Tuesday 21. September 2021

Marienschwestern vom Karmel: Professjubiläen und Aufnahme in das Noviziat

Am 14. August 2021 beging die Kongregation der Marienschwestern vom Karmel die Professjubiläen von 8 Mitschwestern. Den Festgottesdienst in der Karmelitenkirche feierte Bischof Manfred Scheuer. Zwei Kandidatinnen wurden ins Noviziat aufgenommen.

Mit Bischof Scheuer zelebrierten der Provinzial der Karmeliten P. Alexander Schellerer OCD, der Prior der Karmeliten Linz P. Paul Saji Bavakkat OCD, Priester aus den Heimat- und Wirkungsorten der Jubilarinnen und Priester, die den Marienschwestern verbunden sind. Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst von einigen Schwestern und von Agnieszka Dybkowska an der Orgel.

 

Mit zwei der Jubilarinnen ist Bischof Scheuer persönlich verbunden: Schwester M. Roswitha Reischl und Schwester M. Margit Zimmermann waren während seiner Zeit im Bischöflichen Gymnasium Petrinum seine Lehrerinnen.

 

Schwester M. Roswitha Reischl konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht am Festgottesdienst teilnehmen; ihr Professjubiläum war bereits am 9. August im Seniorenheim St. Teresa in Bad Mühllacken gefeiert worden.

 

Die Jubilarinnen mit Generaloberin Sr. M. Michaela Pfeiffer-Vogl (hinten links), Generalvikarin Sr. M. Margret Grill (3. v. r.), Bischof Manfred Scheuer und den konzelebrierenden Priestern und den Kandidatinnen Susan Mateega und Bernadette Schwarz.

Die Jubilarinnen mit Generaloberin Sr. M. Michaela Pfeiffer-Vogl (hinten links), Generalvikarin Sr. M. Margret Grill (3. V. r.), Bischof Manfred Scheuer und den konzelebrierenden Priestern und den Kandidatinnen Susan Mateega und Bernadette Schwarz (vorne außen). Nicht auf dem Bild: Sr. M. Roswitha Reischl.
© Marienschwestern / Sr. Anna Pointinger

 

Professjubiläum als „reiches Erntedankfest“

 

Schwester M. Michaela Pfeiffer-Vogl, die Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel, in ihren Begrüßungsworten am Beginn des Gottesdienstes: „Dieser Festgottesdienst ist wie ein reiches Erntedankfest. Unsere Mitschwestern blicken auf 65, 60 und 50 Professjahre dankbar zurück. Wir danken heute für Gottes Gnade, mit der er unsere Jubilarinnen über Jahrzehnte begleitet hat.“

 

 

„Ordensleben ist ein Weiterschreiben der Liebesbriefe, die wir von Gott selbst bekommen haben“

 

Bischof Manfred Scheuer erinnerte am Beginn seiner Festpredigt daran, dass Karmelheilige wie die hl. Teresa von Jesus und der hl. Johannes vom Kreuz „in einer in Scherben zersprungenen Christenheit aus ihrem Land verjagt sind von der Geschichte, welche sie erniedrigt“. Die Heiligen hätten in den sie umgebenden Ruinen ausgeharrt und seien im 16 Jahrhundert zu „Architekten einer neuen Gestalt von Kirche, on Spiritualität und Volksfrömmigkeit“ geworden, die äußerlich und innerlich aufbauend gedacht und gelebt hätten, so Scheuer. Auch die Marienschwestern hätten in den vergangenen Jahren teilweise „sehr schmerzliche Wege“ gehen müssen, wie der Bischof betonte: „Niederlassungen wurden zugemacht. Wichtige Werke, die mit dem Herzblut von Schwestern verbunden sind, wurden verkauft. Es stellte sich die Frage: Ist denn das alles nichts mehr wert? Wird der ganze Einsatz von der Öffentlichkeit und auch von der Kirche nicht gesehen? Ein Kennzeichen für die Unterscheidung der Geister – ob eine Entscheidung vom Heiligen Geist kommt oder im zerstörerischen Ungeist wurzelt – ist eine Zunahme von Glaube, Hoffnung und Liebe. Ich glaube, dass ihr als Marienschwestern nicht nur reagiert habt, sondern auch proaktiv gehandelt habt. Erfahrungen des Sterbens sind von der Hoffnung her getragen. Das habe ich auch in den Gesprächen mit euch immer wieder gespürt.“

 

Erfahrungen einer Ordensgemeinschaft könnten im Licht des Evangeliums gedeutet werden, so der Bischof weiter. „Gott begegnet uns als einer, der sich uns bedingungslos zuwendet. Berufung wurzelt darin, dass wir von Gott Angesehene sind. Ordenschristen haben von Gott her ein Ansehen und können so dem Evangelium ein Gesicht geben. Ordensleben ist Weitergabe der Liebe, die wir selbst erfahren haben – ein Weiterschreiben der Liebesbriefe, die wir von Gott selbst bekommen haben.“ Ein Professjubiläum sei eine Zeit der Ernte, der Bilanz und der Dankbarkeit, betonte Scheuer. Danken hänge im Deutschen und im Englischen mit denken (think) zusammen im Sinne von „sich jemandes erinnern, jemanden in einem freudigen, freundlichen Gedächtnis bewahren“. Im Hebräischen bedeute „hodoth“, sich zu jemandem zu bekennen und zu danken. Bischof Scheuer: „In Psalm 103 heißt es: Meine Seele, vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Eine Jubelprofess steht unter dem Vorzeichen: Wir wollen nicht vergessen, was Gott uns durch euch an Gutem getan hat. Letztlich geht es darum, dass im Dank die Hoffnung steht, dass unser Leben einmündet.“

