Friday 23. April 2021

ORF-Radiogottesdienst am Weißen Sonntag aus der Stiftsbasilika St. Florian

Am Sonntag, 11. April 2021 wird der ORF-Radiogottesdienst um 10 Uhr aus der Stiftsbasilika St. Florian übertragen.

Die ORF-Regionalradios übertragen am sogenannten "Weißen Sonntag", dem Sonntag nach Ostern, 11. April 2021 um 10 Uhr den Gottesdienst aus der Stiftsbasilika St. Florian in Oberösterreich. Mit den Gläubigen feiert Stiftspfarrer Mag. Werner Grad. Musikalisch gestaltet wird die Hl. Messe mit der Missa brevis in B-Dur  ("Loreto-Messe") von W. A. Mozart sowie mit Werken von G. F. Händel: der Ouvertüren-Suite in D-Dur aus der "Wassermusik", der Ode "Eternal Source of light divine" und "The trumpet shall sound" aus dem Oratorium "Messiah". Es musizieren Ursula Langmayr (Sopran), Gerda Lischka (Alt), Ulf Bunde (Bass), Hans Marbod (Trompete) und Andreas Etlinger (Chororgel) unter der Gesamtleitung von Martin Zeller, der auch an der Brucknerorgel spielt.

 

 

Augustiner Chorherrenstift St. Florian

 

Das Augustiner Chorherrenstift St. Florian ist ein Ort der Begegnung und Andacht, das kulturelle Zentrum der Region und ein Schatz des österreichischen Barock. Besonders erwähnenswert sind die Bibliothek mit mehr als 150.000 Bänden, der imperiale Marmorsaal, der Sebastianaltar von Albrecht Altdorfer, die Gruft mit dem Sarkophag Anton Bruckners und die „Brucknerorgel“ in der Stiftsbasilika.

 

St. Florian ist als Wallfahrtsort weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Als einzig namentlich bekannter und historisch fassbarer Märtyrer Österreichs aus römischer Zeit starb der heilige Florian, Landespatron und Diözesanpatron, am 4. Mai 302 in Lauriacum und wurde der Überlieferung nach an der Stelle der heutigen Stiftsbasilika begraben. Auch der berühmte Komponist Anton Bruckner hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden.

 

Die Geschichte des Stiftes St. Florian reicht zurück bis ins 8. Jahrhundert, als das Kloster das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Damals gab es eine Weltpriestergemeinschaft, die an der Begräbnisstätte des hl. Florian Wallfahrer betreute und begleitete. Das Grab des ersten Heiligen des Landes bedeute den Menschen der näheren und weiteren Umgebung sehr viel. Sie bekamen neue Kraft und Hoffnung durch das Wort der heiligen Schrift und der Feier der heiligen Messe. Sie erfreuten sich auch damals schon an all dem Schönen, das die Liturgie und die Kunst Menschen anbieten kann.

 

Westfassade mit Statue des hl. Florian

Die Westfassade des Stifts mit dem hl. Florian.  © Werner Kerschbaummayr

 

Die Stiftspfarre St. Florian

 

Eine Sternstunde für St. Florian war der 25. Juni 1071. An diesem Tag besetzte Bischof Altmann von Passau das Kloster des hl. Florian mit Chorherren des Augustinerordens, der in jenem Jahrhundert zu neuer Blüte entstanden war. Getreu dem Grundsatz des hl. Augustinus sollten seine neubestellten Jünger mit dem Gottesdienst in Chor und Kirche die Seelsorge verbinden und so zur Ehre Gottes und zum Heile der Heimat wirken. Als Priester- und Ordensgemeinschaft widmeten sie sich dem gemeinsamen Gebet, der Wissenschaft und Seelsorge. Bis heute wird diese Tradition weitergeführt. Täglich feiern die Augustiner-Chorherren die heilige Messe in der Stiftsbasilika. Auch das gemeinsame Feiern der Hochfeste, Hochzeiten und Taufen ist wichtig – Glaube wird hier gelebt. Dabei steht die Seelsorge und der damit verbundene Dienst am Menschen immer im Mittelpunkt ihres Wirkens. Aktuell umfasst die Gemeinschaft von St. Florian 29 Mitbrüder. Dem Stift sind 33 Pfarren angegliedert, die vorwiegend durch die Florianer Chorherren betreut werden.

