Tuesday 15. October 2019

Neue interreligiöse Website informiert über Feiertage

http://www.feiertagsgruss.at/

Christen, Muslime und Juden stehen hinter dem Projekt www.feiertagsgruss.at - Ziel ist es, "zwischenmenschliche Barrieren abzubauen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen"

"Grüß Gott": So "religionsneutral" werden Besucher der neuen, von jungen Christen, Muslimen und Juden gestalteten Website www.feiertagsgruss.at willkommen geheißen. Initiiert wurde sie von der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ) und der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ), von den "Jüdisch österreichischen HochschülerInnen", von der Fachstelle "Kirche im Dialog" der Erzdiözese Wien und der Studierendengruppe "Café Abraham Wien", um Interessierten zu "zeigen, was und wie wir feiern". Dazu wurden Feiertage ausgesucht, "die uns am wichtigsten erschienen sind, und werden nach und nach beschreiben, wie wir sie begehen", heißt es auf der Website. Deklariertes Ziel ist es, "zwischenmenschliche Barrieren abzubauen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen".

Herzstück der Website ist ein mit drei farbigen Symbolen - für die drei abrahamitischen Religionen - versehener Kalender, der die Feste chronologisch ab Jahresbeginn auflistet. Das erste beschriebene Fest heißt "Erscheinung des Herrn" (6. Jänner), bekannter als "Heilige Drei Könige", zu dem knappe Grundinformationen zu der in der Bibel beschriebenen Anbetung Jesu durch die Sterndeuter aus dem Osten, aber auch zum Brauch des Sternsingens im Rahmen der entwicklungspolitischen Dreikönigsaktion gegeben werden.

Der nächste Termin im Festtagskalender ist der Aschermittwoch am 6. März 2019, gefolgt vom Beginn des jüdischen Purim-Festes am 21. März. Erster muslimischer Termin ist der Beginn des Fastenmonats Ramadan am 5. Mai 2019, zu dem die Erläuterung jugendgemäß flott eingeleitet wird mit "Let the Hunger Games begin...". Ein von Café Abraham Wien erstelltes Lexikon von A wie "Ablasshandel" bis Z wie "Zedakah" (hebräisch für "Wohltätigkeit") ergänzt das Kalendarium.

Insgesamt weist der Kalender 13 christliche, neun jüdische und drei muslimische Festtermine auf. Weil es auch innerhalb der drei religiösen Gemeinschaften "eine große Vielfalt" gebe, "können wir euch immer nur einen Ausschnitt unserer großen Feiertraditionen zeigen", weisen die Gestalter hin. Es sei also immer leicht möglich, dass dieselben Feiertage von unterschiedlichen Gläubigen anders - oder auch gar nicht - begangen würden, etwa aufgrund unterschiedlicher Familientraditionen oder religiöser Ausprägungen. "Das wiederum wäre eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen."


"Lernen übereinander, aber auch voneinander"


"Oft wissen wir vielleicht noch, welcher Religion unsere Freunde, Mitschüler oder Nachbarn angehören, aber wie sie ihre Feste feiern, das ist echtes Insiderwissen", verwies KJÖ-Vorsitzender Andreas Six-Huber gegenüber "Kathpress" auf den Mehrwert der neuen Website. Durch den Feiertagskalender werde dieses Insiderwissen geteilt "und wir lernen nicht nur übereinander, sondern auch voneinander".

Im interreligiösen Dialog braucht es laut "Kirche im Dialog"-Mitarbeiterin Barbara Andrä manchmal eine "Einstiegshilfe" in Form von Basiswissen über den Ablauf religiöser Feiern, aber auch Hilfestellung in praktischen Fragen wie: "Welches Geschenk bringe ich mit, wenn ich eingeladen wurde?" Genau dies leiste "feiertagsgruss.at".

Dass der Kalender dazu beiträgt, das Wissen um die Bedeutung der jeweiligen Feste der drei abrahamitischen Religionen weiterzugeben, wünscht sich auch Mitinitiatorin Judith Strauss vom Café Abraham Wien. 

Vorsitzende Canan Yasar bezeichnete es als wesentlichen Bestandteil der Arbeit der Muslimischen Jugend, andere kennenzulernen und "Räume des Austausches zu schaffen". Der neue "tolle Feiertagskalender" solle nicht nur dazu einladen, seinen Mitmenschen zu wichtigen Feiertagen zu gratulieren, sondern diese zu verstehen und miteinander in Dialog zu treten. 

Mancherorts würden Ängste gegenüber Angehörigen anderer Religionen geschürt, bedauerte Michael Moffat von den jüdischen Hochschülern. Durch interreligiösen Dialog und Projekte wie den Feiertagskalender werde "hoffentlich ein kleiner Beitrag zu interreligiöser Solidarität" geleistet.

"Feiertagsgruss.at" gibt es auch in Plakat- und Grußkartenform oder als WhatsApp-Abo für das Smartphone. (Infos: www.feiertagsgruss.at)

Getauft und Gesandt
Magdalena Hartl-Fischer

Magdalena Hartl-Fischer

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