Tuesday 11. August 2020

Linzer Moraltheologe kritisiert fehlende Rücksicht gegenüber Almtieren

Moraltheologe Michael Rosenberger

Der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger hat angesichts von vermehrten Unfällen von Bergwanderern und Mutproben mit Alm-Kühen mehr Gefahrenbewusstsein eingemahnt.

Kritik übte der Theologe im "Tiroler Sonntag" (Ausgabe vom 23. Juli 2020) auch an einer Art "Vollkasko-Mentalität": "Man hat den Eindruck, das eigentlich ja gar nichts passieren kann, weil es für alles irgendwo einen Schutz, eine Rettung, eine Hilfe gibt." Ziel müsse die Koexistenz zwischen Landwirten, Tieren und Wanderern sein. Ein Absperren von Almen halte Rosenberger daher für keine Lösung.

 

Aktueller Anlass für Rosenbergers Äußerung gibt auch das Phänomen der "Kulikitaka-Challenge" in sozialen Medien; eine Mutprobe, bei der eine Person eine Kuhherde mit einem Tanz erschreckt. Als Grund für die fehlende Rücksicht auf Tiere meinte der Theologe, dass Menschen immer seltener wüssten, wie sich Tiere grundsätzlich verhielten.

 

In Folge von Verstädterung und einem abnehmenden Kontakt zu Tieren sinke das Bewusstsein, dass eine Mutterkuh ihr Kalb beschüte oder dass eine Almwiese auch Futterquelle für Tiere sei. Dahinter steht laut dem Linzer Moraltheologen auch die Neigung des Menschen, "Dinge einfach in Besitz zu nehmen".

 

Helfen könne eine Rückbesinnung auf eine Grundhaltung der christlichen Religion, die Ehrfurcht, zu der u. a. das Staunen und Schauen gehöre. Lehre man diese Respekthaltung von klein auf im Rahmen von Gottesdiensten, zeige das auch Wirkung über die Kirchenmauern hinaus, meinte Rosenberger.

 

Kathpress

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