 

Neben dem geistlichen Wirken haben auch weltliche Freuden wie Kunst und Kultur seit jeher ihren Platz in St. Florian. Das Stift und seine barocke Lebensfreude ziehen Menschen aus aller Welt an. Zwischen Mai und Oktober finden täglich Führungen statt. Dabei werden die Bibliothek, die ihresgleichen sucht, der prunkvolle Marmorsaal, die Altdorfer-Galerie, die Stiftsbasilika und die Gruft mit dem Sarkophag des großen Komponisten Anton Bruckners gezeigt.

 

Luftaufnahme Stift St. Florian

Luftaufnahme vom Stift St. Florian. © Werner Kerschbaummayr

 

Die Stiftsbasilika

 

Das Stift St. Florian wird erstmals um 800 urkundlich erwähnt. Seit dem Jahr 1071 widmen sich im Kloster Augustiner-Chorherren dem gemeinsam Gebet, der Wissenschaft und Seelsorge. In der Barockzeit wird das Stiftsensemble von Carlo Antonio Carlone und Jakob Prandtauer neu errichtet. Es gilt bis heute als eine der wenigen vollendeten barocken Klosteranlagen. Hier hat auch Anton Bruckner in der Stiftsgruft unter der großen Orgel seine letzte Ruhestätte gefunden.

 

Die imposante barocke Marienkirche an der Begräbnisstätte des frühchristlichen Märtyrers hl. Florian (heute OÖ. Landespatron und Diözesanpatron von Linz) wurde Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts unter dem italienischen Baumeister Carlo Antonio Carlone errichtet. 1715 wurde sie vom damaligen Passauer Bischof geweiht. Die Kirche wurde 1999 zur Basilica minor erhoben.

 

Besondere Prunkstücke im Kuppelraum sind die reichgeschnitzten Chorstühle, die von den beiden Chororgeln bekrönt werden. Das Chorgestühl ist ein Gemeinschaftswerk des Linzer Bildhauers Adam Franz und des Bozners Jakob Auer (1702), der die vier Figuren der lateinischen Kirchenväter sowie die Statuen Mariens und des Verkündigungsengels mit ihren begleitenden kleinen Engeln auf der Spitze der Chororgeln schuf. Die Kanzel aus schwarzem Lilienfelder Marmor stammt vom Wiener Hofbildhauer Josef Ressler (1755). Der Ordensvater Augustinus hält sein brennendes Herz - das Symbol der Liebe - zur Kirchenkuppel hinauf, in der die Hl. Dreifaltigkeit dargestellt ist. Zwei Putti versuchen zwei Irrlehrer von der Kanzel zu stürzen. Ein Schmuckstück der Stiftsbasilika sind die alten Kirchenbänke aus der Hand des Stiftstischlers Stefan Jegg (1701-1703). Thomas Auer schuf die Bildhauerarbeiten an den Bankseiten. In den acht Seitenkapellen stehen barocke Altäre aus Marmor.


Das vorderste Kapellenpaar ist vom Titel her das bedeutendste: links die Abendmahlskapelle (Altarbild von Leopold Schulz 1848) und rechts die Kreuzkapelle (Altarbild von Peter Strudel vor 1699): Den Kirchenpatronen Florian und Augustinus ist das nächste Kapellenpaar geweiht: links hl. Florian (Leopold Schulz 1837), rechts Augustinus (Johann Michael Rottmayr 1719). Die Steinfiguren auf beiden Altären schuf Leonhard Sattler (1719).


