Wednesday 17. July 2019

Spiritualität und Lieder mit Tiefgang im „Bio.Garten.Eden“

Dass es im „Bio.Garten.Eden“ der OÖ Landesgartenschau in Aigen-Schlägl auch kirchlich-spirituelle Angebote gibt, versteht sich fast von selbst. Unterhaltung mit Tiefgang boten am 19. Juni 2019 auf der Festwiese auch die Poxrucker Sisters 1.700 KonzertbesucherInnen.

Die Katholische Kirche in Oberösterreich, das Stift Schlägl und die Bioschule Schlägl haben in Kooperation mit der OÖ Landesgartenschau GmbH den „Garten der Schöpfung“ mit dem „Pfad der Verantwortung“ geschaffen und ermöglichen mit spirituellen Impulsen einen vertieften Zugang zum Thema Schöpfungsverantwortung. Der „Kirchenmittwoch“ setzt jede Woche mit vielfältigen Veranstaltungen besondere Akzente. Um den achtsamen Blick auf die Kostbarkeiten des Lebens ging es auch in den Mundart-Liedern der Poxrucker Sisters, die am 19. Juni 2019 1.700 (!) KonzertbesucherInnen im paradiesisch anmutenden Ambiente auf der Festwiese des Ausstellungsgeländes begeisterten.

 

 

Staunen, ausruhen, nachdenken: Garten der Schöpfung und Pfad der Verantwortung

 

Über 50.000 Interessierte haben die 7. OÖ Landesgartenschau Bio.Garten.Eden, die von 17. Mai bis 13. Oktober in Aigen-Schlägl stattfindet, bereits besucht. Die erste Landesgartenschau mit Bio-Zertifikat im landwirtschaftlichen Bereich bietet auf 15 Hektar Fläche neben einer Reihe von Themengärten, Spielplätzen und Wissenswertem zum Anfassen auch viel Platz für Ruhe, Entspannung und Meditation. Bio.Garten.Eden widmet sich dem achtsamen Umgang mit Lebensmitteln, Ressourcen und mit den Menschen – Themen, die als christlicher Grundauftrag auch zentrale Inhalte der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015 sind.

 

Diese Verbindung stellte der Leiter des Bibelwerks Linz Dr. Franz Kogler gedanklich sofort her, als er vor zwei Jahren den Titel der Landesgartenschau erfuhr. Ihm war es von Anfang an ein Anliegen, den Aspekt der Schöpfungsverantwortung verstärkt in die Landesgartenschau einzubringen. Im Auftrag der Diözesanleitung nahm Kogler Kontakt mit den Verantwortlichen der Landesgartenschau auf. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Franz Kogler, dem – inzwischen emeritierten – Schlägler Abt Mag. Martin Felhofer, dem Referenten für Theologische Erwachsenenbildung der Diözese Linz Dr. Stefan Schlager und dem Religionslehrer der Bioschule Schlägl Mag. Christian Lorenz, brachte zentrale Inhalte von „Laudato si“ in die Planungen für die Landesgartenschau ein. Beratend zur Seite standen der Arbeitsgruppe der emeritierte Professor für alttestamentliche Bibelwissenschaft Dr. Franz Hubmann, die diözesane Umweltreferentin Mag.a Lucia Göbesberger, der diözesane Umweltsprecher und Moraltheologe Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger, die diözesane Pilgerbeauftragte Mag.a Christine Dittlbacher und Diakon Mag. Franz Schlagitweit.

 

Schöpfungsgarten bei der OÖ Landesgartenschau in Aigen-Schlägl.

