alles würde einer "mystischen Theologie der Armut" zuarbeiten, die den Weg "von der Lehre zur Tat" ebne, so die Theologin abschließend. "Die Umsetzung dieser Vorschläge würde die Kirche zu dem machen, was sie nach 'Dilexi te' sein soll: nicht eine Institution unter vielen, sondern die sakramentale Gegenwart Christi in einer Welt, die nach Gerechtigkeit und Liebe hungert."

 

 

kathpress

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