Das dritte Kapellenpaar von vorne gesehen stellt links die hl. Anna (Michael Willmann 1700) und rechts den Schutzengel (Michael Willmann 1700) dar. Für die letzten beiden Altäre schuf links Wenzel Halbax 1694 das Barbarabild und rechts Andrea Celesti um 1700 das Bild der Maria Magdalena, die Jesus die Füße wäscht.


Das Langhaus wird mit einem herausragenden Zeugnis der Schmiedekunst abgeschlossen, das der Passauer Meister Hans Messner 1698/99 schuf. Hinter dem Abschlussgitter erinnert rechts ein modernes Monument (von Herbert Friedl 1997) an die Klausnerin Wilbirg, gestorben 1289, die im Kloster als Schutzpatronin verehrt wird.


Das Papst-Wappen (von Klaus Wedenig 1999) links hinter dem Abschlussgitter erinnert an die Erhebung der Stiftskirche zur Basilika minor durch Papst Johannes Paul II. im Jahr 1999.

 

Brucknerorgel Stift St. Florian
Innenraum Stiftsbasilika St. Florian

© www.pedagrafie.de, Marcel Peda 

 

 

Im Zeichen der Musik

 

Die jahrhundertelange Musiktradition, die auch fest mit Anton Bruckner verknüpft ist, hat das Stift St. Florian weit über die Grenzen Österreichs hinaus berühmt gemacht hat. Die Stiftskirche mit der großen Orgel dokumentiert unter anderem einen Meilenstein im Leben und im musikalischen Wirken des Komponisten, der unter seiner geliebten Orgel die letzte Ruhestätte gefunden hat.

 

Bis heute wird diese Tradition von verschiedenen Konzertreihen belebt. Die St. Florianer Brucknertage, die OÖ. Stiftskonzerte, das Brucknerfest oder auch das Barockfestival Fiori Musicali ziehen mit ihrer Musik zahlreiche interessierte Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber an.

 

Das Stift ist auch die Heimstätte der St. Florianer Sängerknaben. Bis ins elfte Jahrhundert reicht die Geschichte des traditionsreichen Chores zurück. Die St. Florianer Sängerknaben geben in der ganzen Welt Konzerte, wirken bei großen Musikfestspielen ebenso mit wie in bedeutenden Opernhäusern und singen bei den Hochämtern in der Stiftskirche.

 

Bruckner-Sarkophag
St. Florianer Sängerknaben

© www.pedagrafie.de, Marcel Peda / Michael Emprechtinger

 

Zu Gast im Kloster

 

Das Stift St. Florian bietet Rückzugsräume für Menschen, die sich hier Momente der Besinnung und der Ruhe erhoffen. Das Gästehaus ist dafür der richtige Ort. Die Möblierung der Zimmer ist stilvoll und den modernen Standards angepasst. Aber auch für Firmen bietet das Stift Möglichkeiten, die ruhige und gleichzeitig geistig belebende Atmosphäre zu nutzen. Seminarräume und Festsäle in verschiedenen Größen sind ideal für Firmenveranstaltungen.

 

 

Wichtiger regionaler Arbeitgeber

 

Das Stift St. Florian selbst ist auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Insgesamt stellen die verschiedenen Stiftsbetriebe etwa 70 Menschen Arbeitsplätze zur Verfügung. Ob in der Verwaltung, im Forstbetrieb, im Sägewerk, der Gutsverwaltung und bei der Kulturvermittlung, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten einen Betrag, das denkmalgeschützte Stiftsgebäude auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

 

