Wednesday 20. October 2021

„Quartett für das Ende der Zeit“ am St. Barbara Friedhof

Knapp 100 Personen waren am 5. Oktober 2021 der Einladung zu diesem kammermusikalischen Abend an einem so besonderen Ort nachgekommen.

Selten zuvor sind so viele Menschen eine Stunde lang gebannt und tief ergriffen in der großen Abschiedshalle des St. Barbara Friedhofs den Klängen von Musik gefolgt. Ein internationales Ensemble brachte am 5. Oktober 2021 Olivier Messiaens "Quartett für das Ende der Zeit" auf die Bühne. Knapp 100 Personen waren der Einladung zu diesem besonderen Abend nachgekommen.

 

Ein internationales Ensemble spielte Messiaens 'Quartett für das Ende der Zeit“

(v.l.) Joel Bardolet, Dominic Chamot, Elisa Siber, Pablo Barragan überzeugten das Publikum mit ihren musikalischen Darbietungen. © Clemens Frauscher

 

Kammermusikalische Besonderheit

 

Komponiert und uraufgeführt im deutschen Kriegsgefangenenlager Stalag VllA bei Görlitz, zählt Messiaens Quartett für das Ende der Zeit heute zu den bedeutendsten kammermusikalischen Werken des 20. Jahrhunderts. Die ungewöhnliche Besetzung (Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier) ist dem Umstand zu verdanken, dass der Klarinettist Henri Akoka, der Geiger Jean Le Boulaire, der Cellist Etienne Pasquier und Olivier Messiaen dort im Lager aufeinandertrafen.

 

Biblisch inspiriert

 

Geistig inspiriert wurde das Werk von der Apokalypse (Offenbarung des Johannes). Dies erklärt sowohl den Titel des Quartetts, als auch die Bedeutung der einzelnen Satzbezeichnungen. Messiaen schrieb das Werk im Gedenken an jenen Engel der Offenbarung, der – die Hände zum Himmel erhoben – das Ende jeglicher Zeit verkündet.

 

Feinfühlige Aufführung


Tief empfunden und mit unglaublichem Feingefühl brachten die vier MusikerInnen dieses vielschichtige und außerordentlich komplexe Werk in zum Erklingen. Die aus dem Nichts kommenden Klarinettentöne von Pablo Barragan beeindruckten gleichermaßen wie die versunkenen, an die Ewigkeit erinnernden Cantilenen von Elisa Siber und Joel Bardolet. Dominic Chamot überzeugte am Klavier mit viel Überblick und einer durch das Stück tragenden Energie.


Ob die atemberaubende Bogenführung der beiden Streicher in den Hymnen und Lobgesängen, die sensible Kommunikation und Abstimmung zueinander oder die enorme Bandbreite zwischen den feinsten Pianissimi und den unglaublichen Fortissimi von nur vier Instrumenten – das Publikum wurde musikalisch zu einer Reise ins Ungewisse, in die Tiefen der Zeit, vielleicht bis zu deren Ende geführt.

 

Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt beim Konzert am St. Barbara Friedhof.

Eine einzigartige Atmosphäre beim kammermusikalischen Konzert am St. Barbara Friedhof © Clemens Frauscher

 

Berührte Reaktionen


Die ersten Rückmeldungen nach dem Konzert sprechen Bände: „Mein musikalisches Highlight des Jahres“, „Derart einfühlsam, dass mir die Tränen gekommen sind“, „Obwohl ich eher glaubensfern bin, bekam ich bei manchen Stellen eine Ahnung vom Göttlichen…“. Das bei freiem Eintritt gekommene Publikum bedankte sich mit minutenlangem Applaus und großzügigen Spenden für dieses wahrhaft gelungene Konzert.

 

 

Fortsetzung der „Blicke auf den Tod“


Das Konzert fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Blicke auf den Tod" statt, die von Friedhofsverwalter Clemens Frauscher initiiert wurde.

Die Reihe wird am 12. Oktober 2021 um 19.30 Uhr mit einem Gespräch über das Leben im Hospiz mit Rosemarie Kapplmüller „Dem Tag mehr Leben geben, nicht dem Leben mehr Tage“ und am 19. Oktober 2021 um 19.30 Uhr mit einer Lesung mit Stefan Schlager „A woarms Goid“. Ein warmes Gold. Tröstendes zum Thema Sterben, Tod, Trauer und das Danach.“, begleitet von der Fagottistin Barbara Sereinig, fortgesetzt.

 

 

(Andrea Mayer-Edoloeyi | St. Barbara Friedhof)

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