Saturday 1. October 2022

Päpstliche Missionswerke feierten 100-jähriges Bestehen

Am 13. August 2022 feierten die Päpstlichen Missionswerke ihr 100-Jahr-Jubiläum mit einem Dankgottesdienst in der Karmelitenkirche Linz und einem Festakt im Ursulinenhof.

Bis zum letzten Sitzplatz war die Karmelitenkirche in der Linzer Landstraße am Abend des 13. August 2022 mit rund 300 Gläubigen voll besetzt: 100 Jahre Päpstliche Missionswerke in Österreich wurden gefeiert. 1922 waren diese – auf die Idee der vor kurzem seliggesprochenen Französin Pauline Jaricot hin – in Rom gegründet worden.

 

Mit afrikanischer Trommelmusik, philippinischen Gesängen und zahlreichen Priestern und Ordensfrauen aus Afrika und Asien sowie der Repräsentation einiger Länder durch deren Flaggen, die von Kindern getragen wurden, war Weltkirche spürbar. 

 

 

Bischof Scheuer: "Mission braucht Lernbereitschaft und Lernfähigkeit"

 

Bischof Manfred Scheuer würdigte in seiner Predigt Mission als Vollzug von "Schlüsseldimensionen eines christlichen Gottes- und Menschenbildes". Es gehe bei ihr um Gottes- und Nächstenliebe. Gleichzeitig brauche die Mission immer auch "Lernbereitschaft und Lernfähigkeit, die Bereitschaft damit zu rechnen, auch einmal falsch zu liegen sowie die Reinigung des Gedächtnisses", mahnte Scheuer.

 

"Jeder Christ, jede Christin ist eine Mission", erinnerte Scheuer an die Worte von Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium. Eine entscheidende Frage werde zukünftig sein, wie man die Berufungen zum ehren- und hauptamtlichen Engagement heben könne, so der Bischof. Es brauche Menschen, die die Fähigkeit haben, in anderen den Ruf Gottes hör- und verstehbar zu machen. "Das können die Eltern sein, das werden Freundinnen und Freunde sein, das sind vielleicht auch Pädagoginnen und Pädagogen, Begleiterinnen und Begleiter in den Pfarrgemeinden, Seelsorgerinnen und Seelsorger, kurz: Vorbilder, die angreifbar und ansprechbar sind."

 

Bei dem Begriff "Mission" würden bei vielen Menschen noch immer "sofort die roten Warnlampen" angehen, erinnerte der Bischof: "Viele Vorbehalte und auch Vorurteile schlagen dem Missionsbegriff immer wieder entgegen. Er ist ja auch in historischer Hinsicht nicht unbelastet." In der "realen Geschichte der Missionsbewegung der katholischen Kirche" mischten sich "Heiliges und Gewalt, Wesen und Unwesen". Es bedürfe der Bereitschaft zur Selbstkritik, zur Reinigung des Gedächtnisses und zum Lernen von den anderen. Eine solche Reinigung vollziehe sich "als ein Prozess, der auf die Befreiung des individuellen und gemeinschaftlichen Gewissens von allen Formen des Ressentiments und der Gewalt zielt", so der Bischof.

 

Gleichzeitig stelle sich verstärkt die Frage: "Was ist eigentlich unsere Mission als Kirche in der Welt von heute?", so Scheuer. Das Zweite Vatikanische Konzil habe versucht, auf diese pastorale Grundfrage der Gegenwart eine gleichermaßen evangeliums- wie zeitgemäße Antwort zu geben, so der Bischof. Papst Franziskus werde nicht müde, das Profil einer missionarischen Kirche zu zeichnen und zu leben: Die Kirche müsse sich an die Grenzen menschlicher Existenz vorwagen. Der Papst spreche davon, dass Priester und Bischöfe den "Geruch der Schafe" haben sollen.

 

Mission heiße Sendung, Auftrag sei das "Weitersagen, was für mich selbst geistlicher Lebensreichtum geworden ist", so Scheuer. Letztlich gehe es darum, das zu zeigen, was man liebt: "Jesus zeigen, von dem wir sicher sein dürfen, dass er uns liebt". "Gelingt es, eine Weggenossenschaft mit den Menschen zu gehen, um den Ruf Gottes übersetzbar zu machen? Wer getraut sich zu rufen? Wer getraut sich, Zutrauen auszusprechen und durchzuhalten, zu fördern und zu begleiten – immer in Anbetracht dessen, dass Gott längst zuvor die Zusage des: 'Ich brauche dich!' gegeben hat?", so der Bischof.

 

Predigtgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Kinder bringen die Weltkugel
Festgottesdienst "100 Jahre Päpstliche Missionswerke" in der Karmelitenkirche Linz
Feierlicher Schlusssegen von Bischof Manfred Scheuer
Philippinische Gemeinde
Priester beim Festgottesdienst
Festakt im Ursulinenhof
Duo aus Kolumbien
Missio-OÖ-Direktor Heinz Purrer mit Band
P. Joe Unterberger, Franziskanermönch und ehemaliger Tennisprofi aus Bad Ischl
P. Karl Wallner

© Missio

 

Festakt im Ursulinenhof

 

Beim anschließenden Festakt im Ursulinenhof wurden in Wort und Bild die fünf Hauptaufgaben der päpstlichen Missionswerke geschildert. Tief berührend waren dabei die Worte von P. Joe Unterberger, Franziskanermönch und ehemaliger Tennisprofi aus Bad Ischl, der die Zuhörer ermutigte, das Leid, für das es oft keine Erklärung gibt – er erfährt dies momentan hautnah bei seinem Missionseinsatz in Myanmar –, durch Solidarität, (Mit-)Tragen und Gebet auszuhalten, mit Jesus gleichsam den Kreuzweg zu gehen.

 

Diözesandirektor Heinz Purrer und Karina Haudum schilderten in ihrem Beitrag zur Aufgabe „Wir helfen Kindern in die Zukunft“ die Begegnung mit einer ehemaligen Prostituierten, die durch den Glauben und die Begleitung durch die beiden die Kraft zum Ausstieg fand und ihre Biografie („Sehnsucht nach Liebe“) schrieb. 

 

Auch Sr. Patrizia Kaiser, Steyler Missionsschwester in Rumänien, und F. Anthony Ejeziem, der von einer Missio-Priesterpatenschaft im Studium unterstützt worden war, kamen zu Wort. Zum Abschluss des Festaktes bekräftigte Missio Nationaldirektor, P. Karl Wallner, wie wichtig auch der Missionseinsatz in Österreich ist.

 

Bei Wein, afrikanischen Spezialitäten und Kuchen war dann noch viel Zeit für Begegnung und Austausch.

 

 

100 Jahre Missio

 

Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Teil des Festprogramms sind u. a. Festgottesdienste in den einzelnen österreichischen Diözesen. Bekannt sind die Päpstlichen Missionswerke vor allem für den jedes Jahr im Oktober stattfindenden Weltmissionssonntag, der heuer am 23. Oktober stattfindet. An diesem Tag wird weltweit für die ärmsten Diözesen der Welt gesammelt. Schwerpunktland ist diesmal die Demokratische Republik Kongo. Die vor 100 Jahren gegründeten Päpstlichen Missionswerke wirken seit 1922 in 150 Ländern der Welt.

Infos: www.missio.at

 

Helga Prühlinger / Missio OÖ | Kathpress 

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