Der Forstbetrieb des Stiftes St. Florian zählt mit der 700 Hektar großen Waldfläche zu einem Kleinbetrieb. Charakteristisch ist die enorme Streuung der Waldflächen in ganz Oberösterreich. Die 30 Waldteile verteilen sich über vier Bezirke und über 15 Gemeinden. Räumlich reicht der Forstbetrieb somit von Vöcklabruck, St. Florian, Kronstorf, über Steyregg bis nach St. Peter am Wimberg an die tschechische Grenze. Die natürlichen Waldgesellschaften reichen vom Auwald bis zum Fichten-Tannen-Buchenwald. Seit 25 Jahren wird im Stift St. Florian die kahlschlagfreie Forstwirtschaft ausgeführt. Geleitet wird der Betrieb von einem Förster und zwei Forstfacharbeitern. Ebenfalls in den Betrieb integriert sind drei Eigenjagden. Diese befinden sich in Vöcklabruck, Pulgarn und St. Florian. In St. Florian hat das Stift auch das genossenschaftliche Jagdgebiet gepachtet.

 

Die Holzverarbeitung hat im Stift schon eine mehr als hundertjährige Tradition, die für Kontinuität und Qualität steht. Im hauseigenen Säge- und Hobelwerk wird heimisches Rundholz verarbeitet, das zum Großteil aus dem eigenen Stiftsforst und von Landwirten aus der Region gewonnen wird. Die Bauprojekte werden schließlich von der angeschlossenen Zimmerei realisiert.

 

Darüber hinaus betreibt das Stift St. Florian eine 230 Hektar umfassende Demeterlandwirtschaft, die als Ackerbaubetrieb geführt wird. Da die langanhaltenden Trockenperioden eine Herausforderung für den Betrieb darstellen, wurde zuletzt auf Dammkultur umgestellt, da dies eine sinnvolle Methode ist, um trotzdem gute Erträge zu erzielen. Durch die Dammkultur gelang es auch, von den schweren Maschinen wegzukommen. Gearbeitet wird mit einem Häufelpflug. Dadurch hat sich auch der Dieselverbrauch sehr stark reduziert, was wiederum Vorteile für die Umwelt bringt.

 

Stift St. Florian
950 Jahre Augustiner-Chorherren im Stift St. Florian
Riesenbibel-Fragmente

© www.pedagrafie.de, Marcel Peda / Claudia Börner / Werner Kerschbaummayr

 

950 Jahre Augustiner-Chorherren in St. Florian

 

2021 feiern die Augustiner-Chorherren ihr 950-jähriges Bestehen in St. Florian. Auch der berühmte Knabenchor aus dem Stift, die St. Florianer Sängerknaben, begeht sein 950-Jahr Jubiläum. Trotz der besonderen Umstände hat das Stift St. Florian verschiedene Veranstaltungen (Konzerte, Gottesdienste, Vermittlungsangebote) geplant, die unter das Thema des Jubiläums gestellt werden.

 

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht die Sonderausstellung mit dem Titel „Immer.Noch.Da.“. In dieser werden Schriften und Kunstschätze aus den vergangenen Jahrhunderten gezeigt, ebenso wie für den Orden zentrale Objekte der heutigen Zeit, die von den Ordensmännern selbst ausgesucht wurden. Ziel der Präsentation ist es, das Leben und Wirken der Augustiner-Chorherren von St. Florian in Geschichte und Gegenwart vorzustellen und den BesucherInnen in Form von Objekten, Vermittlungsprogrammen und individuell erfahrbaren (Denk-)Räumen näherzubringen. Die Sonderausstellung wird von Anfang Mai bis Ende Oktober 2021 in verschiedenen Räumlichkeiten, darunter etwa in der „Neuen Galerie“, zu sehen sein. Auch das der Öffentlichkeit nur selten zugängliche Sommerrefektorium, der Sommerspeisesaal der Ordensgemeinschaft, ist als archetektonisches Highlight Teil der Ausstellung. Die offizielle Eröffnung der Sonderausstellung ist mit 1. Mai 2021 geplant. Ab diesem Zeitpunkt ist diese für BesucherInnen von Donnerstag bis Montag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis für EinzelbesucherInnen ist €7,50. Gruppen bekommen ein passendes Angebot unter portier@stift-st-florian.at oder +43 7224 8902.

 

Quelle und weitere Infos: http://www.stift-st-florian.at

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