Monday 26. October 2020

Kirchen in Österreich trauern um früheren ÖRKÖ-Vorsitzenden Pöll

Der frühere evangelisch-methodistische Superintendent und Vorsitzende des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Lothar Pöll, ist am 16. September 2020 nach langer Krankheit im Alter von 68 Jahren verstorben.


 

Das gab die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich (EmK) am 17. September 2020 bekannt. Der Linzer Bischof Manfred Scheuer, in der Österreichischen Bischofskonferenz für Ökumene zuständig, würdigte den Verstorbenen in einer Kathpress vorliegenden Stellungnahme für dessen ökumenische Verdienste und menschliche Qualitäten.

 

"Die Nachricht vom Tod Lothar Pölls erfüllt mich mit Trauer und Dankbarkeit. Mehrere Jahre haben wir im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich zusammengearbeitet, in besonderer Weise auch in seiner Zeit als Vorsitzender des ÖRKÖ", so Bischof Scheuer wörtlich.

 

Die "kleine" methodistische Kirche in Österreich sei immer ganz groß in der Ökumene. Lothar Pöll habe das "gemeinsame Christuszeugnis im Geist" in den Vordergrund gestellt. Und die methodistische Kirche in Österreich sei stark durch ihre soziale und gesellschaftliche Präsenz. Scheuer erinnerte etwa daran, dass Superintendent Pöll bei der Initiative und beim Projekt "Sozialwort 10+" federführend dabeigewesen war.

 

Scheuer: "Die Katholische Kirche in Österreich verliert mit Superintendent Pöll einen Freund und wichtigen Gesprächspartner. Der menschenfreundliche Gott schenke ihm die Fülle des Lebens und Seinen Frieden."

 

Tief betroffen vom Tod Pölls hat sich auch der aktuelle Vorsitzende des Ökumenischen Rates, Domdekan Prof. Rudolf Prokschi gezeigt. Die Kirchen in Österreich würden mit Pöll einen großen Vertreter und Verfechter der Ökumene verlieren. Über seine ökumenische Offenheit hinaus habe sich der Verstorbene durch sein seelsorgliches Engagement und seine herausragenden Predigten einen Namen gemacht. Wenn sich Superintendent Pöll zu Wort gemeldet hat, dann sei dies auch stets fundiert und ausgewogen gewesen, so Prokschi.

 

Pöll "war ein begnadeter Prediger der Menschenfreundlichkeit Gottes, der sich von Herzen in seiner Kirche und in der Ökumene engagiert hat", sagte dessen Amtsnachfolger Superintendent Stefan Schröckenfuchs in einer ersten Reaktion. Die Anteilnahme der Kirche gelte Pölls Frau Helga und seinen Kindern.

 

Lothar Pöll verstorben

Lothar Pöll ist am 16. September 2020 verstorben. © epd / Uschmann

 

Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka würdigte Pölls Verdienste um die gemeinsame Präsenz der drei evangelischen Kirchen in Österreich. Der Verstorbene habe entscheidend zu deren "vertrauensvollem Zusammenrücken" beigetragen". Sichtbar geworden sei dies etwa am gemeinsamen Reformationsempfang, an dem sich Lothar Pöll immer mitgestaltend beteiligt habe. Chalupka unterstrich zudem Pölls großes Verständnis und Engagement für die Diakonie.

 

Der evangelisch-reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld sagte in seiner Stellungnahme, Pöll habe "sehr glaubwürdig den menschenfreundlichen Gott in Wort und Tat verkündigt". Vor allem die Ökumene sei ihm stets ein ganz besonderes Anliegen gewesen, "ebenso zeichnete ihn seine Offenheit für andere Konfessionen und Kirchen aus".

 

Der 1951 geborene gelernte Elektrotechniker Pöll, der erst spät zur Theologie und zu seiner Berufung als Pfarrer kam, war 15 Jahre lang Superintendent der Evagelisch-methodistischen Kirche in Österreich, ehe er 2016 emeritierte. Von 2014 bis 2016 stand er dem ÖRKÖ vor.

 

Kathpress

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