Freitag 2. Oktober 2026

Stift Schlierbach: P. Matthäus Haslinger und P. Jakobus Neumeier von Bischof Manfred Scheuer zu Priestern geweiht

Diözesanbischof Manfred Scheuer spendete am Samstag, 26. September 2020 um 15 Uhr in der Stiftskirche Schlierbach den beiden Zisterziensern P. Matthäus Haslinger und P. Jakobus Neumeier das Sakrament der Priesterweihe.

„Erde, singe, laut und stark dein Jubellied“: Mit diesem Lied begann der Festgottesdienst am 26. September 2020, in dem Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer zwei junge Mönche des Klosters Schlierbach zu Priestern weihte.

 

Der festliche Gottesdienst in der Stiftskirche Schlierbach, zu dem viele aus nah und fern kamen, auch viele Jugendliche und junge Menschen, wurde vom Stiftschor und vom Orchester mitgestaltet, es erklang Mozarts „Orgelsolomesse“.

 

P. Matthäus Haslinger OCist wurde 1990 in Linz geboren, wuchs in Naarn auf, erlernte den Beruf des Gärtners und trat 2011 ins Stift Schlierbach ein. Im Oktober 2012 verband er sich durch die Einfache Profess und 2015 durch die Feierliche Profess mit der Gemeinschaft und wurde im April 2019 zum Diakon geweiht. Im vergangenen Jahr absolvierte er, nach Beendigung des Studiums, sein Pastoralpraktikum in der Pfarre Sierning. Ab Oktober 2020 wird er als Kooperator in Wartberg und Schlierbach tätig sein und im Stift wohnen.

 

P. Jakobus Neumeier OCist wurde 1994 in Scheibbs (NÖ) geboren und wuchs in Wieselburg auf. Im Jahr 2013 kam er nach Schlierbach, legte 2014 die Einfache Profess und 2017 die Feierliche Profess ab und wurde im April 2019 zum Diakon geweiht. Auch er absolvierte nach dem Studium ein Pastoralpraktikum in der Pfarre Bad Ischl. In Bad Ischl wird er auch ab Oktober als Kooperator tätig sein und im dortigen Pfarrhof wohnen.

 

Priesterweihe von P. Matthäus Haslinger
Priesterweihe von P. Jakobus Neumeier

© Jack Haijes

 

Mut zur Seelsorge

 

In seiner Festpredigt stellte Bischof Manfred Scheuer die Frage: „Gehören die Priester zu den aussterbenden Berufen so wie die Drucker und Setzer oder manche Berufe in der Landwirtschaft, die von der technischen, wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Entwicklung überrollt wurden? Oder werden die Priester durch andere Berufe abgelöst, die sich wie Hohepriester, wie Götter benehmen und verhalten?“ In Werbung und Medien würden nicht selten Menschen und bestimmte Berufe „als Vermittlungsinstanzen zum Leben, zum Glück, zur Sicherheit, zum Erfolg und zum Geld, zu Gott, zur Gesundheit präsentiert“, so Scheuer. Hinzu komme, dass das Ordensleben nach den evangelischen Räten Armut, Keuschheit und Gehorsam – oft auch innerkirchlich – auf großes Unverständnis stoße. Scheuer gab den beiden Neupriestern den Rat: „Es ist gut, wenn ihr euer Selbstbewusstsein und Selbstverständnis als Priester nicht davon bezieht, dass alle nach euch fragen und alle euch mögen. Fatal wäre auch die Haltung, sich in die Beleidigung und in den Opferstatus zurückzuziehen mit der Botschaft und Anklage: ‚Niemand mag mich, keiner versteht mich, die Leute interessiert es ohnehin nicht.‘“

 

Einer Auseinandersetzung müsse man sich beständig stellen, so der Bischof, nämlich „wer wir sind, welchen Auftrag wir haben, für wen wir gehen“. Scheuer wies in diesem Zusammenhang auf eine der prägendsten Gestalten des Zisterzienserordens, den hl. Bernhard von Clairvaux, hin, für den „die Heilige Schrift, die in Christus ihre tiefe Einheit hat, die Quelle seines Denkens und seiner Frömmigkeit ist“. Priester sein bedeute, im doppelten Sinn Repräsentant zu sein, wie der Bischof betonte: „Der Priester macht jemanden präsent, er handelt im Auftrag eines anderen. Jesus selbst verstand sich als der von Gott Gesandte, der nicht das Eigene verkündet, sondern das, was er vom Vater hat. Diese Botschaft von Gottes Liebe soll als Präsent, als Geschenk, weitergegeben werden. Dazu sendet Jesus seine Apostel, die Gesandten, oder Maria von Magdala als Apostolin, die den Jüngern die Auferstehung verkünden soll. Der Gesandte, die Botschafterin: Sie geben weiter, was ihnen geschenkt und zum Weiterschenken anvertraut wurde.“

 

Bei allem Gegenwind und bei allen Schwierigkeiten gehe es beim priesterlichen Dienst um den Mut zur Seelsorge und um die Zuwendung zu den Armen und Kranken, den Heimatlosen, Notleidenden und Orientierungslosen. Scheuer: „Viele Seelsorger leben vor, dass der Glaube sicher nicht kühl, abstrakt oder lebensfern ist. Es gilt das Volk aufzubauen als Menschen, die die Zeichen der Zeit erspüren.“

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Nach der Handauflegung und dem Weihegebet des Bischofs wurden die Hände der Weihekandidaten zu diesem besonderen Dienst gesalbt, Abt Nikolaus Thiel bekleidete sie mit der Kasel, dem liturgischen Gewand des Priesters, und sie empfingen Brot und Wein, die Gaben des Volkes für ihren Dienst.

 

Die Weihekandidaten liegen ausgestreckt auf dem Boden, als Zeichen ihrer Hingabe und Bereitschaft.
Weihe durch Handauflegung und Gebet
Die Neupriester spenden den feierlichen Primizsegen.
Bischof Manfred Scheuer mit den beiden Neupriestern P. Jakobus Neumeier (l.) und P. Matthäus Haslinger (r.).
Abt Nikolaus Thiel (l.) freut sich mit den beiden Neupriestern.

© Jack Haijes

 

Nach der Heiligen Messe war Gelegenheit zu Gratulation und Gespräch mit den Neupriestern. Die Priesterweihe war ein besonderes Fest für die Klostergemeinschaft von Schlierbach und die diesem Kloster anvertrauten Bereiche der Seelsorge.

 

https://www.stift-schlierbach.at/

Abt Nikolaus Thiel / (be)

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