Schöpfungsgarten im „Bio.Garten.Eden“. © Stift Schlägl / Prügl

 

Das gelungene Ergebnis: der „Garten der Schöpfung“ mit dem „Pfad der Verantwortung“. Im siebenteiligen „Garten der Schöpfung“ wird die biblische Erzählung von der Erschaffung der Welt präsentiert. Höhepunkt ist der siebte Tag, der Tag des Ausruhens und der Erholung. Wer den Schöpfungsgarten verlässt, betritt den „Pfad der Verantwortung“. Dieser weist auf persönliche Grundsatzentscheidungen hin, die Auswirkungen auf die Schöpfung haben. Unterwerfen oder achten? Zerstören oder verwandeln? Verhärten oder umkehren? Jeder Mensch hat die Wahl. Auf Tafeln finden sich Impulstexte, Bibelverse, Zitate aus „Laudato si“ und Fragen, die zum Nachdenken anregen – über die Landesgartenschau hinaus. Franz Kogler: „Der Schöpfungsgarten lädt dazu ein, das Wunder der Schöpfung dankbar zu bestaunen. Der Ruhetag ist eine Einladung, dem Leben Zeiten der Ruhe zu gönnen, einen gesunden Rhythmus neu zu entdecken und auch Zeit zum Feiern zu haben. Der Pfad der Verantwortung sagt uns: Es ist unsere Verantwortung, diesen ‚Garten‘ zu bebauen, zu behüten, mit Leben zu füllen und für nachfolgende Generationen zu erhalten.“ Die Rückmeldungen von BesucherInnen seien sehr positiv. Besonders geschätzt werde, dass die Natur im Mittelpunkt stehe und wirken könne und nur wenige Anregungen und Informationen gegeben würden. „Immer wieder hören wir: ‚Das ist alles so schön gestaltet. Es ist einfach eine Freude, diesen Weg gehen zu dürfen‘“, berichtet Kogler über die Resonanz, die ihn selbst auch freut. Was ihm persönlich wichtig ist: „Die Menschen sollen sich im ‚Garten der Schöpfung‘ wohlfühlen und im Gehen zum Nachdenken über den eigenen Lebensweg angeregt werden. Wenn dazu auch der eine oder andere textliche Impuls beitragen kann, umso schöner!“ Die gute Nachricht für alle, die den „Garten der Schöpfung“ öfter besuchen möchten: Er wird auch nach der Landesgartenschau dauerhaft erhalten bleiben.

 

Der Mensch hat die Wahl und die Verantwortung: Impuls auf dem Pfad der Verantwortung.
Spiritueller Impuls auf dem Pfad der Verantwortung im Schöpfungsgarten.

© Stift Schlägl / Prügl | © Ordensgemeinschaften / Kaineder

 

„Kirchenmittwoch“ bei der Landesgartenschau

 

Jeden Mittwoch ist bei der Landesgartenschau „Kirchenmittwoch“ mit speziellen Angeboten. Jeweils um 14 Uhr finden kostenlose Führungen durch den „Garten der Schöpfung“ statt. Interessierte können auch am spirituellen Angebot des Stiftes Schlägl (11.45 Uhr: Orgelkonzert, 12.15 Uhr: Mittagsgebet in der Stiftskirche, 18.00 Uhr: Vesper in der Stiftskirche) teilnehmen. Jeweils um 18.30 Uhr wird im Stiftshof bzw. im Raum Falkenstein eine Abendveranstaltung angeboten. Die inhaltliche Palette spannt sich dabei von Lesungen über Kabarett und Tanz bis hin zu Filmvorführungen. Kogler zum „Kirchenmittwoch“: „Durch die Konzentration aller kirchlichen Angebote wöchentlich auf den Mittwoch und der Einbindung zahlreicher Organisationen von der KirchenZeitung über das Katholische Bildungswerk bis hin zur Katholischen Aktion und zum Bibelwerk Linz ist es gelungen, mit bescheidenen Mitteln einen deutlichen Akzent zu setzen. In einer einladenden Umgebung werden den BesucherInnen zentrale Inhalte unserer christlichen Verantwortung angeboten. Dass wir die Chance haben, als Kirche in diesem Rahmen im öffentlichen Raum präsent zu sein, freut uns sehr.“

 

