Wednesday 19. June 2019

Angeregte Gespräche im Bischofsgarten

Empfang für Medienschaffende im Garten des Linzer Bischofshofs

Zum dritten Medienempfang im Garten des Bischofshofes lud Diözesanbischof Manfred Scheuer am Abend des 12. Juni 2019. Bei Kaiserwetter führten Medienschaffende und VertreterInnen der Diözesanleitung angeregte Gespräche in der grünen Oase mitten in der Linzer Innenstadt.

So mancher Gast äußerte auch heuer wieder die Vermutung nach einem besonderen „Draht nach oben“, war doch das Wetter wie schon in den beiden Jahren davor ideal für einen inspirierenden Garten-Abend. Bei wolkenlosem Himmel und hochsommerlichen Temperaturen begrüßte Bischof Manfred Scheuer zahlreiche VertreterInnen der oö. Medienlandschaft in seinem Garten. Immer wieder öffnet er diese grünende und blühende Oase für Gäste. So waren etwa am Vorabend des Medienempfangs obdachlose Menschen in den Garten des Bischofshofs eingeladen.

 

Der Abend mit den MedienvertreterInnen war ein Dankeschön für die mediale Begleitung der Katholischen Kirche in Oberösterreich und bot den JournalistInnen, die zahlreich erschienen waren, die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit Bischof Scheuer und VertreterInnen der Diözesanleitung ins Gespräch zu kommen. Gekommen waren Generalvikar DDr. Severin Lederhilger, die Bischofsvikare Wilhelm Vieböck und Dr. Adi Trawöger, Pastoralamtsdirektorin Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Finanzdirektor Mag. Reinhold Prinz, Caritas-OÖ-Direktor Franz Kehrer, MAS, Schulamts-Direktor Mag. Franz Asanger, die Vorsitzende der Frauenkommission Mag.a Maria Eicher, Ordinariatskanzler Mag. Johann Hainzl, die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) Oberösterreich Dipl.-Päd.in Maria Hasibeder und KA-Generalsekretär Dipl.-Päd. Bernhard Rudinger.

 

Empfang für Medienschaffende im Garten des Linzer Bischofshofs

V. l.: Bischofsvikar Wilhelm Vieböck, Dr.in Christine Haiden (Präsidentin OÖ. Presseclub und Chefredakteurin „Welt der Frauen“), Bischof Dr. Manfred Scheuer und Generalvikar DDr. Severin Lederhilger. © Diözese Linz / Appenzeller

 

Solidarische Empathie von ChristInnen als unverzichtbarer Mehrwert für die Gesellschaft

 

Am Beginn des Abends richtete Bischof Manfred Scheuer das Wort an die etwa 70 Gäste. In seiner Ansprache dankte der Diözesanbischof den Medienschaffenden für die „kritische mediale Begleitung dessen, was wir als Kirche tun“ und für die starke mediale Unterstützung der Initiative „Pro Mariendom“.

 

Scheuer stellte das Thema Vertrauen ins Zentrum seines inhaltlichen Impulses. In der Gesellschaft gehe es um Vertrauen und um Zusammenhalt. Das Vertrauen in die Politik bzw. in die vom Volk gewählten politischen VertreterInnen sei in den letzten Wochen schwer erschüttert worden. Wenn Vertrauen erodiere, brauche es immensen Aufwand, um das Vertrauen wiederherzustellen, was nicht immer gelinge, so Scheuer. „Mangelndes Vertrauen, das sich in einem gesellschaftlichen Gegeneinander, in einem Polarisieren und Ausspielen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen manifestiert, zerfrisst die Gesellschaft. Auch wir als Kirche spüren das“, betonte der Bischof. Religionsgemeinschaften hätten grundsätzlich das Potential, kulturelle Identität zu fördern und zu einer wesentlichen Quelle sozialen Zusammenhalts in der Gesellschaft zu werden. Die gesellschaftlichen Risse würden jedoch bis in die Kirche hineinreichen. „Häufig sind politische und ethische Differenzen zwischen Kirchenmitgliedern massiver als zwischen den unterschiedlichen Konfessionen“, urteilte Scheuer.

 

Empfang für Medienschaffende im Garten des Linzer Bischofshofs

Als Dankeschön für die mediale Begleitung lud Bischof Manfred Scheuer zum Empfang für Medienschaffende in seinen Garten. © Diözese Linz / Appenzeller

 

Zur aktuellen kirchlichen Situation fand Bischof Scheuer klare Worte. Die katholische Kirche als Institution erlebe selbst „eine beispiellose Vertrauenskrise, befeuert durch zu Tage getretene Missstände, durch die Missbrauchsfälle, durch Strukturen von Macht und Gewalt in kirchlichen Einrichtungen“. Dies gehe so weit, dass selbst ehrenamtlich engagierte und überzeugte Christinnen und Christen der Kirche als Institution ihr Vertrauen entziehen würden. „Je mehr Kirche jedoch an Zuspruch verliert, desto mehr verliert sie auch an Möglichkeiten zur positiven gesellschaftlichen Einflussnahme“, machte Scheuer deutlich. Was die Kirche nun brauche, sei „Realismus, aber auch Mut und Tatkraft für neue Wege. Selbstkritik, aber nicht Selbstzerfleischung. Einen wertschätzenden Umgang miteinander, der ausstrahlt auf die Gesellschaft. Solidarische Empathie, die aus dem Glauben heraus gelebt wird und für die Gesellschaft einen unverzichtbaren Mehrwert hat.“ Würden ChristInnen für entgrenzte Solidarität eintreten, so müssten auch ihre eigenen kirchlichen Institutionen und christlichen Lebensformen für diese Weite und Offenheit stehen, denn, so Scheuer: „Selbstbezüglichkeit, Kleinlichkeit und Autoritätsfixierung wirken kontraproduktiv.“

 

Bischof Scheuer zitierte abschließend drei Regeln von Robert Schumann, wie man als Politiker Christ sein könne – „Regeln, die auch für Medien und Kirche hilfreich sein können“, wie Scheuer meinte: 1. entdramatisieren, 2. den Humor bewahren und 3. die Prügel, die man bekommt, nicht zurückgeben. „Das Charisma der Unaufgeregtheit ist heute mehr denn je gefragt“, so Scheuers Überzeugung.

 

Impulsgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

Empfang für Medienschaffende im Garten des Linzer Bischofshofs
Empfang für Medienschaffende im Garten des Linzer Bischofshofs
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© Diözese Linz / Appenzeller

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