Ausgebuchter Bildungskongress in Puchberg mit Appell
Anstatt Leistungsdruck und Stress standen Kreativität, Begeisterung und das Entfalten des eigenen Potenzials Anfang Oktober im Mittelpunkt des Bildungskongresses 2025 im Bildungshaus Schloss Puchberg. Zwei Tage lang war das Haus erfüllt von Aufbruchsstimmung, Energie und einem neuen Verständnis von Bildung. Im Fokus stand ein Paradigmenwechsel – weg von Leistungsdruck, hin zu Kreativität, Begeisterung und individueller Entfaltung.
Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe und Hauptreferent, betonte: „Bildung gelingt nur dort, wo Beziehung und Begeisterung den Rahmen bilden. Lernen ist ein menschliches Grundbedürfnis, das uns lebendig hält – bis ins hohe Alter!“ Sein Vortrag wurde zu einem eindringlichen Plädoyer für Vertrauen, Beziehung und Begeisterung als Grundlage echten Lernens.

Gerald Hüthner, Neurobiologe und Hauptreferent beim Schloss Puchberger Bildungskongress 2025, hält Vertrauen, Beziehung und Begeisterung für die Grundlage echten Lernens. © Peter Kainrath
Kinder und Jugendliche als Treiber des Wandels
Ein besonderes Highlight waren die Beiträge von Schüler:innen von „Schule im Aufbruch“, die in lebendigen Präsentationen zeigten, wie Lernen aussehen kann, wenn Vertrauen und Eigenverantwortung im Mittelpunkt stehen. Ihr Auftritt wurde zum emotionalen Höhepunkt und unterstrich die Dringlichkeit einer menschlicheren Schule. Inspirierende Beiträge kamen von Schüler:innen der Volksschule Grünburg, der Mittelschule Steyregg und des Gymnasiums Seekirchen am Wallersee, von Studierenden der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz mit Schüler:innen der Volksschule Asten und abschließend noch Praxisbeispiele von der Universität Wien.
Margret Rasfeld, Bildungsaktivistin und Autorin, untermauerte ihr Statement mit Briefen von 70 Jugendlichen, die in bewegenden Worten das Leiden am aktuellen Schulsystem schildern. Ihr neuestes Buch ruft zu einem radikalen Umdenken auf: „Bildung muss Sinn stiften und Verantwortung fördern.“ Mit Mut, Vertrauen und Begeisterung schaffen wir einen Raum, in dem Kinder wirklich lernen und wachsen können.

Margret Rasfeld, Bildungsaktivistin und Autorin, ruft in ihrem neuestes Buch zu einem radikalen Umdenken auf: „Bildung muss Sinn stiften und Verantwortung fördern.“ © Peter Kainrath
Der mehrfache Olympiasieger Felix Gottwald berührte mit seiner persönlichen Geschichte: Nach der Empfehlung, das Schigymnasium zu verlassen, wurde aus dieser „Niederlage“ der Antrieb für seine spätere Karriere. Seine Botschaft: „Glaube an dich – und übe täglich, was dich wirklich weiterbringt.“ Entwicklung ist eine Reise, die mit jedem Schritt im JETZT beginnt.

Der mehrfache Olympiasieger Felix Gottwald erzählte seine Geschichte beim Bildungskongress 2025 im Bildungshaus Schloss Puchberg. © Peter Kainrath
Joey Kelly, Musiker, Unternehmer und Sportler gab den Teilnehmer:innen die Botschaft „Never give up!“ mit. Leidenschaft, Disziplin und der Wille, nie aufzugeben, sind Kräfte, die uns über unsere Grenzen hinauswachsen lassen!
Humorvoll und nachdenklich zugleich gestalteten der Karikaturist Gerhard Haderer gemeinsam mit dem Musiker H.P. Falkner den Abend mit einer Cartoonshow, die gesellschaftlichen Widersprüche auf den Punkt brachte und das Publikum mit feiner Ironie und gesellschaftskritischem Witz zum Lachen und Nachdenken brachte.
Catarina Lybeck begeisterte mit einer interaktiven Klangperformance, die Körper und Stimme als Werkzeuge des Lernens erlebbar machte. Stimme ist viel mehr als ein Klang, sie ist Ausdruck, Energie und Persönlichkeit. Mit einem ganzheitlichen Zugang hilft sie Menschen, ihre Stimme zu entfalten und mit neuer Leichtigkeit zu musizieren.

Catarina Lybeck begeisterte mit einer interaktiven Klangperformance. © Peter Kainrath
Ein musikalisches Experiment rundete den Kongress ab: Unter Anleitung des Schlagzeugers Martin Grubinger lernte eine Teilnehmerin ohne Vorkenntnisse in nur zehn Minuten die Grundrhythmen und begleitete ein Lied. Grubinger nutzte die Gelegenheit, auf die aktuelle Situation hinzuweisen: „In Österreich warten 30.000 Kinder auf einen Platz in der Musikschule.“ Als Lösung präsentierte er die App „MyGroove“, die Jugendlichen den Einstieg ins Musizieren erleichtern soll. Ziel ist es, die Begeisterung für´s gemeinsame Musizieren neu zu entfachen – digital, innovativ, mit den Besten!
Erfolgsgeschichten aus der Praxis
Wie Schultransformation konkret gelingt, zeigten Doris Pfingstner (Mittelschule Aspern) und Rainer Leitner (Gymnasium Gmunden). Beide berichteten von mutigen Schritten, Widerständen – und vor allem von den sichtbaren Erfolgen: mehr Freude, weniger Stress, bessere Lernergebnisse. „Veränderung braucht Mut, aber sie lohnt sich“, so Pfingstner.
Azra Bajrica und Amin Ahmetovic stellten die Frage, ob der Migrationshintergrund wirklich das Problem darstellt? Oder ob es nicht an den Strukturen liegt? Die beiden brachten frischen Wind und gute Ideen mit.
Ein Signal für die Zukunft
Der Kongress endete mit einem klaren Appell: Bildung muss neu gedacht werden – als Raum für Potenzialentfaltung, nicht für Standardisierung. „Hier haben wir erlebt, wie Bildung klingen kann, wenn Freude und Vertrauen die Hauptrolle spielen“, resümierte eine Teilnehmerin.

Bildung muss neu gedacht werden – als Raum für Potenzialentfaltung, nicht für Standardisierung, so Fazit (und gleichsam Appell) des Bildungskongresses 2025 im Bildungshaus Schloss Puchberg. Auf dem Bild: Referent:innen und das Organisationsteam. © Peter Freyka
Bildungshaus Schloss Puchberg, Gabriele Hofer-Stelzhammer