Franz Kogler, Leiter des Bibelwerks Linz, hat große Freude mit dem Schöpfungsgarten

Franz Kogler, Leiter des Bibelwerks Linz, hat große Freude mit dem Schöpfungsgarten. © Bibelwerk Linz

 

Die wöchentlichen Führungen werden gerne genutzt. Darüber hinaus können beim Bibelwerk Sonderführungen im Schöpfungsgarten für Gruppen, Schulklassen, Jungschar-, Firm- und MinistrantInnengruppen gebucht werden (bibelwerk@dioezese-linz.at, Tel. 0732 76 10-3234). Sehr gefragt sind auch ein eigens erstellter Folder, der in kompakter Form über den „Garten der Schöpfung“ und den „Pfad der Verantwortung“ informiert, sowie die Broschüre „Zeit für Natur“, die von der Linzer KirchenZeitung in Kooperation mit der OÖ Landesgartenschau GmbH, dem Stift Schlägl und der Diözese Linz herausgegeben wurde. Folder und Broschüre können kostenlos im Bibelwerk angefordert werden.

 

Schöpfungsgarten im Bio.Garten.Eden

Innenhalten und ausruhen im Schöpfungsgarten. © Stift Schlägl / Prügl

 

Poxrucker Sisters: Natur als Quelle der Inspiration

 

In ihren Liedern verbinden die drei „Poxrucker Sisters“ aus St. Ulrich Pop mit Mühlviertler Dialekt. Am 19. Juni 2019 gaben Stefanie Stockinger, Christina und Magdalena Poxrucker inmitten der Landesgartenschau eines ihrer wenigen Konzerte in diesem Jahr. Christina: „Das Gelände ist sehr einladend und für ein Open-Air-Konzert schon etwas sehr Besonderes. Eigentlich treten wir ja im heurigen Jahr bewusst etwas kürzer, um unsere Energie auf Songwriting und Albumproduktion zu konzentrieren. Aber als wir für die Landesgartenschau angefragt wurden, wussten wir: Das ist eine einmalige Chance – und noch dazu ‚daheim‘ im Mühlviertel!“ Stefanie ist begeistert vom Konzept der Landesgartenschau. Besonders der Schöpfungsgarten hat es ihr angetan, „weil er sehr ansprechend gestaltet ist und der Weg eine zusätzliche Dimension freigibt“, wie sie sagt.

 

Mit Hits wie „Herzklopfn“, „Glick“, „Nimm da wos mit“, „Fiararnond, „D’Sun geht auf“, „Woikn“ und dem Sommersong „Zoag ma in Summa“ sorgten die musikalischen Schwestern für Unterhaltung mit Tiefgang. Stefanie zu ihrem persönlichen Highlight: „Das war eindeutig das Lied ‚Herzklopfn‘. Die Achtsamkeit auf die besonderen und manchmal kleinen Momente im Leben haben wir in ein Lied gepackt: Wonn host des letzte moi an Bam opflonzt? Wonn host des letzte Moi im Regen tonzt? Wir hatten bei so einem großartigen Publikum in diesem schönen Ambiente und bei traumhaftem Wetter besonders viel ‚Herzklopfn‘. Dafür sind wir sehr dankbar – unsere Fans, unsere Familien und Freunde sowie ArbeitskollegInnen haben uns einen wunderschönen Abend im Bio.Garten.Eden beschert und sie haben es hoffentlich genauso genossen wie wir!“

 

Konzert der Poxrucker Sisters bei der OÖ Landesgartenschau
Begeisterndes Konzert der „Poxis“ vor 1.700 BesucherInnen.

