Monday 29. November 2021

24. Oktober: Pakistan heuer Schwerpunktland des Weltmissionssonntags

Weltweit sammeln Pfarren am 24. Oktober 2021 für kirchliche Projekte, die besonders Benachteiligte unterstützen. Im Fokus der heurigen "Missio-Sammlung" steht Pakistan.

Zur weltkirchlichen Solidarität mit der bedrohten christlichen Minderheit in Pakistan hat Missio-Österreich-Nationaldirektor P. Karl Wallner bei einer Pressekonferenz am 20. Oktober 2021 in Wien aufgerufen. Pakistan ist das Schwerpunktland der diesjährigen Sammlung am Weltmissionssonntag, der am 24. Oktober 2021 begangen wird.

 

(v.l.) Bischof Samson Shukardin, P. Karl Wallner, Mervin Lobo

Bischof Samson Shukardin (Hyderabad, Pakistan), P. Karl Wallner (Missio Ö.), Mervin Lobo (MALC) © Missio

 

In dem Land mit mehr als 220 Millionen EinwohnerInnen gelten ChristInnen nach wie vor als "Menschen zweiter Klasse", berichtete der pakistanische Bischof Samson Shukardin bei dem Medientermin in der Zentrale des österreichischen Zweigs der weltweiten Päpstlichen Missionswerke. Die Corona-Pandemie habe die Not der ChristInnen in Pakistan noch einmal verstärkt, so der Bischof von Hyderabad. Man wolle den Weltmissionssonntag ganz nach dem Wunsch von Papst Franziskus als ein "Pfingstfest im Herbst" gestalten, sagte Pater Wallner. "Es gibt Teile in dieser Weltkirche, die sehr arm und in Not sind, hier muss eine Umverteilung stattfinden." Die Corona-Situation habe der Kirche im "Globalen Süden" noch deutlich stärker zugesetzt als in Österreich. "Die Situation ist oft dramatisch", so der Nationaldirektor. "Wir von Missio laden die Menschen hier in Österreich ein, speziell im Monat Oktober konkret die Welt auch ein Stück besser zu machen."

 

ChristInnen in der Minderheitenrolle


Die ChristInnen sind im mehrheitlich muslimischen Pakistan mit 1,6 Prozent Anteil an der
Gesamtbevölkerung in einer absoluten Minderheitenrolle und werden ökonomisch, juristisch und gesellschaftlich unterdrückt, berichtete Bischof Shukardin: "Moderne Sklaverei ist schrecklich und sie ist Realität in Pakistan: Bildung ist der einzige Schlüssel, damit die Menschen eine Perspektive haben."

 

Die Corona-Pandemie hat die Armut unter den ChristInnen in Pakistan nochmals verschärft.

Bischof Shukardin: "Moderne Sklaverei ist schrecklich und sie ist Realität in Pakistan."  © Missio

 

Die Corona-Pandemie habe die Armut unter den ChristInnen im Land nochmals verschärft, betonte der Bischof von Hyderabad. "Viele Christinnen arbeiteten als Haushilfen in reicheren Familien und wurden mit dem Pandemiebeginn von einem Tag auf den anderen entlassen." Die Arbeitslosigkeit unter den ChristInnen habe seit der Pandemie stark zugenommen. So wurden die vorher bereits von Armut betroffene Minderheit noch ärmer.


Besonders prekär sei die Situation christlicher Kinder. Sie seien die schwächsten Glieder
der Gesellschaft, berichtete Shukardin. "Jeden Tag höre ich schlimme Geschichten von Zwangsverheiratungen, Blasphemiefällen und Versklavungen. Wir als Kirche geben den Menschen Hoffnung und wir helfen ihnen ganz konkret."

 

Besonders prekär: die Situation christlicher Kinder in Pakistan

Besonders prekär: die Situation christlicher Kinder. © Missio

 

Mervyn Lobo, Leiter des christlichen Marie-Adelaide-Lepra-Zentrums (MALC), berichtete
über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die ärmsten Bevölkerungsschichten. Er war langjähriger Begleiter der auch international bekannt gewordenen Ordensfrau und Ärztin Sr. Ruth Pfau (1929-2017), die ihr Leben in den Dienst an den Leprakranken gestellt hat. Speziell machte Lobo auf die schwierige Situation der Frauen in Pakistan aufmerksam: "Es gibt keine Gleichberechtigung. Mädchen dürfen oft nicht in die Schule gehen. Vor Gericht zählen zwei Frauen so viel wie ein Mann." Bei MALC versuche man, ungeachtet von Religionszugehörigkeit oder Geschlecht, allen Menschen zu helfen. 

 

Schule und Bildung bleiben vielen Mädchen in Pakistan verwehrt

Schule und Bildung bleiben vielen Mädchen in Pakistan verwehrt. © Missio

 

Weltmissionssonntag

 

Der "Sonntag der Weltmission" wird seit 1922 jährlich am vorletzten Sonntag im Oktober
begangen. An diesem Tag ruft die Katholische Kirche weltweit dazu auf, für die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in den 1.100 ärmsten Diözesen zu sammeln. Es handelt sich dabei um die "größte Solidaritätsaktion des Planeten". Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) wirken in 150 Ländern der Welt. An der Spitze steht der Papst; in Österreich leitet seit 2016 der Zisterzienserpater Karl Wallner "Missio Österreich"

 

 

Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag 2021
 

 

(kathpress)

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
TEL: 0732 / 7610 - 1170
FAX: 0732 / 7610 - 1175

DVR: 0029874(117)

www.dioezese-linz.at
post@dioezese-linz.at
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: