Wednesday 21. October 2020

Severin Lederhilger ist seit 15 Jahren Generalvikar der Diözese Linz

Er ist seit 15 Jahren das „Alter ego“ des Linzer Bischofs und der dienstälteste Generalvikar Österreichs: Univ.-Prof. DDr. Severin Lederhilger OPraem. Der Seelsorger und Kirchenrechtler gestaltet in seinen vielfältigen Aufgaben die Diözese Linz maßgeblich mit. 

Der Theologe, Jurist und Kirchenrechtler Severin Lederhilger ist seit 18. September 2005 Generalvikar der Diözese Linz, seit 1993 Professor für Kirchenrecht an der Katholischen Privat-Universität Linz und durch seinen Dienst in vielen diözesanen Bereichen seit Jahrzehnten ein prägender Mitgestalter der Katholischen Kirche in Oberösterreich. War der Prämonstratenser Chorherr für mehr als 10 Jahre der Generalvikar von Bischof Ludwig Schwarz SDB, steht er nun Bischof Manfred Scheuer seit dessen Amtsantritt am 17. Jänner 2016 unterstützend zur Seite. Der Generalvikar ist der persönliche Vertreter des Bischofs in allen  Verwaltungsangelegenheiten der Diözese und wird vom Bischof frei ernannt. Er handelt von Amts wegen immer mit „stellvertretender Vollmacht“. Man nennt ihn deshalb auch das „Alter Ego“ (lateinisch für „anderes Ich“) des Bischofs. In Linz steht er nicht nur dem Bischöflichen Ordinariat vor, sondern ist zugleich Personalchef der ganzen Diözese.

 

 

Dienst im Schnittpunkt kirchlicher Lebenslinien

 

Lederhilger selbst bezeichnet seinen Dienst als „spannungsreiche, aber auch sehr spannende Aufgabe“. Er stehe dabei im Schnittpunkt verschiedenster kirchlicher Lebenslinien – denn beim Generalvikar liefen alle möglichen Anfragen, Anliegen, Problemstellungen, Konflikte, Informationen, Beratungsergebnisse, Gesetzesvorlagen und vieles mehr zusammen. Der Dienst in der Diözesanleitung verlange zwar Verantwortungsbereitschaft für notwendige Entscheidungen, könne sich dabei aber in der Diözese Linz auf ein funktionierendes Netzwerk von vielen pastoralen Knotenpunkten und Einrichtungen mit haupt- und ehrenamtlich tätigen Personen stützen, so Lederhilger.

 

Was nach viel bürokratischem Amtshandeln klingt, geht jedoch weit darüber hinaus: „In zahlreichen Fällen geht es darum, die Menschen anzuhören, ihren Anfragen gerecht zu werden, bei Konflikten nach Vermittlungswegen und Lösungen zu suchen. Immer ist ein Dialog notwendig, der sich um wechselseitiges Verständnis bemüht. Wie jeder Seelsorger bin ich als Generalvikar – nicht zuletzt als Priester – gefordert, die Beziehung von Alltag und Glaube verständlich zu machen: sowohl für die Mitgestaltenden in der Kirche als auch für die eher nur gelegentlich an Kirche Interessierten und besonders für diejenigen, die aus unterschiedlichsten Gründen von der Kirche enttäuscht wurden.“ Somit sei in dieser Position „geistliche Leitung“ gefordert, und dies sei mehr als effizientes Verwaltungsmanagement. „Es soll immer eine spürbare Offenheit auf Gott hin deutlich bleiben, um dessentwillen sich letztlich alle Christen mühen und den wir gemeinsam mit Freude und Begeisterung feiern“, beschreibt der Generalvikar selbst die Aufgabe der „geistlichen Leitung“.

 

Kraft schöpft Severin Lederhilger aus der Verbundenheit mit der Gemeinschaft der Mitbrüder im Stift Schlägl und aus den Begegnungen mit den Gläubigen in den Pfarren, die er als Priester und Firmspender besucht. In – seltenen – ruhigen Stunden bereichern ihn Lesen, wissenschaftliches Arbeiten und das persönliche Gebet. Auf Reisen genießt er es, fremde Kulturen kennenzulernen.