© Landesgartenschau | © Samuel Hanner

 

Die Landesgartenschau war für die „Poxis“ ein stimmiger Auftrittsort, lassen sie sich doch in ihren Liedern immer wieder von der Natur inspirieren, wie Christina erzählt: „Im Lied ‚Woikn‘ heißt es zum Beispiel: Wo schlogst Wurzln, wo hebst o? Wos bringt di zan blian? Hier besingen wir, wie wichtig Wurzeln im Leben sind, und gleichzeitig braucht es Flügel – also ein „Mit den Woikn weida ziang“, um den Horizont zu erweitern und über den Tellerrand zu schauen.“ Magdalena ergänzt: „Im Lied D‘Sun geht auf‘ fühlt man sich gleich in der ersten Strophe wie im Garten Eden. ‚De ersten Vögö singan scho ...‘ heißt es da, und im Refrain geht es dann um die Welt in all ihren Farben, um das Wunder – und so ein Garten steckt voller bunter Wunder.“ Fans der Mühlviertler Schwestern dürfen sich auf deren viertes Album freuen, das nächstes Jahr erscheinen wird – auch da steht die Natur Patin für so manchen Liedtext, wie Stefanie jetzt schon verrät.

 

Die Poxrucker Sisters sind begeistert von der Landesgartenschau

Die Poxrucker Sisters sind begeistert von der OÖ Landesgartenschau. © Samuel Hanner

 

Eine der drei Schwestern „gartelt“ seit Kurzem auch selber. Christina: „Mein Freund und ich haben heuer erstmals ein Stückerl Garten in einem Gemeinschaftsgarten und genießen das sehr. Neben den eigenen Lebensmitteln, die man ernten kann, ist es für uns als kleine Familie ein schönes gemeinsames Projekt, bei dem auch unser Sohn Jonathan mittendrin ist und begeistert in der Erde gräbt.“ Stefanie und Magdalena erholen sich im Garten der Eltern, wenn sie daheim auf Besuch sind. „Unsere Eltern haben rund ums Haus ihre kleine Gartenoase mit vielen Blumen, Sträuchern, Bäumen und natürlich mit einem Gemüsegarten. Ganz wichtig ist ihnen ein natürlicher Zugang: Die Wiesenblumen dürfen wachsen, der Rasen wird nicht gestutzt. So entsteht eine lebendige Vielfalt, in der man sich einfach wohlfühlt. Es gibt dann auch bei jedem Besuch einen Spaziergang rund ums Haus und unsere Mama zeigt uns dann, was gerade blüht und wie sich die verschiedenen Pflanzen und Gartenideen entwickeln“, schildert Stefanie die Verbundenheit mit dem elterlichen Garten. Und Magdalena meint: „Wenn ich einen Garten Eden beschreiben würde, wäre das für mich auf jeden Fall etwas Buntes, Lebendiges und vor allem Vielfalt – ein bisschen so wie der Garten daheim.“

 

Die Poxrucker Sisters sind begeistert von der Landesgartenschau

Die "Poxis" entspannen im Bio.Garten.Eden. © Samuel Hanner

 

Ob man Gott in einem Garten nahe ist? Davon ist Stefanie überzeugt: „Gott kann man bestimmt im Garten begegnen – genauso wie auf einem Berg, genauso, wenn man in seinem Element ist, auf der Bühne, im Fußballstadion, daheim in den eigenen vier Wänden. In der Natur insbesondere steckt so viel Leben, da kommt man Gott auf die Spur – vielleicht sogar leichter als in manchen Kirchen oder Gottesdiensten.“ Und Magdalena sieht in einem Garten einen Lehrmeister fürs Leben: „Man wird achtsamer, beobachtet genauer, hat Verantwortung für etwas und man hat ja auch den inneren Ansporn, dass etwas aufgeht, blüht, geerntet werden kann. Wenn man sich dann selbst mit Gemüse oder Obst versorgt und es verarbeitet, oder einfach die blühenden Blumen genießen kann, ist das eine Belohnung für alle Mühen. Da gibt es viele Verbindungen mit dem Leben – mit Aufgaben, die man übernimmt, und mit Herausforderungen, die einem begegnen.“

 

Infos zu allen kirchlichen Angeboten rund um die Landesgartenschau:

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