Tuesday 27. September 2022

Große Professfeier im Stift Kremsmünster

Das Hochfest des Heiligen Agapitus am 18. August 2022 war ein besonders freudiger Tag für die Klostergemeinschaft von Kremsmünster. Zwei Mönche legten beim Pontifikalamt das Versprechen der Beständigkeit, des klösterlichen Lebenswandels und des Gehorsams ab.

Frater Anselm Demattio (34, gebürtig in München), der sich 2017 der Gemeinschaft der Benediktiner von Kremsmünster anschloss, feierte am 18. August die ewige Profess. Damit bindet er sich für immer an die klösterliche Gemeinschaft. Pater Christian Mayr (63, gebürtig in Enns), der als Diözesanpriester über 20 Jahre in der Diözese Barreiras (Brasilien) wirkte, begann letztes Jahr sein Noviziat im Kloster Kremsmünster und legte die zeitlichen Gelübde für drei Jahre ab.

 

Abt Ambros Ebhart brachte die besondere Freude zum Ausdruck: „Unsere Klostergemeinschaft ist dankbar und freut sich, dass immer wieder Männer den Weg in unser Kloster finden und ihr Leben für Gott und die Menschen nach den klösterlichen Gelübden gestalten wollen.“

 

P. Bernhard Eckerstorfer, der die Predigt zur Professfeier hielt, sagte: „Die heutige Profess ist aber nicht Abschluss, sondern ein neuer Startschuss für eure benediktinische Gott-Suche. Ein bewegtes und bewegendes Wagnis, zu dem ihr heute JA sagt. Das Deckenfresko der Eingangshalle unserer Stiftskirche zeigt uns das dynamische Grundmotiv: Jakob sieht im Traum Himmel und Erde verbunden. Auf einer Leiter steigen Engel auf und ab. Als Jakob aus dem Schlaf erwacht, ruft er aus: „Wirklich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht. … Wie ehrfurchtgebietend ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.“ (Gen 28) Mit dieser Profess setzen Christian und Anselm alles auf eine Karte: auf Gott! Sie können das tun, weil ihre Übergabe an den Herrn Antwort auf sein gnadenvolles Wirken ist. „Denn er hat uns zuerst geliebt.“ (1 Joh 4,19; vgl. RB 7,40) Die Professfeier ist ein tiefes Ereignis und ein Geschenk für uns alle. Gott lasse euer Vertrauen nicht zuschanden werden!“

 

Predigt von P. Bernhard Eckerstorfer zum Nachlesen

 

Vor dem Agapitusaltar (v. l.): Prior P. Maximilian Bergmayr, P. Christian Mayr, Abt Ambros Ebhart, Frater Anselm Demattio und P. Bernhard Eckerstorfer

Vor dem Agapitusaltar vl.: Prior P. Maximilian Bergmayr, P. Christian Mayr, Abt Ambros Ebhart, Frater Anselm Demattio und P. Bernhard Eckerstorfer. © Stift Kremsmünster / Stefan Kerschbaumer

 

Besondere Riten der Profess

 

Zur ewigen Profess gehört die sog. „Prostratio“. Als Zeichen der Demut und des Gehorsams legt sich der Mönch vor dem Altar ausgestreckt auf den Boden. Währenddessen erfolgt die Anrufung des Heiligen Geistes und die Allerheiligenlitanei.
Als Zeichen der Hingabe an Gott singt der Kandidat dreimal das „Suscipe me, Domine“, das von der Klostergemeinschaft jeweils wiederholt wird. „Nimm mich auf, Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben; lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!“ Damit drückt der Kandidat sein festes Vertrauen auf Gott aus, in dem er das klösterliche Leben in der Gemeinschaft der Mitbrüder wagt.

 

Der Festtag des Heiligen Agapitus von Praeneste – heute Palestrina in der Nähe von Rom – ist seit 1930 der bevorzugte Termin für die Ablegung der Profess. Er ist der Schutzpatron des Klosters Kremsmünster, der Pfarren und der studierenden Jugend. Überliefert ist, dass er um das Jahr 274 im Alter von 15 Jahren einer Christenverfolgung zum Opfer gefallen ist und seine Reliquien im 9. Jh. nach Kremsmünster kamen.

 

„Prostratio“ ist ein besonderer Ritus bei der ewigen Profess
Frater Anselm Dermattio singt das „Suscipe me“
Pater Christian Mayr legt die zeitlichen Gelübde ab

© Stift Kremsmünster / Stefan Kerschbaumer

 

Kurzbiografien

 

Frater Anselm Demattio (34) stammt aus München und ist 2017 in die Klostergemeinschaft von Kremsmünster eingetreten. Vor seinem Eintritt hatte er das Physik- und Theologiestudium an der Universität Wien abgeschlossen. Im Herbst 2019 begann er das Lizenziatsstudium in Liturgie in Sant’Anselmo, der Hochschule der Benediktiner in Rom. Mit einer Arbeit zum Thema „Katholische Liturgie im Kontext der Reformation“ über den Codex 107 der Stiftsbibliothek aus dem Jahr 1580 konnte er im Februar 2022 dieses Studium abschließen. Derzeit setzt er seine Studien für das Doktorat in Sant’Anselmo mit einem Projekt zur Liturgie in Kremsmünster um 1600 fort. Seit 2020 ist er Redaktionsmitglied der Benediktinischen Zeitschrift „Erbe und Auftrag“.

 

Pater Christan Mayr (63) stammt aus Enns und studierte vor dem Eintritt ins Linzer Priesterseminar Kunst- und Werkerziehung. 1991 wurde er zum Priester geweiht und ging 1995 in die Mission nach Brasilien, wo er 23 Jahre lang in der brasilianischen Diözese Barreiras wirkte. Dort hat er einige Pfarren aufgebaut und geleitet sowie Kirchen selbst ausgemalt. 2021 entschied er sich zum Ordensleben als Benediktiner in Kremsmünster und bat um Aufnahme ins Noviziat.

 

Alexandra Hauzenberger / Stift Kremsmünster

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