Saturday 1. October 2022

Marienschwestern vom Karmel: Feier der Professjubiläen

Am 13. August 2022 beging die Kongregation der Marienschwestern vom Karmel die Professjubiläen von neun Mitschwestern. Den Festgottesdienst in der Karmelitenkirche Linz feierte P. Paul Weingartner OCD mit den Schwestern und ihren Gästen.

Mit P. Paul Weingartner zelebrierten Mitbrüder aus dem Orden der Karmeliten, Priester aus den Heimat- und Wirkungsorten der Jubilarinnen sowie Priester, die den Marienschwestern verbunden sind. Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst von einigen Schwestern und von Agnieszka Dybkowska an der Orgel.

 

 

Professjubiläum als „reiches Erntedankfest“

 

Schwester M. Michaela Pfeiffer-Vogl, die Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel, in ihren Begrüßungsworten am Beginn des Gottesdienstes: „Dieser Festgottesdienst ist wie ein reiches Erntedankfest. Unsere Mitschwestern blicken auf 65, 60, 50 und 40 Professjahre dankbar zurück. Wir danken heute für Gottes Gnade, die er unseren Jubilarinnen über Jahrzehnte hinweg geschenkt hat.“

 

 

Ordensgemeinschaft lebt vom Engagement der Einzelnen

 

P. Paul Weingartner betonte am Beginn seiner Festpredigt, in den ersten Lesung aus dem Buch Ezechiel werde deutlich, dass Gott sich wie ein guter Hirt um jeden einzelnen Menschen kümmere. Dieser gute Hirt sei in Jesus Mensch geworden. In der zweiten Lesung aus der Offenbarung des Johannes werde ein Ausblick auf den Himmel gegeben, wo Freude, Lobpreis und Dankbarkeit unendlich groß seien. Dort sei von Menschen die Rede, die aus der Bedrängnis kommen. Weingartner: „Mit dieser Bedrängnis ist wohl diese unsere Welt gemeint, die wir Tag für Tag erleben und erleiden. Es ist schön, wenn einzelne Menschen zu Christus finden oder wenn Christus zu den Menschen findet, wenn es zu dieser Begegnung, zum Miteinander zwischen Gott und Mensch kommt – in Jesus Christus ist das möglich. Unter den Jünger:innen Christi gibt es Menschen, die ihr ganzes Leben dieser Gottesbeziehung widmen und dem, was daraus werden kann bzw. werden soll. Da gibt es Leben in Fülle und da gibt es die Freude, trotz aller Bedrängnis. Die Freude ist die Schwester der Liebe, die uns von Gott geschenkt wird.“

 

Vor 161 Jahren, 1861, sei der Grundstein für die Gemeinschaft der Marienschwestern vom Karmel gelegt worden. Begonnen habe alles mit der Hingabe eines Menschen – mit der ersten Schwester, die in ihrem Leben einen Neuanfang gesetzt habe. Dieses Neue habe sich fortgesetzt durch das innere und äußere Engagement einzelner Schwestern. „Es kommt immer auf die Einzelne an. Dazu passt das Wort von Kardinal John Henry Newman: ‚Bekanntlich wird jede große Veränderung von wenigen, nicht von vielen bewirkt; durch die entschlossenen, unerschrockenen, eifrigen Wenigen.‘ Das, was Gott mit den Menschen tun möchte, das braucht die Gottesbeziehung. Gott ist nicht nur einer, der den Auftrag gibt, sondern er gibt die Fähigkeiten – aus der Gemeinschaft mit ihm“, so P. Paul Weingartner. Aus dem Leben der Marienschwestern mit Jesus erwachse ihr glaubwürdiges Engagement für die Menschen in den verschiedensten Wirkungsbereichen, das andere zum Mitgehen ermutige.

 

Die Karmelheilige Edith Stein habe zur Berufung durch Gott gesagt: ‚Wir wissen nicht, nach welchen Gesichtspunkten die Auswahl getroffen wird, jedenfalls nicht nach Würde und Verdienst. Und darum macht uns die Gnade der Berufung nicht stolz, sondern klein und dankbar. Unsere Aufgabe ist es zu lieben und zu dienen.‘ Die Treue zu dieser Berufung werde im Alltag durch das Gebet gelebt, wie der Karmelit betonte. Das Gebet werde von Edith Stein mit einer Jakobsleiter verglichen: Die Anliegen der Menschen würden zu Gott hinaufgetragen, während seine Gnade zu den Menschen herabsteige. „Unsere Nöte, unsere Dankbarkeit kommt zu Gott, und seine Geschenke kommen in unsere Herzen. Was uns geschenkt ist, leben wir mit Herz, Hirn und Hand. Wir alle stoßen dabei immer wieder an unsere Grenzen. Das ist eine Einladung, alles zur ‚Chefsache‘ zu erklären. Mit den eigenen Zusagen offenbart man seine Möglichkeiten, mit den Absagen die eigene Geschöpflichkeit. Unsere Schwächen sind kein Problem, solange unser Leben Gott anvertraut ist. Thérèse von Lisieux würde sagen: ‚Schwäche darf sein, Vertrauen muss sein.‘“

 

Die Jubilarinnen erneuerten beim Festgottesdienst ihre Profess.
Die Jubilarinnen erneuerten beim Festgottesdienst ihre Profess.
Die Jubilarinnen erneuerten beim Festgottesdienst ihre Profess.
Die Jubilarinnen mit Mitschwestern und den Priestern

© Sr. Anna Pointinger / Marienschwestern

 

 

Zum einmal Versprochenen stehen

 

Die Jubilarinnen erneuerten im Festgottesdienst ihre Ordensprofess und bekundeten in Dankbarkeit: „Was ich vor 65, 60, 50 und 40 Jahren versprochen habe, dazu stehe ich auch heute.“

 

 

Die Professjubilarinnen

 

65 Professjahre

  • Schwester M. Perpetua Steinmann aus Diersbach
  • Schwester M. Agatha Roidinger aus Micheldorf

Diamantenes Professjubiläum (60 Jahre)

  • Schwester M. Angelia Angermayr aus Kallham
  • Schwester M. Johanna Baptista Pöllhuber aus Frauenstein
  • Schwester M. Adelinde Perndorfer aus Hartkirchen
  • Schwester M. Martina Schrattenecker aus Lohnsburg

Goldenes Professjubiläum (50 Jahre)

  • Schwester M. Gabriele Fesl aus Pfarrkirchen im Mühlkreis
  • Schwester M. Susanne Eibensteiner aus Alkoven

40 Professjahre

  • Schwester M. Clementine Honeder aus Windhaag bei Perg

 

Nach dem Fest in der Kirche folgte ein gemütliches Beisammensein der Jubilarinnen und Schwestern mit Verwandten, WeggefährtInnen und FreundInnen im Mutterhaus der Marienschwestern.

 

Die Jubilarinnen der Marienschwestern

Die Jubilarinnen:

Stehend (v. l.): Sr. M. Angelia Angermayr, Sr. M. Clementine Honeder, Sr. M. Gabriele Fesl, Sr. M. Susanne Eibensteiner, Sr. M. Martina Schrattenecker

Sitzend (v. l.): Sr. M. Adelinde Perndorfer, Sr. M. Perpetua Steinmann, Sr. M. Agatha Roidinger

(Nicht auf dem Bild: Sr. M. Johanna Baptista Pöllhuber)

© Sr. Anna Pointinger / Marienschwestern

 

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