Monday 28. September 2020

Diözesanbischof Manfred Scheuer bittet um das Gebet für die Kirche in Belarus

Bischof Manfred Scheuer bittet um das Gebet für die Kirche in Weißrussland

Bischof Manfred Scheuer hat zum Gebet für die Kirche in Belarus aufgerufen. Die Diözese Linz unterhält enge Beziehungen zu den vier Partnerdiözesen in Belarus und zeigt sich besorgt über die aktuell angespannte politische Lage vor Ort.

Diözesanbischof Manfred Scheuer kritisiert die Weigerung der belarussischen Grenzbehörden, den Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz nach Belarus (Weißrussland) einreisen zu lassen: „Einem Staatsbürger die Einreise in sein Heimatland zu verwehren, ist eine schwerwiegende Verletzung des elementaren Menschenrechts der Reisefreiheit.“ Kondrusiewicz sei ein langjähriger Partner des Osthilfefonds der Diözese Linz, der sich ganz in den Dienst der Pastoral für die ihm anvertrauten Menschen stelle, so Scheuer weiter. Der Erzbischof werde gerade jetzt als Hirte und Vermittler besonders gebraucht.

 

Der Erzbischof, der die belarussische Staatsangehörigkeit besitzt, war am vergangenen Wochenende bei der Rückkehr von einer kurzen Reise nach Polen ohne Angabe von Gründen und trotz gültiger Reisepapiere von Grenzbeamten zurückgewiesen worden. Er hatte sich kurz nach Beginn der Demonstrationen gegen die Wahlmanipulationen der belarussischen Regierung mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit gewandt, einen Runden Tisch einzuberufen, und jegliche Form der Gewalt verurteilt. Danach hatte er sich mit anderen kirchlichen Vertretern wiederholt in der Öffentlichkeit gezeigt, unter anderem zu Gebeten vor einem Untersuchungsgefängnis, in das verhaftete Demonstrierende eingeliefert worden waren. Zuletzt rief er zusammen mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften zu ökumenischem und auch interreligiösem Gebet auf.

 

Der Generalvikar der Erzdiözese Minsk-Moglijew Juri Kosobutski rief in einem Interview die Gläubigen zum solidarischen Gebet auf. „Ich halte es für wichtig, dass die Schwierigkeiten uns nicht trennen, sondern uns vereinen. Gemeinsam werden wir sie früher überwinden. Deshalb rufe ich alle Gläubigen auf, solidarisch zu beten.“

 

Kondrusiewicz gilt als besonnener Kirchenmann. In Belarus, wo rund 10 Prozent der Bevölkerung katholisch sind, ist er seit seiner Ernennung im September 2007 Erzbischof von Minsk. Zuvor hatte er 16 Jahre lang das Erzbistum Mutter Gottes von Moskau geleitet, 11 Jahre davon als Apostolischer Administrator.

 

Die Diözese Linz unterstützt in Belarus den Aufbau der katholischen Kirche seit 1991 mit dem Osthilfefonds der Diözese Linz. Gefördert werden pastorale Projekte in allen vier belarussischen Partnerdiözesen. Im August 2019 hatten Bischof Manfred Scheuer und Caritas-Direktor Franz Kehrer soziale und pastorale Projekte besucht, die die Caritas und der Osthilfefonds der Diözese Linz unterstützen. Bischof Manfred Scheuer bittet nun um das Gebet für die Kirche in Belarus.

 

Besuch in Belarus 2019: : Eröffnung des Sportplatzes in der Pfarre Smorgon durch P. Viktor Haidkjewitsch SDB und Bischof Dr. Manfred Scheuer. Smorgon befindet sich im Nordwesten des Landes in einem sehr armen Bezirk.
In Rogatschow, stark betroffen von Tschernobyl, unterstützt die Caritas Familien in Armut in ländlichen Gebieten. V. l.: Caritas-Mitarbeiterin Anastasija, Bischof Dr. Manfred Scheuer, Mutter mit Kleinkind, Caritasdirektor Franz Kehrer MAS.

Bischof Manfred Scheuer und Caritas-Direktor Franz Kehrer hatten im August 2019 Projekte in Belarus besucht. © Caritas

 

„Wir fördern in erster Linie den Dialog und die Vergebung“

 

Ende August 2020 führte die katholische Nachrichtenagentur KAI ein Interview mit dem Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz über die aktuelle Lage in Belarus. Hier einige Auszüge aus dem Interview, gekürzt und zusammengefasst:

 

„Niemand versucht, einen Dialog zu beginnen, obwohl die orthodoxe Kirche, die katholische Kirche, Protestanten, Juden und Muslime ihn ständig fordern. Es besteht auch kein besonderer Wunsch nach einer Vermittlung zwischen den Behörden und der Opposition seitens der Europäischen Union. Wir hören von Versuchen in diese Richtung durch einige Staatsoberhäupter, aber bisher haben sie keine Ergebnisse erbracht.

 

Interreligiöse Gebete für das Vaterland erfuhren in den letzten Tagen eine breite Resonanz. Wir fördern in erster Linie den Dialog und die Vergebung. Weder die katholische Kirche noch andere Kirchen und Religionsgemeinschaften sind in die Politik involviert. Als Katholiken orientieren wir uns an der Soziallehre der Kirche. Nach den Grundsätzen, denen auch die orthodoxe Kirche folgt, haben wir das Recht, zu bewerten, was unter moralischen Gesichtspunkten geschieht. Wir stacheln keine Menschen an, sondern fordern Zustimmung und Versöhnung."

 

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