Tuesday 20. April 2021

Bischof em. Maximilian Aichern wird Ehrenmitglied bei Pro Oriente Linz

In einem Festakt der „Pro Oriente“-Sektion Linz am 25. September 2019 wurde Bischof em. Maximilian Aichern die Ehrenmitgliedschaft der Stiftung, die er selbst 1987 gründete, verliehen. Sein Einsatz für das ökumenische Miteinander wurde dabei gewürdigt.

Im Zeichen der Dankbarkeit für das bereits erreichte ökumenische Miteinander und zugleich der Entschlossenheit, neue Schritte zu wagen, stand am Mittwochabend in Linz der „Pro Oriente“-Festakt zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Stiftung an den emeritierten oberösterreichischen Diözesanbischof Dr. h.c. Maximilian Aichern OSB. Der Vorsitzende der Linzer „Pro Oriente“-Sektion, Landeshauptmann a.D. Dr. Josef Pühringer, zitierte in seinen Grußworten aus dem am 13. September veröffentlichten Brief von Papst Franziskus an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., dass der Weg der Ökumene bisweilen schwierig und doch von „sichtbaren Zeichen der Gnade Gottes begleitet“ sei. Die Fortsetzung dieses Weges verlange – so der Papst – vor allem eine spirituelle Konversion und eine „erneuerte Treue zu Christus, der von uns ein größeres Engagement und neue und mutige Schritte verlangt“. An diesen Worten von Papst Franziskus orientiere sich die Linzer „Pro Oriente“-Sektion, betonte Pühringer.

 

Über die „neuen und mutigen Schritte“ der Stiftung referierten bei dem Festakt in den Räumlichkeiten der „Oberösterreichischen Versicherung“ der Präsident von „Pro Oriente“, Botschafter i.R. Alfons Kloss, und „Pro Oriente“-Generalsekretär Bernd Mussinghoff. Bei dem Festakt waren u.a. auch Staatssekretär a.D. Helmut Kukacka, der oberösterreichische evangelisch-lutherische Superintendent Gerold Lehner und der Gründer der „Initiative Christlicher Orient“ (ICO) Prof. em. Hans Hollerweger, anwesend.

 

Bischof em. Maximilian Aichern wird Ehrenmitglied bei Pro Oriente Linz

Von links: Bischof Dr. Manfred Scheuer; Botschafter Dr. Alfons Kloss, Präsident der Gesamtstiftung Pro Oriente; Bischof em. Dr. h.c. Maximilian Aichern OSB, neues Ehrenmitglied und Gründer der Sektion Linz von Pro Oriente; Landeshauptmann a.D. Dr. Josef Pühringer, Vorsitzender der Sektion Linz von Pro Oriente; Dipl.-Theol. Bernd Mussinghoff, Generalsekretär der Stiftung Pro Oriente.   Foto: © Josef Wallner

 

Bischof Scheuer: Bischof em. Aichern hat stabile Beziehungen zu den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen aufgebaut

 

Der Linzer Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer unterstrich bei dem Festakt die internationale Bedeutung der Aktivitäten von „Pro Oriente“. Er verwies dabei u. a. auf den Einsatz von „Pro Oriente“ für die orientalischen Christen, deren Existenzberechtigung im Nahen Osten vielfach in Frage gestellt werde. Zugleich betonte Scheuer (der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Ökumene zuständig ist), dass es „Pro Oriente“ immer wieder geschafft habe, Wege der Verständigung wieder zu öffnen, die verschlossen schienen. Auch dies sei ein Beitrag zu Frieden und Verständigung in Europa und darüber hinaus. In diesem Zusammenhang erinnerte der Linzer Bischof an die „Wiener Christologische Formel“, die bei der ersten inoffiziellen „Pro Oriente“-Konsultation zwischen katholischen und orientalisch-orthodoxen Theologen 1971 entwickelt wurde. „Pro Oriente“ habe damit etwas zustande gebracht, was Jahrhunderte hindurch nicht möglich war: Die Anerkennung der Tatsache, dass dieselbe Wahrheit in unterschiedlicher sprachlicher Form ausgedrückt werden kann und dass es der Sensibilität für die kulturellen Verschiedenheiten bedarf.