 

Zu einer Bilanz gehörten aber auch Brüche, Unversöhntheiten, Verletzungen und Scheitern, wie der Bischof unterstrich. „Kein Leben ist perfekt, ist die Gerade einer Autobahn.“ Auch die Verletzungen und Enttäuschungen dürfen zu Gott getragen werden. Scheuer erinnerte in diesem Zusammenhang an den alttestamentlichen Text aus Kohelet 3, wo es am Ende heiße: „Überdies hat Gott die Ewigkeit in alles hineingelegt. Er wird das Verjagte heimholen.“ Scheuer wörtlich: „Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott sein ganzes Lieben und Mögen in eure Berufungsgeschichte hineingelegt hat und dass auch das Verlorene bei ihm aufgehoben ist.“

 

Predigtgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Jubelprofess der Marienschwestern

Die Jubilarinnen erneuerten ihre Profess. © Barbara Eckerstorfer

 

 

Zum einmal Versprochenen stehen

 

Die Jubilarinnen erneuerten im Festgottesdienst ihre Ordensprofess und bekundeten in Dankbarkeit: „Was ich vor 65, 60 und 50 Jahren versprochen habe, dazu stehe ich auch heute.“

 

Die Professjubilarinnen

 

65 Professjahre

  • Schwester M. Amata Altmüller aus Kematen an der Krems
  • Schwester M. Leopoldine Hollnsteiner aus Kematen an der Krems
  • Schwester M. Roswitha Reischl aus Andorf

Jubilarin Sr. Roswitha Reischl mit mit Generaloberin Sr. M. Michaela Pfeiffer-Vogl (r.) und Novizin Sr. Mirjam Maria Schwaiger.

Sr. Schwester M. Roswitha Reischl konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht am Festgottesdienst teilnehmen; ihr Professjubiläum war bereits am 9. August im Seniorenheim St. Teresa in Bad Mühllacken gefeiert worden. Auf dem Bild: Die Jubilarin mit Generaloberin Sr. M. Michaela Pfeiffer (r.) und Novizin Sr. Mirjam Maria Schwaiger.
© Marienschwestern 

 

Diamantenes Professjubiläum (60 Jahre)

  • Schwester M. Margit Zimmermann aus Baden bei Wien
  • Schwester M. Reintraud Hattmannsdorfer aus Langenstein
  • Schwester M. Hemma Hinterplattner aus Garsten bei Steyr

Goldenes Professjubiläum (50 Jahre)

  • Schwester M. Edith Staudinger aus Pettenbach
  • Schwester M. Johanna Aschauer aus Bad Kreuzen

Nach dem Fest in der Kirche folgte ein gemütliches Beisammensein der Jubilarinnen und Schwestern mit Verwandten, WeggefährtInnen und FreundInnen im Mutterhaus der Marienschwestern.

 

Die Jubilarinnen mit Generaloberin Sr. M. Michaela Pfeiffer-Vogl und Generalvikarin Sr. M. Margret Grill

Stehend (v. l.): Generaloberin Sr. M. Michaela Pfeiffer, Sr. M. Edith Staudinger, Sr. M. Johanna Aschauer, Sr. M. Margit Zimmermann, Generalvikarin Sr. M. Margret Grill.
Sitzend (v. l.): Sr. M. Reintraud Hattmannsdorfer, Sr. M. Leopoldine Hollnsteiner, Sr. M. Amata Altmüller, Sr. M.
Hemma Hinterplattner

© Marienschwestern / Sr. Anna Pointinger

 

Aufnahme ins Noviziat

 

Am Nachmittag des 14. August 2021 wurden zwei Kandidatinnen in das Noviziat der Marienschwestern vom Karmel in Linz aufgenommen. Kandidatin Susan Mateega aus Jinja in Uganda wurde im August 2019 in den Konvent in Kyengeza / Uganda als Kandidatin aufgenommen, sie trägt nun den Ordensnamen Schwester Maria Susan. Kandidatin Monika Sommer aus Laaben (Niederösterreich) wurde im Juli 2020 in Linz als Kandidatin aufgenommen, sie trägt nun den Ordensnamen Schwester Maria Raphaela. Beide absolvieren gemeinsam mit Schwester Mirjam Maria Schwaiger und Schwester Maria Bettina Nakafeero das Noviziat in Österreich.

 

Die Aufnahme fand am Nachmittag in der Kirche des Mutterhauses der Marienschwestern im Rahmen einer feierlichen Vesper statt. Neben dem Ordensnamen erhielten die Novizinnen auch das Ordenskleid der Marienschwestern.

 

www.marienschwestern.at

 

Die Kandidatinnen Monika Sommer (l.) und Susan Mateega wurden ins Noviziat aufgenommen.
Die beiden neuen Novizinnen Sr. Maria Susan (2. v. l.) und Sr. Maria Raphaela (2. v. r.) mit den Novizinnen Sr. Mirjam Maria Schwaiger (ganz l.) und Sr. M. Bettina Nakafeero (ganz r.).

© Marienschwestern / Sr. Anna Pointinger

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