Monday 28. September 2020

„Es gibt Bedarf nach Gesprächen über den Tod“

Am Samstag, 8. August 2020 luden Verena Brunnbauer und Petra Wieser am St. Barbara Friedhof Linz ein, sich über den Tod auszutauschen. Das Kunstprojekt fand im Rahmen des internationalen Memento-Tags statt.  

„Trotz über 30 Grad haben sich die Menschen auf das Projekt eingelassen und kamen sogar aus umliegenden Orten zum Linzer St. Barbara Friedhof. Es waren wunderschöne, unglaubliche und beeindruckende Stunden mit wundervollen Gesprächen. Es wurde gelacht, gegessen, getrunken, philosophiert und sich über das Leben ausgetauscht“, erzählt Verena Brunnbauer von einem besonderen Tag, der deutlich machte, dass es sich lohnt, den Tod zum Thema zu machen.

 

Sarg und Urne als Kunstinstallation 

 

Zwei typische Gegenstände für Tod und Sterben - Sarg und Urne - wurden in diesem Kunstprojekt aus ihrer Funktion enthoben und dienten als Katalysatoren für die „Sarggespräche“.  
Auf spielerische Art und mit Humor ist das Spiel „Sarggespräche“ ein Werkzeug, Gedanken, Vorlieben, Geschichten über Leben und Tod auf unterhaltsame Weise auszutauschen.  
Das Lebensgefäß „JoURNey“ von Petra Wieser steht nicht nur als ästhetisches Objekt für sich, sondern erinnert an den Moment, an dem man für sich erkannt hat, dass das Leben kostbar ist und jederzeit vorüber sein kann. Es kann Begleiter auf der Reise unseres Lebens sein.

 

„Es gibt Bedarf nach Gesprächen über den Tod“
SargBAR und JoURNey
Gespräche über den Tod und das Leben

Fotos: © Verena Brunnbauer

 

Internationaler Memento-Tag 2020 

 

Dieser Tag will daran erinnern, dass der Tod früher oder später alle betrifft. Ganz im Sinne von Memento mori „Sei dir der Sterblichkeit bewußt“ geht es um gutes und bewusstes Leben im Hier und Heute. In Australien gibt es den „Dying to Know Day“ schon mehrere Jahre, in Deutschland fand er 2019 das erste Mal statt. Mit dem Projekt „SargBARgespräche“ griffen Verena Brunnbauer, Petra Wieser und der St. Barbara Friedhof diese Initiative heuer in Österreich auf.  
Petra Wieser berichtet: „Unterschiedliche Gründe haben Menschen anlässlich des Memento-Tages am 8. August zu unserer künstlerischen Installation geführt. Menschen kamen aus Zufall oder haben sich bewusst entscheiden, an diesen Platz zu kommen. Für alle hielt die Installation Einsichten für sich selbst bereit.  An der SargBAR trafen kontroverse Ansichten aufeinander, doch verbindend stellt sich immer der Tod als sicherer Lebensabschnitt für uns alle dar“. 

 
Die Künstlerinnen und Expertinnen

 

Verena Brunnbauer (*1980, in Linz) ist ehemalige Bestatterin, ausgebildete Trauerbegleiterin, Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin, Freizeitpädagogin und Humorberaterin. Sie beschäftigt sich schon einige Jahre mit dem Thema Tod und Humor. Bei Ihrer Arbeit lässt sie Ihre persönlichen Erfahrungen als ehemalige Bestatterin ebenso einfließen, wie Theorie und Praxis der Trauerarbeit und Humorberatung. Sie will mit dem Tod einen leichtfüßigen Umgang finden. 
 
Petra Wieser (*1990, in Kirchberg/ Pielach) ist Ergotherapeutin und Designerin. Sie legt in ihrer gestalterischen Arbeit ein besonderes Augenmerk auf Gegenstände, die uns im Alltag umgeben und unser Handeln beeinflussen. In ihrem Atelier in St. Pölten entwirft und produziert sie vorwiegend Objekte, die einen nachhaltigen Nutzen haben und Menschen dazu anregen sollen neue Perspektiven einzunehmen. 

 

Der St. Barbara Friedhof als Ort für Kunst 

 

Als Ort für Trauerkultur mitten in Linz ist der St. Barbara Friedhof ein besonderer Ort der Kommunikation über Tod und Leben. Zeitgenössische Kunst aller Sparten eröffnet dabei neue Horizonte und lädt Menschen ein, über diese Themen ins Gespräch zu kommen. 
 

Quelle: Mag.a Andrea Mayer-Edoloeyi, St. Barbarafriedhof Linz

 

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