 

Im Hinblick auf das ökumenische Engagement seines Vorvorgängers – der 1987 die Linzer Sektion von „Pro Oriente“ begründet hatte – sagte Scheuer, dass er immer wieder – wie zuletzt in Bosnien-Herzegowina oder in Weißrussland – erleben könne, wie sehr Bischof Aichern von den Vertretern der orthodoxen Kirchen geschätzt werde. Aichern habe durch sein Interesse an Geschichte und Tradition ebenso wie durch seine Wachheit für die sozialen Probleme stabile Beziehungen zu den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen aufgebaut.

 

„Pro Oriente“-Linz Vorsitzender Pühringer: Gründung der Linzer „Pro Oriente“-Sektion war Bischof em. Aichern ein Herzensanliegen

 

Landeshauptmann a.D. und Vorsitzender von „Pro-Oriente“ Linz Josef Pühringer erinnerte bei dem Festakt daran, dass die Gründung der Linzer „Pro Oriente“-Sektion für Bischof Aichern ein Herzensanliegen gewesen sei. Er habe damit auch die Initiativen der Hilfe für die Kirchen hinter dem damals noch bestehenden „Eisernen Vorhang“ aufgenommen, die der langjährige Generaldirektor des „Oberösterreichischen Landesverlags“, Hubert Lehner, über Jahrzehnte hinweg durchgeführt hatte.

 

Bischof em. Aichern: „Gehen wir mit Papst Franziskus. Die Ökumene muss weitergehen.“

 

Nach der Überreichung der von Kardinal Christoph Schönborn als dem Vorsitzenden des „Pro Oriente“-Kuratoriums unterfertigten Urkunde über die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Stiftung „Pro Oriente“ berichtete Bischof em. Aichern über seine positiven Erinnerungen im Zusammenhang mit „Pro Oriente“ (schon als Abt von St. Lambrecht war er mit der Sorge für die schwer bedrängten benediktinischen Klöster im damaligen kommunistischen Jugoslawien beauftragt worden). Aichern hob vor allem die Impulse von Kardinal Franz König für den Dialog mit den östlichen Kirchen hervor. Schon der erste Vorsitzende der Linzer „Pro Oriente“-Sektion, der unvergessene Präsident der Katholischen Aktion, Eduard Ploier, habe zielbewusst gute Wege für das Miteinander mit den Kirchen in der damaligen Tschechoslowakei gesucht. Durch dessen Nachfolger Franz Stauber (der auch Linzer Caritasdirektor war) sei es dann oft gelungen, den ökumenischen Dialog mit karitativen und Bildungs-Initiativen zu verbinden. Der emeritierte Linzer Bischof verwies auf viele Beispiele der ökumenischen Zusammenarbeit und des Dialogs in Weißrussland, in Bosnien-Herzegowina, in Montenegro und im Kosovo, in Ungarn und im Heiligen Land. Er erinnerte aber auch an große Gestalten der Ökumene in Österreich, wie Oberin Christine Gleixner (die oft als „Mutter der Ökumene“ bezeichnet wurde) oder Metropolit Michael Staikos. Sein abschließender Appell: „Gehen wir mit Papst Franziskus. Die Ökumene muss weitergehen“.

 

Die Festvorträge an diesem Abend von „Pro-Oriente“-Präsident Dr. Alfons Kloss und Generalsekretär Dipl.-Theol. Bernd Mussinghoff beschäftigten sich mit der Aufgabe der Stiftung „Pro Oriente“ als Partner für Dialog und Verständigung in der ganzen Welt.

 

Quelle: Prof. Erich Leitenberger, Pressesprecher von Pro Oriente

 

 

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