 

Severin Lederhilger ist seit 15 Jahren Generalvikar der Diözese Linz

Agiert im Schnittpunkt verschiedenster kirchlicher Lebenslinien: Generalvikar Severin Lederhilger. © Diözese Linz / Mayr

 

Mitgestalter von diözesanen Zukunftsprozessen

 

Generalvikar Lederhilger hat bereits mehrere Zukunftsprozesse in der Diözese Linz mitgestaltet. Dabei stand für ihn immer „die Aufgabe der Seelsorge im Zentrum, insbesondere die dafür notwendige Zusammenarbeit mit Menschen“, wie er in einem aktuellen Interview mit der KirchenZeitung betont. Lederhilger: „In der Diözese Linz wollen wir möglichst viele Menschen an der Glaubensverkündigung beteiligen. Und wir arbeiten heute daran, das Zusammenspiel größerer Handlungsräume über bisherige Pfarrgrenzen hinaus weiterzuentwickeln und gleichzeitig auf die kirchliche Beheimatung vor Ort zu achten.“ Derzeit arbeitet er gemeinsam mit Ordinariatskanzler Christoph Lauermann „an den Gesetzestexten für die geplante Reform, die wir von anderen Kirchenrechtlern begutachten lassen und die den Grundanliegen des bisherigen Reformprozesses entsprechen“. Auf dieser Basis werde Bischof Manfred Scheuer entscheiden, ob er den Weg für die Diözese Linz als gut erachte.

 

 

Seelsorger, Kirchenrechtler, Troubleshooter

 

Bischof Manfred Scheuer gesteht mit einem Augenzwinkern seinem Generalvikar zu dessen Dienstjubiläum am 18. September nicht 15, sondern bereits 30 Jahre an diesem „zentralen und doch auch undankbaren Posten“ zu, denn: „Ich habe gelernt, dass die Jahre als Generalvikar doppelt zählen, weil dieses Amt mit besonderen Belastungen nach mehreren Seiten hin verbunden ist“, so Scheuer. Trotz dieser Belastungen erlebe er, dass Lederhilger sein Amt immer mit einer gewissen Souveränität, Lebensbalance und Ruhe ausübe. Scheuer wörtlich: „Als Generalvikar ist Severin Lederhilger Entscheidungsträger, Projektionsfläche für Aggressionen und Frustrationen, Krisenmanager, Troubleshooter‘, Chef und Koordinator der Kurie, Anwalt des Kirchenrechts und der Weltkirche, auch Personalverantwortlicher, Seelsorger, Theologe, Jurist, Manager, zuständig für Corona-Schutzmaßnahmen und federführend bei Zukunftswegen und Strukturprozessen dabei.“ Als Generalvikar habe er seit 15 Jahren „zu konfrontieren und zu korrigieren“ und habe auch konzeptiv an der Rahmenordnung für die Katholische Kirche in Österreich gegen Missbrauch und Gewalt gearbeitet. Scheuer über sein „Alter ego“: „In der Ökumene ist er ebenso zu Hause wie in den Ordensgemeinschaften und im Ordensrecht. Seine Firmpredigten erzählt man sich noch Jahre später. Und bei allen Arbeiten zur Tages- und Nachtzeit fragt man sich, wie es der Kirchenrechtsprofessor schafft, so wichtige und wissenschaftlich anerkannte Bücher und Beiträge zu publizieren.“ Scheuer attestiert Lederhilger „eine gute Balance“ zwischen dem Dienst als Seelsorger und der Aufgabe als Kirchenrechter. Der Bischof bezeichnet den Generalvikar als Anwalt der Gemeinschaft, des Wir, der auch die Perspektive der Gesamtkirche in die Diözese einbringe.

 

Das Fazit des Bischofs: „Wir wären in der Diözese Linz ziemlich aufgeschmissen, wenn wir Severin Lederhilger nicht hätten!“ Scheuer würdigt Lederhilger zu dessen Dienstjubiläum als „Priester und Ordensmann, der für die Spiritualität und die Seelsorge, für die Glaubensverkündigung und für den Aufbau der Kirche brennt“, und dankt dem langgedienten Generalvikar für sein Zeugnis, seinen Dienst, seine Arbeit und sein Gebet.

 

Bischof Manfred Scheuer und Generalvikar Severin Lederhilger

Ein eingespieltes Team: Bischof Manfred Scheuer (r.) und Generalvikar Severin Lederhilger. © Diözese Linz / Mayr

 

 

Lesen Sie auch: 

„Menschen im Blick behalten: Severin Lederhilger ist seit 15 Jahren Generalvikar“ (KirchenZeitung online)

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